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Termin beim Bürgermeister

„Müssen uns Gehör verschaffen“: Gesamt-Elternbeirat fordert Luftfilter für Kolbermoorer Schulen

Der kleine weiße Kasten ist eine CO2-Ampel, im Werkraum der Pauline-Thoma-Schule steht das Gerät auf dem Schreibtisch und schlägt Alarm, wenn gelüftet werden muss.
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Der kleine weiße Kasten ist eine CO2-Ampel, im Werkraum der Pauline-Thoma-Schule steht das Gerät auf dem Schreibtisch und schlägt Alarm, wenn gelüftet werden muss.

Der Gesamtelternbeirat der drei Kolbermoorer Schulen hat sich zusammengeschlossen und eine Online-Petition auf den Weg gebracht. Die Forderung: „Unsere Kinder brauchen Schutz – Eltern fordern Luftfilter – jetzt“.

Kolbermoor Die Begründung: „Bereits im letzten Schuljahr haben sich die Schulen dafür ausgesprochen und die Elternbeiräte dafür stark gemacht. Umgesetzt wurden zwar CO2-Ampeln, aber jedes Instrument, welches die Sicherheit unserer Kinder erhöht, soll Beachtung finden – noch dazu, wenn Gelder dafür bereitstehen“, heißt es in der Begründung, die unterhalb der Online-Petition zu lesen ist.

Antworten gefordert

„Wir müssen uns endlich Gehör verschaffen“, erklärt Franziska Srp-Cappello. Die stellvertretende Vorsitzende des Kolbermoorer Gesamtelternbeirates, der sich aus den drei Vorsitzenden und drei Stellvertretern der Kolbermoorer Schulen zusammensetzt, ist die Initiatorin der Petition. Aber der Beirat steht geschlossen hinter ihr: „Wir haben das gemeinsam entschieden. Wir wollen Antworten auf unsere Fragen.“

Eine davon lautet beispielsweise „warum bekommen wir keine Luftfilter an den Kolbermoorer Schulen?“ Sie zählt auf: In Tuntenhausen, in Bruckmühl und Prutting gibt es diese Anlagen – „bei uns nicht“. „Es kann doch nicht sein, dass im mittlerweile dritten Schuljahr einfach nichts vorwärts geht.“

Die Angst der Eltern ist es, dass die Schulen wieder schließen müssen, erklärt die zweifache Mutter. Was über Monate der Fall war und Franziska Srp-Cappello ihre beiden Kinder zuhause neben ihrer Arbeit als „Behelfslehrerin unterrichtet“ hat. „Das kann einfach nicht sein.“ Denn „schon jetzt sind sehr viele Lehrer krank“, sagt sie. Ergo: „Es könnte sein, dass die Schulen auch deshalb zumachen müssen.“

Klar, ihr leuchte das „Pro & Contra“ seitens der Stadt für die Luftfilter ein.

Stadt hat CO2-Ampeln angeschafft

Dennoch: „Wenn das nicht geht, müssen andere Maßnahmen ergriffen werden.“ Welche? „Mobile Filteranlagen, Trennwände aus Plexiglas“, zählt sie auf. Im Sommer habe sie Stadtrat Leonhard Sedlbauer (CSU) angesprochen, der hat die Thematik auch im Stadtrat vorgebracht. In der Sitzung hatte man sich darauf geeinigt, dass die Stadtverwaltung eine Anfrage an die Schulen rausschickt, ob der Bedarf an CO2-Ampeln vorhanden sei. War er, die Geräte hat die Stadt angeschafft in allen Kolbermoorer Schulen stehen nun diese Ampeln.

Im Oktober fragte Srp-Cappello dann in der Bürgerfragestunde, die eine Viertelstunde vor der Stadtratssitzung beginnt, nochmal nach, ob die Schulen mit Luftfiltern ausgestattet werden.

Geteilte Meinung über Nutzen der Geräte

„Das werde nicht der Fall sein“, erläuterte in der damaligen Sitzung Dieter Kannengießer (Parteifreie Kolbermoor), der die Sitzung leitete. Die Begründung: Bei der Frage nach dem Nutzen derartiger Geräte seien die Meinungen ja nach wie vor geteilt, auch die Wissenschaft sei sich in der Beurteilung nicht einig, es gäbe ebenso Gutachten die sich dafür, wie solche, die sich dagegen aussprächen.

Zu einer Beurteilung, wer nun Recht habe, seien weder die Verwaltung noch der Stadtrat in der Lage, sagte er. Aber mit dieser Aussage will sich der Gesamtelternbeirat nicht zufrieden geben. Franziska Srp-Capello hat sich jetzt einen Online-Termin bei Bürgermeister Peter Kloo geben lassen – der soll Mitte Dezember stattfinden. Worum geht es ihr dabei? „Wir wollen in Dialog treten und Ernst genommen werden“, sagt sie. Schließlich gebe es Fördergelder für die Anlagen – warum werden die nicht genutzt?

Anlagen kosten zwischen 6000 und 8000 Euro

Rathauschef Peter Kloo sagt auf Anfrage, dass „wir keinen Grund sehen, die Filter aufzustellen“. Und deutlich: „Solange wir nicht verpflichtet sind, welche anzuschaffen, tun wir es nicht.“ Kloo rechnet vor: Ein Gerät kostet zwischen 6000 und 8000 Euro – bei 56 Klassenzimmern komme man in einen mittleren sechsstelligen Bereich. Obendrein müsse das europaweit ausgeschrieben werden – „vor Oktober bekämen wir keine Geräte.“ Und: Die Luftfilter ersetzen das Lüften nicht, führt er weiter aus. Auch dem Vorschlag, „Plexiglas-Trennwände aufzustellen“, erteilt er eine Absage.

Franziska Srp-Cappello: „Die Petition zieht schon Kreise. Ich wurde jetzt bereits von Eltern angesprochen, ob man die Petition auch auf Kitas ausweiten könnte“, erzählt sie.

Rektoren in Kolbermoor sind geteilter Meinung

Der Mangfall-Bote sprach mit den Rektoren der Schulen.

Markus Rinner, Rektor der Pauline-Thoma-Schule, sagt: „Wir brauchen die nicht. Es liegt vielleicht an den örtlichen Gegebenheiten – da lässt es sich wunderbar querlüften, was ein- bis zweimal in der Schulstunde passiert. Obendrein bin ich der Ansicht, dass Filter das Lüften nicht ersetzen.“ Wie ist es denn mit den Krankheitstagen der Lehrer? Der Gesamtelternbeirat befürchtet ja, dass es zu Schulschließungen kommen könnte, „weil viele Lehrer krank sind“, sagt Srp-Cappello. Das kann Rinner nicht bestätigen. „Wir haben Glück. Bei uns ist die Anzahl der Krankheitstage derzeit wie in jedem Jahr.“

Carola Vodermaier, Rektorin der Adolf-Rasp-Schule, erklärt, „dass das Kollegium die Anschaffung von Luftfiltern befürwortet“. Sie hatte deshalb auch schon versucht, die Rektor-Kollegin in Prutting zu erreichen, an deren Schule es Luftfilter gibt und die sollen auch „leise sein“. Carola Vodermaiers Schüler sind zwischen sechs und zehn Jahren alt und sie sitzen mit dicker Jacke und Mütze im Unterricht, da alle 20 Minuten gelüftet wird. Es ist kalt – die Kinder frieren, sagte sie. Den 20 minütigen Turnus geben die CO2-Ampeln vor, die seitens der Stadt angeschafft wurden. „Dass wir die haben, finde ich toll“, sagt sie. Mehr Krankheitstage bei ihrem Lehrerkollegium verzeichnet sie nicht. Das Problem liegt vielmehr darin, dass „wir generell zu wenig Lehrer haben“.

Christa Wagner, Rektorin der Mangfallschule: „Prinzipiell wünschen wir uns diese Geräte. Und das habe ich bereits der Stadt mitgeteilt. Es ist einfach kalt in den Räumen und wir erhoffen uns von den Luftfiltergeräten, dass sie die Lüftungsintervalle reduzieren. Obendrein ist durch das Lüften natürlich auch die Energieeffizienz gruselig.“ Und wie schaut es mit den Krankheitstagen der Lehrer an der Mangfallschule aus? „Ja, es sind viele Kinder und auch Lehrer krank, aber das hat viele Ursachen und ist sicherlich nicht auf das Fehlen der Lüftungsanlagen in der Schule zurückzuführen.“

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