Kein Digitalfunk-Mast am Friedhof

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Der rote Punkt markiert den Standort östlich des Friedhofs, an dem das Staatliche Bauamt Rosenheim die Digitalfunk-Basisstation errichten sollte.

Bad Aibling - Ein über 40 Meter hoher Antennenmast auf freiem Feld im Außenbereich erschien dem Aiblinger Bauausschuss letztlich doch zu massiv. Er lehnte jetzt den Basisstandort für Digitalfunk ab.

Einstimmig lehnte er in seiner jüngsten Sitzung den Neubau eines Basisstandortes für Digitalfunk östlich des Friedhofs als "ortsplanerisch verunstaltend" ab. Mit der Gendarmerie- und der Pentenriederstraße nannte man dem Antragsteller jedoch zwei Alternativstandorte.

Der Antennenträgermast einschließlich der notwendigen Technik wird für den Digitalfunk von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) benötigt. Mit der Errichtung beauftragt ist das Staatliche Bauamt Rosenheim. Dieses hatte der Stadt in einem Schreiben mitgeteilt, dass bereits eine vorvertragliche Nutzungsvereinbarung mit dem Grundeigentümer abgeschlossen worden sei und dass das Vorhaben der Bayerischen Bauordnung entspreche. Wegen der Höhe der Anlage sei jedoch ein so genanntes Zustimmungsverfahren durchzuführen.

Der Schutz von Personen in den elektromagnetischen Feldern, die durch den Betrieb von derartigen ortsfesten Funkanlagen entsehen, sei nachweislich gewährleistet, hieß es in dem Schreiben der Behörde.

Der Mast selbst hat eine Höhe von 40 Metern. Zusammen mit der Basisstation erreicht die Anlage eine Höhe von 43,53 Metern, wobei die Antennentragkonstruktion am Mastkopf angebracht wird. Die dazugehörige Technik wird auf einem ebenerdigen Container aufgestellt, über dem noch ein Eisschutzdach errichtet wird.

"Ortsplanerisch erscheint der Standort östlich des Friedhofs sehr unglücklich", meinte jedoch die städtische Bauverwaltung in ihrer Stellungnahme. Auf die Bitte um alternative Standortvorschläge im Dezember hatte das Staatliche Bauamt bis zur Sitzung noch nicht reagiert, so dass die Bauverwaltung ihrerseits zwei mögliche Standorte nannte: entweder auf dem Polizeigebäude in der Gendarmeriestraße oder auf dem Fernmeldeamt in der Pentenriederstraße. Dort sei die Anlage auch nicht schöner, meinte Rudi Gehardt (ÜWG), der sich wunderte, dass das Staatliche Bauamt keine Alternativstandorte genannt hatte.

Letztlich lehnte der Ausschuss das gemeindliche Einvernehmen zu dem Standort östlich des Friedhofs einstimmig ab und versagte auch die beantragte nachbarliche Zustimmung (die Stadt ist Eigentümerin eines benachbarten Grundstücks).

Keine Einwände hatte das Gremium gegen die Erweiterung einer bestehenden Nawaro-Biogasanlage in Thalacker. Geplant ist dort der Bau eines Endlagers mit einem Durchmesser von 22 Metern und einer Höhe von sechs Metern. Östlich davon soll ein Biomasselager mit einer Grundfläche von 30 auf 40 Meter errichtet werden, bestehend aus einer asphaltierten Betonplatte und 1,50 Meter hohen Betonwänden.

Gebaut werden kann auch in Wilpasing. Zum einen gab der Ausschuss grünes Licht für die Errichtung eines Einfamilienhauses unter der Maßgabe, dass sich der Antragsteller nach den Grundsätzen des Weilheimer Modells (Bauland für Einheimische) notariell verpflichtet. Außerdem forderte der Ausschuss noch einen Nachweis über die ordnungsgemäße Entwässerung (Schmutz- und Regenwasser).

Die gleichen Auflagen gelten für den Bau eines weiteren Einfamilienhauses mit Doppelgarage, ebenfalls in Wilpasing. Allerdings störte sich das Gremium an der großflächigen Überdachung über der Garage und dem Eingang und forderte, nur die Doppelgarage mit einem leicht geneigten Satteldach zu versehen.

Eva Langwieder (Mangfall-Bote)

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