Bergwald fit machen für Klimawandel

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Ortstermin im Jenbachtal: Dr. Georg Kasberger erläutert vor Waldbesitzern die Bergwaldoffensive.

Bad Feilnbach - Die Fortverwaltung will angesichts des Klimawandels mit dem neuen Projekt "Bergwaldoffensive" die Schutzwirkung des Bergwalds im Jenbachtal sicherstellen.

Starkregen, Felsstürze, Murenabgänge - laut Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Rosenheim wird sich der erwartete Klimawandel auf den Alpenraum besonders stark auswirken. Bei einem Waldbegang informierten sich zahlreiche Waldbesitzer darüber, wie sie mithelfen können, den Bergwald fit für den Klimawandel zu machen.

Als "positives Signal" der Forstverwaltung beschrieb Bad Feilnbachs Bürgermeister Hans Hofer das Projekt "Bergwaldoffensive". Zusammen mit zahlreichen interessierten Besitzern des Bergwaldes im Jenbachtal ließ er sich von Dr. Georg Kasberger (Leiter der Forstverwaltung Rosenheim), Projektleiter Tobias Hegemann, Harald Przybilla (Revierleiter, Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Rosenheim) und Horst Barnickel vom Wasserwirtschaftsamt Rosenheim an Ort und Stelle über Möglichkeiten zur Gestaltung des Bergwalds aufklären.

Ziel der Offensive ist es, den Bergwald in einen stabilen, zukunftsfähigen Mischwald umzuwandeln, der dem Klimawandel standhält. "Nur ein intakter Wald kann vor Berg- und Felsstürzen, Lawinen und Hochwasser schützen", so Georg Kasberger. Durch die sich verändernden Klimabedingungen seien die Wälder jedoch vermehrt Wetterextremen, Krankheiten und Schädlingen ausgesetzt. "Auswirkungen des Klimawandels, wie die Zunahme der Niederschläge im Winter oder die Ausbreitung des Borkenkäfers, sind bereits sichtbar", erklärte Kasberger.

Um Katastrophen vorzubeugen, wurden vom Freistaat Bayern in sensiblen Gebieten wie dem Jenbachtal "Bergwaldoffensive"-Projekte initiiert. Im Rahmen des Klimaprogramms 2020 sollen zusätzliche Maßnahmen zur Erhaltung und Verbesserung der Schutzwirkung der Bergwälder durchgeführt werden.

Das Projektgebiet umfasst etwa 600 Hektar rund um den Jenbach, so die Forstverwaltung. Die Hänge seien zum großen Teil vernässt und rutschgefährdet. Außerdem neige der Jenbach stark zu Murenabgängen, durch die eine Gefährdung des Orts Bad Feilnbach bestehe.

Die Regierung wende sich mit der "Bergwaldoffensive" bewusst an die Waldbauern, denn der Großteil der Wälder im bayerischen Alpenraum sei in privater Hand, so Harald Przybilla, der für den Bereich Feilnbach zuständig ist. "Wir sprechen die einzelnen Waldbesitzer innerhalb unseres Projektbereichs direkt an, beraten sie, planen Maßnahmen und kümmern uns um die Umsetzung", so Przybilla. Etwa 200 bis 250 Waldbesitzer im Jenbachtal werden kontaktiert.

Um die Maßnahmen aufeinander abzustimmen, müssen die Waldbesitzer die Maßnahmen gemeinsam umsetzen. Der Katalog reicht von der Wiederaufforstung von Kahlflächen, der vorzeitigen Einbringung von schattenverträglichen Baumarten, geht über die Verjüngung und die Pflege der Wälder bis hin zu gemeinsamer Durchforstung sowie Wegebau.

Die Teilnahme am Projekt erfolgt auf freiwilliger Basis. Die Waldbesitzer sollen jedoch von ihrer Investition profitieren. Dies wird durch zahlreiche finanzielle Zuschüsse möglich gemacht. ökologie und ökonomie sollen bei der "Bergwaldoffensive" Hand in Hand gehen.

jum/Oberbayerisches Volksblatt

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