Kellerfund ist wie ein Sparschwein

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Der freigelegte Keller - 20 Meter lang, 5,60 Meter breit und in ausgebautem Zustand dann 2,75 Meter hoch - ist mit dicken Außenwänden umgeben.

Bad Aibling - Der frisch entdeckte Keller unter dem "Ausgleichsamt", dem künftigen zweiten Verwaltungsgebäude Am Klafferer, hilft der Stadt Bad Aibling rund 100.000 Euro einzusparen.

Grund: Aus dem Kellerbereich wird das Archiv. Das macht die Pläne, den Grenzbau auf dem Grundstück dafür herzurichten, überflüssig - und damit Kosten von etwa 200.000 Euro. Die Kellersanierung verschlingt lediglich 100.000 Euro. Die entsprechende Änderung in der Genehmigungsplanung begrüßte nun der Stadtrat.

Ein Besichtigungs- und Informationsgang in die "Katakombe" des Ausgleichsamtes überzeugte die Stadträte: Hier lässt sich wunderbar ein Archiv einrichten. Wie berichtet, war der Bereich bei den Sanierungsarbeiten am Gebäude erst vor drei Wochen aufgespürt worden - er war mit Kies, Sand und Split zugeschüttet gewesen, ein Aushub von 300 Kubikmeter Material erfolgte.

Die Höhen der Türen und das Anheben der Parkettböden im Eingangsbereich erläuterte Architekt Kaspar Zehetmair (rechts) gegenüber Stadtrat und Verwaltung.

Inzwischen ist die Gesamtfläche von zirka 100 Quadratmetern freigelegt - in alten Plänen war der Keller nach Angaben von Architekt Kaspar Zehetmair (Bad Aibling) nicht vermerkt. 60 Zentimeter starke Betonwände hat das "Verließ". 18 Grad sind für das künftige Archiv als Raumtemperatur notwendig - insofern, so vermittelte Zehetmair, sei eine weitere Wandisolierung nicht erforderlich - was ebenfalls Kosten spare. Aber: Staubdicht müsse der Raum werden.

Indes lauert CSU-Stadtrat Konrad Gartmeier zufolge bei diesem Hochparterre-Keller die Gefahr im Sommer. Denn: "Dann schwitzen die Wände." An der Humuskante, ja, bestätigte Zehetmair - weswegen er dem Problem mit entsprechender Be- und Entlüftung zu Leibe rücken will.

Vor der spannenden Entdeckung des Kellers hatte der Stadtrat beschlossen, das Archiv im Grenzbau unterzubringen. Strom, Wasser, Umbau - all das hätte angestanden. Geschätzte Kosten: 200.000 Euro. Die Hälfte davon kann nun durch die Verwendung des Kellers beiseite gelegt werden.

Was aber geschieht mit dem Grenzbau? Er soll als provisorisches Ordnungsamt für die Zeit dienen, wo das Rathaus am Marienplatz abgerissen und neu gebaut wird - spätestens also ab 1. Januar 2011 für dann maximal zwei Jahre (Bauzeit Rathaus).

Es wird zurzeit geprüft, ob das gesamte Ordnungsamt dort Platz findet - und ob die am Grenzbau angebauten ehemaligen Garagen ebenfalls für provisorische Büros hergenommen werden können.

Blick aus dem Keller ins Erdgeschoss - für den Raum (unter dem Bürgermeisterzimmer im ersten Stock) muss noch der Boden/Decke eingezogen werden.

Diese Fragen beeinflussen die nächste Frage, wieviele Büro-Container anzumieten sind, um die Ämter aus dem Rathaus vorübergehend Am Klafferer unterzubringen. In den ersten Überlegungen war von acht Stück die Rede. Das könnte sich durch eine Grenzbau/Garagen-Nutzung verringern und ebenfalls Kosten senken - "die Container sind nicht billig", so der geschäftsführende Beamte Peter Schmid.

Steht das neue Rathaus/Bürgerhaus am Marienplatz, werden die Bauten auf der Nordgrenze des Ausgleichsamtes abgerissen - zugunsten von mehr Stellplätzen.

Klafferer, Nordseite: An dieser Stelle wird der Lift mit Treppenhaus errichtet.

Zurzeit führt die Verwaltung auch Gespräche mit den Ladenmietern. Die vier Geschäfte in den Rathaus-Arkaden müsssen für die zweijährige Bauphase ausgelagert werden. Eine vage Idee: Container am Asamparkplatz - allerdings ein teures Unterfangen für die Geschäftsleute. Alternative: in leer stehende Läden ziehen. "Die Mieter möchten natürlich gerne in Nähe des Marienplatzes bleiben", weiß Schmid. Der Platz sei jedoch durch die umfangreichen Bauarbeiten nicht nutzbar, die Stadt aber bemüht, die Mieter bei der Suche nach einem Zwischendomizil zu unterstützen. Die Bücherei wird derweil ins Heimathaus am Asamparkplatz umziehen.

Getüftelt wird in der Verwaltung an der Lösung einer weiteren Aufgabe: Wo sollen all die Veranstaltungen - von der Oldie-Night bis zum Bürgerfest - stattfinden, wenn der Marienplatz gesperrt ist?

Elke Wrede-Knopp (Mangfall-Bote)

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