Die nächsten Projekte bereits im Visier

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Pläne für das neue Jahr und darüber hinaus: der Abriss des alten Rathauses, die Gestaltung des Rathausplatzes, der Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses und die Umgestaltung der Rosenheimer Straße. Zeichnung Behnisch-Architekten

Kolbermoor - Pünktlich zum Jahresende ist ein großes Projekt für Kolbermoor vollendet: der Neubau des Rathauses samt Bürgerbüro und neuen Räumen für die Stadtbücherei und die VHS.

Dieser "Meilenstein" für die Stadt war Schwerpunkt des Rückblicks von Bürgermeister Peter Kloo in der Jahresschlusssitzung des Stadtrates - und gleichzeitig wanderten seine Gedanken schon wieder in die Zukunft: Nun soll neben der weiteren Entwicklung des Rathausumfeldes der Bahnhof angepackt werden, der Startschuss dazu ist bereits gegeben.

Die Freude stand dem Rathauschef ins Gesicht geschrieben: über die Fertigstellung des Neubaus und die feierliche Inbetriebnahme des neuen Verwaltungsgebäudes auf der Jahresschlusssitzung des Stadtrates - gleichzeitig die erste Sitzung in den neuen Räumen.

Bereits bei seinem Amtsantritt vor zehn Jahren, so der Bürgermeister, habe er die Vision von einem Rathaus mit Bürgerbüro als "kundenorientiertes Dienstleistungszentrum" gehabt - bei den damaligen Voraussetzungen im alten Rathaus aber kaum umsetzbar. Gleichzeitig, erinnerte Kloo, sei bereits 1989 erstmals über eine Erweiterung oder Modernisierung des Rathauses diskutiert worden - doch stets hätten andere Projekte in der rasant wachsenden Stadt Priorität gehabt: der Neubau der Hauptschule, Kindertagesstätten, das damals noch betriebene Krankenhaus, ein neuer Bauhof und vieles mehr. "Das Rathaus wurde immer nach hinten geschoben", so Kloo.

Erst mit Neubelebung des Spinnereiareals und der Chance, das Rathaus mit Bücherei und VHS im historischen "Neubau" auf der Spinnereiinsel unterzubringen, habe die Diskussion wieder an Fahrt gewonnen. "Auch wenn es damals nicht möglich war, diese sicherlich spannende Vision in die Tat umzusetzen, so haben diese Diskussionen gezeigt, dass es bei einem Rathausneubau um mehr geht als nur um die Schaffung von geeigneten Büros und Sitzungsräumen", zeigte sich der Bürgermeister überzeugt.

Rathaus: Entwicklung der Innenstadt

Rückblickend sieht Kloo in dieser Diskussion zudem einen wichtigen Meilenstein für eine nachhaltige Stadtentwicklung: "Denn es war schnell klar, dass wir mit dem Neubau des Rathauses auch eine nachhaltige Entwicklung unserer Innenstadt haben."

Dies habe mitunter auch der städtebauliche Wettbewerb im Jahr 2008 aufgezeigt, so Kloo weiter. Was folgte, war ein Bebauungsplan für das Rathausquartier zwischen Angerbauer- und Ludwigsstraße, der wiederum Grundlage für den Realisierungswettbewerb im Jahr 2010 war, den schließlich das Stuttgarter Büro Behnisch für sich entschied. Ziel war nach Angaben von Kloo, kein Rathaus einzig zur Beherbergung der Verwaltung zu errichten, sondern ein Zentrum für die Bürger, wo sie die Stadtverwaltung als Dienstleister erfahren können, Kultur und Bildung vorfinden in Form einer zeitgemäßen Bücherei und einladenden Räumen für die VHS. Alles in allem: eine Belebung des Stadtkerns. "Und ich denke, dass uns das mit diesem Bau sehr gut gelungen ist", meinte der Bürgermeister, der sich zudem stolz zeigte über das Einhalten des Kostenrahmens von 10,8 Millionen Euro (aktuelle Berechnung: 10,5 Millionen Euro, wir berichteten). Letzteres schreibt Kloo neben der guten Zusammenarbeit mit Behnisch-Architekten insbesondere Stadtbaumeister Andreas Meixner zu, wie er explizit herausstellte.

Während die Freude über den Abschluss des Neubaus noch groß ist, wandern die Gedanken des Bürgermeisters schon wieder in die Zukunft: Denn die ersten Planungen für die Entwicklung des Rathausumfeldes sind angelaufen, die Eckpunkte für das neue Wohn- und Geschäftshaus, das anstelle des Altbaus errichtet werden soll, sind im Arbeitskreis "Rathaus" des Stadtrates festgezurrt. Anfang 2013 soll dies Thema im Stadtrat werden, wie Kloo ankündigte, ebenso der Bau eines Parkdecks auf dem Gelände des Jugendtreffs. Dieser soll im Herbst in den Neubau nördlich der Pauline-Thoma-Schule umsiedeln. Der Rathauschef ist überzeugt davon, mit dem Angebot von Parkplätzen einen entscheidenden Faktor für die Attraktivität des gesamten Umfeldes zu schaffen - "nicht nur für Gewerbe, auch für Wohnbau."

Die Planungen für das Rathausumfeld sollen letztendlich mit dem Umbau der Rosenheimer Straße (Baumpflanzungen, Mittelstreifen) und der beiden Ampelkreuzungen Flur- und Ludwigsstraße (Minikreisel) abgeschlossen werden.

Als einen Meilenstein für die Stadtentwicklung beurteilt der Bürgermeister auch die energetische Versorgung des neuen Rathauses: mit Fernwärme der Firma Stangelmayer, womit der Einstieg in ein Fernwärmenetz für die Innenstadt getan ist, betrieben über den kommunalen Energieversorger "Innergie" (ehemals Inngas). Bereits 2013 soll nach Angaben von Kloo die Leitung ausgebaut und zwei Mehrfamilienhäuser in der Schuhmannstraße angeschlossen werden.

Nächstes Großprojekt: Bahnhof und Umfeld

Als ein weiteres Großprojekt kündigte Kloo die zuletzt angestoßene Umgestaltung des Bahnhofes und dessen Umfeld samt Tonwerksunterführung an: "Ein Werk, was lange dauern und uns beschäftigen wird, das aber auch ein reiches Werk für unsere Stadt werden wird."

Nachhaltige Veränderungen im Stadtbild wird nach den Worten des Bürgermeisters zudem die Entwicklung am Glasberg mit sich bringen. Die Überplanung des Areals mit neuer Wohnbebauung laufe auf Hochtouren. Gleichzeitig habe die Stadt für die Unterbringung der Bewohner und Obdachlosen gesorgt, versicherte Kloo.

Weiter fortgeführt wird 2013 zudem die Sanierung der Werkssiedlung aus Spinnereizeiten. Gelder hierfür fließen nach Angaben des Bürgermeisters aus den Verkäufen von städtischen Wohngebäuden auf der Karolinenhöhe und Am Graben.

Abgeschlossen wird im neuen Jahr überdies das Abwasserkonzept der Stadt: "Ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz", betonte Kloo. Nach dem Lückenschluss zwischen der Aiblinger Au und Pullach soll nun in einem letzten Schritt auch Schlarbhofen an die zentrale Abwasserentsorgung angebunden werden.

Mit dem Dank an die Mitarbeiter der Stadt, an den Stadtrat sowie an alle Vereine, Organisationen und Ehrenamtlichen für ihr Engagement und zugleich den besten Wünschen für 2013 schloss der Bürgermeister seinen Rückblick.

Rosi Gantner/Mangfall-Bote

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