Abenteuer und Reifeprozess in einem

OVB
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Mehrmals mussten Gebirgszüge mit 2900 Höhenmetern überquert werden.

Irschenberg - Ein Jahr ist das erste Abenteuer her, und das nächste steckt bereits in den Köpfen: Das Kinderdorf Irschenberg hat wieder Großes vor.

Wieder eine Tour, die eine Gruppe aus dem Kinderdorf Irschenberg zusammenschweißen wird und die jungen Menschen innerlich wachsen lässt.

16 Tage lang ging es zu Fuß vom Habachtal über den Großvenediger bis nach Tolmezzo.

So geschah es 2011 bei der dreiwöchigen Alpenüberquerung mit dem Zielpunkt Adria. Das Erlebnis, bei dem allein 400 Kilometer in 16 Tagen nur zu Fuß, außerdem drei Tage per Mountainbike von Irschenberg bis zum Habachtal und schließlich fünf Tage mit zwei Raftingbooten bewältigt wurden, fand jetzt eine kleine Nachfeier im Kinderdorf. Anlass war die Würdigung der Leistung durch den - auch künftigen - Schirmherrn, ein Fachmagazin für Alpine Lebensart.

2011 hatten zwölf Kinder und Jugendliche im Alter von elf Jahren (die Jüngste) sowie 17 Jahren (die Älteste) auf ihrer Alp-Tour, bei der sie über 14.000 Höhenmeter überwanden, viele Fotos gemacht. Auch eine Hausmutter unter den fünf Betreuern lieferte Material. Daraus wurde ein kleiner Film erstellt und nun, bei der Nachlese im Kinderdorf, gezeigt.

Die Protagonisten der ungewöhnlichen "Wanderung" schwelgten dabei in Erinnerungen. "Die Kinder haben sich den täglichen Herausforderungen sehr mutig gestellt", lobt noch heute Hausvater Michael Tuschen die Gruppe. Alles habe vor zwei Jahren mit einem Informationstag begonnen, reflektiert er die Geschehnisse.

Glücklich am Ziel angelangt: Kinder, Jugendliche und Betreuer aus Irschenberg an der Adria.

Generell hatte man das Interesse an einer Alpenüberquerung unter den Kindern abklopfen wollen und bei einer ersten Zusammenkunft ein überraschend großes Echo für eine solche Unternehmung erfahren. Im Verlauf der Vorbereitungen wurde dann unter anderem vermittelt, wie schwer ein Rucksack bei täglichen Wanderungen werden kann oder auch, wie überhaupt und wie am besten ein Gletscher zu begehen ist.

Mit Touren auf den Wendelstein ging es für die Teilnehmer zum Beispiel ins praktische Training. Ein dreiviertel Jahr vor dem Start wurde zweimal die Woche trainiert, auch auf dem Mountainbike.

Den "Reiseverlauf" vom Irschenberg über die Alpen bis nach Lignano an der italienischen Adria planten die Verantwortlichen des Kinderdorfs Thomas Gratzl, Stephi Masch, Klaus Masch, Birgit und Michael Tuschen mit den Teilnehmern selbst. "Bewusst hatten wir eine einsame Strecke gewählt", so Hausvater Tuschen.

Es ging auch darum, einzeln und als Team Grenzen zu erkennen und Hindernisse zu überwinden. "Bei diesem Projekt sind alle innerlich enorm gewachsen. Die Erfahrungen sind für sie Gold wert", beurteilt Tuschen die Reifwerdung.

Das ermuntert dazu, diesem einen Projekt weitere folgen zu lassen. Eine erste Vorstellung für 2013: Durchquerung des Nationalparks Berchtesgaden oder aber die Tour übers Wetterstein-Karwendel-Gebirge.

Einige Teilnehmer von 2011 sind bereits Feuer und Flamme, "neue" Kinder ebenfalls. Tuschen zufolge sind Bergtouren fürs Kinderdorf Irschenberg ohnehin ein besonderes Anliegen: "Wir bieten sie auch in unserem Ferienprogramm an."

Elke Wrede-Knopp (Mangfall-Bote)

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