Holzwurm treibt sein Unwesen

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Die Kirche St. Maria in Lampferding ist vom Holzwurm befallen. Nächste Woche muss sie zur Bekämpfung des Ungeziefers geschlossen bleiben.

Lampferding - Ungeliebte Untermieter hat die Kirche Lampferding. Dort zog der Holzwurm im Gebälk ein. Dieser wird von kommenden Montag bis einschließlich Donnerstag, 1. Juli, mit Gas bekämpft.

Während dieser Maßnahme ist das Gotteshaus geschlossen.

Das hat den Lampferdinger Katholiken gerade noch gefehlt. Eigentlich arbeiten sie daran, die Pläne für die geplante Kirchen-Innenrenovierung zu erstellen und dann das:

Der Holzwurm hat es sich im Gotteshaus in sämtlichen Holzräumen "gemütlich gemacht". Nach Rücksprache mit dem Architekten wurde Kirchenpfleger Sepp Bichler zufolge eine Spezialfirma zur Bekämpfung des Wurms angeheuert. Zunächst wird die Kirche vollständig abgeklebt und abgedichtet. "Dies geschieht am Montag", so Bichler gegenüber unserer Zeitung. Danach werde ab dem frühen Abend drei Tage lang kontinuierlich der Kircheninnenraum mit Gas gefüllt und somit der Holzwurm bekämpft. Laut Begasungsleiter ist der Zugang für die Grabpflege bis zur Absperrung um die Kirche bedenkenlos möglich. Es treten dadurch keine gesundheitlichen Schäden auf.

Die Kosten für diese Maßnahme werden auf 11.000 Euro geschätzt und müssen von der Kirchengemeinde getragen werden. "Gott sei Dank konnten wir in den vergangenen Jahren von der genannten Baukostenpauschale etwas ansparen, das kommt uns jetzt zu Gute", so Bichler.

Nach wie vor ungewiss ist, wann die Kirchen-Innenrenovierung in Angriff genommen werden kann. Derzeit wird gerade die Statik des Dachstuhls in Augenschein genommen. Dieser drücke auf die Außenwände. "Hier ist zu klären, wie lange die Mauern dem Druck standhalten können", betonte Bichler. Darüber hinaus werden der Fäulnisbefall und Bohrungen im Erdreich zur Prüfung des Untergrunds abgeschlossen. Weitere Schäden im Kirchenschiff sind unter anderem Risse im Mauerwerk.

Erst wenn diese Prüfungen abgeschlossen sind, können die Kosten für die Gesamtmaßnahme beziffert werden. "Und dann geht es zunächst ans Spenden sammeln, bevor die Handwerker anrücken", so Bichler, der seit zehn Jahren das Amt des Kirchenpflegers inne hat. Zwar beteilige sich das Ordinariat vermutlich mit einem Zuschuss an der Renovierung, doch der Löwenanteil müsse von der Kirchengemeinde gestemmt werden. "Hier ist zu überlegen, ob man Aktionen beziehungsweise Feste organisiert", meinte Bichler. Doch er gab zu bedenken, dass die Kirchengemeinde Lampferding mit rund 250 Katholiken relativ klein ist.

Dennoch: Die Kirche St. Maria von Lampferding, erstmals erwähnt 1315, ist Bichler zufolge ein Wahrzeichen für den Ort.

sm/Mangfall-Bote

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