Deutsche Bahn an Zusage von 2007 erinnert

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Für die Zeit der provisorischen Durchfahrt der Unterführung an der Fritz-Schäffer-Straße wird ein Abbiegen in die Bahnhofstraße nicht möglich sein. 

Tuntenhausen - Auf einer Sondersitzung des Gemeinderats wurde von Bahnvertretern verlangt, dass nicht zeitgleich zwei Bauprojekte angepackt werden.  

Eine Sondersitzung des Gemeinderats war notwendig geworden, da ein Antrag der Deutschen Bahn auf abweichende Verkehrsführung entgegen der bisherigen Zusagen im Planfeststellungsverfahren für die Bahnüberführung an der Fritz-Schäffler-Straße eingegangen war und nun behandelt werden musste.

Dabei stellten der Vertreter der DB Projekt Bau, Mete Yücel, und der Abgesandte der Baufirma Aicher, Ralph Hößle, ihre Unternehmen erstmal in kein gutes Licht, da sie erheblich verspätet eintrafen und die Sitzung somit mit fast einer halben Stunde Verspätung beginnen konnte.

Verständigung von 2007 in Frage gestellt

Bürgermeister Otto Lederer führte dann aber in das Thema ein: 2007 hatten sich Gemeinde und Bahn darauf verständigt, dass die Brückenprojekte Fritz-Schäffer-Straße (FSS) und Berg nicht gleichzeitig angepackt würden, um einer zeitgleichen Sperrung beider Baustellen entgegenzuwirken.

Am 24. Februar wollte die Bahn dann im Gemeinderat eine Ausnahme geltend machen, die eine Vollsperrung beider Unterführungen für eineinhalb Wochen vorsah. Lederer fragte ganz unverblümt Yücel, warum die Bahn schriftliche Festlegungen einfach ignoriere. Dies konnte oder wollte dieser nicht beantworten, dafür unterbreitete er eine Kompromisslösung in sechs Phasen: Beginnend mit einer Vollsperrung der FSS vom 15. Februar bis 30. März würde ab 23. Dezember bis 31. März die Unterführung Berg eine provisorische Durchfahrt erhalten, die vom Landratsamt schätzungsweise Mitte Januar freigegeben würde.

In der Phase 2 wird FSS von Anfang April bis 12. Dezember als Provisorium geöffnet und in dieser Zeit kann Berg von der Gemeinde fertiggestellt werden. Dies könnte bis Juni geschehen sein, danach müsste man aber an den Wochenenden 13. und 20. Oktober nochmals sperren. Im Jahr 2013 wäre dann die Brücke FSS fertig. Notwendig sei der umgehende Neubau geworden, da die Schäden an der FSS so nachhaltig seien, dass umgehend gebaut werden müsse. Der Bürgermeister leitete dann die Diskussion ein, indem er, nach Erhalt des Vorabzugs des Planfeststellungsbeschlusses vor einigen Tagen, die Aktualität dessen bezweifle, da er sich auf überholte Voraussetzungen stütze. Auch sehe er ein Problem für das Einbiegen von der Staatsstraße in die Bahnhofstraße für die Zeit des Provisoriums, da die Steilheit des Anstiegs zu groß sei.

Hans Thiel (CSU) kritisierte, dass für den Fall, dass die Bahnhofstraße nicht befahrbar sei, dieser Verkehr wieder durch das Dorf müsse. Einen heiklen Punkt sprach Stefan Hofbauer (UW Ostermünchen) an, indem er Yücel fragte, ob die Bahn garantieren kann, dass nicht doch einen gewissen Zeitraum beide Durchfahrten gesperrt seien.

In diese Kerbe schlug dann Lederer, der feststellte, dass sich die DB ProjektBau bislang nicht als verlässlicher Partner dargestellt habe. Hößle von der Firma Aicher brachte dann noch eine zweite Variante ins Spiel, die Lederer aber ablehnte, da die Nachteile überwögen. Laut Yücel wird die Bahn die Vergabe des Baus an Aicher am 19. Januar nach Ablauf der Klagefrist der Gemeinde durchführen.

Erörterung der Umleitungsstrecke

Wichtiges Thema war dann noch die Erörterung der Umleitungsstrecken, die vor allem für den Gelenkbus im Schulbusbetrieb nur eingeschränkt benutzbar wären. Außerdem müsse mit der Bahn eine Begehung aller Umleitungen erfolgen und eine Beweissicherung erfolgen, damit man das Unternehmen bei Schäden durch den aufkommenden Verkehr haftbar machen könne.

Schließlich ließ der Bürgermeister über die beiden Varianten abstimmen und die beschriebene Variante 1 wurde einstimmig favorisiert. Somit formulierte der Bürgermeister einen Beschlussvorschlag, der diese Überlegungen enthält: Variante 1 wird gewünscht. Sämtliche durch diese Maßnahme entstehenden Zusatzkosten sind von der Bahn zu tragen. Reparaturkosten der Umleitungsstrecken gehen ebenfalls zu Lasten der Bahn. Bis 10. Januar muss dies in einer unterschriebenen schriftlichen Erklärung durch die Bahn bestätigt werden. Die Gemeinde behält sich eine Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss vor und weiß auch um die Möglichkeit eines Einspruchs beim Eisenbahn-Bundesamt. Diesem Beschluss stimmten schließlich alle zu.

gbr/Mangfall-Bote

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