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Glückliche Schüler und Lehrer

150-Jahr-Feier an der Mangfallschule in Kolbermoor: Festsaal zum ersten Mal seit der Corona-Pandemie wieder voll

Bei der Feier des 150-jährigen Schuljubiläums präsentierte sich auch der Lehrerinnenchor äußerst gut aufgelegt. Sie sangen für ihre Schüler ein Lied nach einem bekannten Titel der „Sportfreunde Stiller“, das sie eigens für diesen Zweck umgeschrieben hatten.
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Bei der Feier des 150-jährigen Schuljubiläums präsentierte sich auch der Lehrerinnenchor äußerst gut aufgelegt. Sie sangen für ihre Schüler ein Lied nach einem bekannten Titel der „Sportfreunde Stiller“, das sie eigens für diesen Zweck umgeschrieben hatten.

Endlich wieder so richtig feiern, das konnten Lehrer, Schüler und Eltern beim Jubiläumsfest der Kolbermoorer Mangfallschule. Ein buntes Programm war geboten und der Chor der Lehrerinnen hatte sogar einen bekannten Song der „Sportfreunde Stiller“ ihren Schützlingen umgewidmet.

Kolbermoor – Zum ersten Mal seit zweieinhalb Jahren, sagte Rektorin Christa Wagner im voll besetzten Mareis-Saal, könne die Schulfamilie der Mangfallschule ein Fest wieder „richtig“, das heißt, gemeinsam feiern: „Das macht richtig glücklich“.

Ihre Freude war verständlich, denn das Fest, das man feierte, war nicht irgendeines, sondern der 150. Geburtstag der Schule. Und gefeiert wurde, diesem besonderen Anlass entsprechend, eigentlich den ganzen Tag. Im Mittelpunkt standen diejenigen, die eine Schule hauptsächlich ausmachen, nämlich die Kinder.

Großes Programm in 17 Stationen

Schon beim offiziellen Festakt am Vormittag hatten sie mit vielen Liedern und Gedichten das Programm bestimmt, der Nachmittag aber gehörte ihnen dann völlig. In 17 Stationen, verteilt über die beiden Schulhäuser fand sich ein buntes Unterhaltungsprogramm: Von der Hüpfburg bis zum Kinderschminken, vom Stofftaschen-Bemalen bis zu Mülltrenn-Spielen war jede Menge Unterhaltung geboten. Die Kinder waren dabei nicht nur zum Konsumieren da, sondern sie waren auch Veranstalter: Jede Station hatten sie mit ausgedacht und mit aufgebaut, halfen im Wechsel auch bei der Betreuung mit. Selbst die wirklich sehenswerte kleine Ausstellung über die Schulgeschichte war auch mit ihr Werk gewesen.

Schüler sind heute Partner

Schon bei der Festveranstaltung am Vormittag hatte Schulamtsdirektor Herbert Unterreiner darauf hingewiesen, wie sehr sich Schule in den vergangenen 150 Jahren verändert hat. Er hatte ein Bild mitgebracht, das später auch in der Ausstellung zu sehen war: Der Lehrer ein äußerst streng blickender Herr - schon wegen des „Tatzensteckens“, den er in der Hand hielt, durch und durch Respektsperson. Das Klassenzimmer dicht gefüllt, nur die Buben dabei aber auf den Bänken sitzend, den Mädchen blieb damals nur der Platz am Rand. Heute hingegen sind die Kinder nicht als zu disziplinierende Objekte, sondern als Partner am gemeinsamen Projekt Schule gesehen.

Schule, da waren sich auch Rektorin Christa Wagner und Bürgermeister Peter Kloo einig, sei eben ein Spiegel der Gesellschaft und die hat sich in den vergangenen eineinhalb Jahrhunderten zumindest hier zum Positiven verändert. Doch sei dieser Spiegel – und auch da bestand Konsens unter allen Festrednern – keine Einbahnstraße: Schule hat durchaus auch Auswirkungen auf die Gesellschaft, denn zu einem Gutteil wird hier der Grundstock für unser zukünftiges Zusammenleben gelegt.

Die Schüler jubelten dem Chor ihrer Lehrerinnen zu.

Und deshalb ist es von erheblicher Bedeutung, dass die Mangfallschule eine Schule gegen Rassismus, eine Schule für Courage ist. Eine vor drei Jahren erhaltene Auszeichnung für ein Miteinander ohne Grenzen und Vorurteile, das an der Schule Tag für Tag mit Leben gefüllt wird: Kinder aus 20 Nationen sind hier vereint, einige davon hatten gemeinsam in ihren Muttersprachen die Gäste zu Beginn der Vormittagsveranstaltung begrüßt. Auch sonst hatten die Lieder, die die Kinder vortrugen, viel mit Gemeinsamkeit zu tun, mit einem Zusammenhalt, der keine Nationalitäten kennt.

Bürgermeister Peter Kloo zeigte sich stolz

Bürgermeister Peter Kloo zeigte sich durchaus stolz über diesen an der Schule gepflegten Geist. Man stünde, so sagte er, hier in der besten Tradition Kolbermoors, das schon in seinen Anfängen im gewissen Sinn eine Multikulti-Stadt gewesen sei: Die Arbeiter der Spinnerei aus allen Teilen Deutschlands und auch aus benachbarten Ländern rekrutiert.

Wirklich wesentlich ist bei einer Schule jedoch weniger, wie sie die Erwachsenen sehen, sondern was die Kinder von ihr halten. Und die, den Eindruck hatte man den ganzen Tag über, sind mit ihrer Schule so glücklich, wie man das als Schüler nur irgend sein kann.

Bürgermeister Peter Kloo bei seiner Rede.

Deutlich wurde das bereits am Vormittag: Hatten die Kinder die Lieder ihrer Mitschüler schon begeistert beklatscht, kannte der Jubel buchstäblich keine Grenzen mehr, als die Lehrerinnen auf die Bühne traten. Sie gaben in einem Lied, für das sie den Song „Applaus, Applaus“ der Sportfreunde Stille abgewandelt hatten, eine große Liebeserklärung an ihre Kinder ab und diese erwiderten sie aus ganzem Herzen. Man hat es zwar nicht sehen können, aber bei so viel positiven Emotionen ist gut möglich, dass auch das alte Schulhaus gerührt gewesen sein dürfte: „Ein wirklich wunderschöner Geburtstag“, mag es geflüstert haben.

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