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Wechsel aus familiären Gründen

„Das Fundament ist gelegt“: Das ist der neue Klimaschutzmanager der Stadt Kolbermoor

Den Staffelstab in Sachen Klimaschutz hat Martin Roith (rechts) jetzt an Thomas Ertl weitergegeben. Roith wechselt aus privaten Gründen nach Augsburg, möchte Kolbermoor aber nicht aus den Augen verlieren: „Die Stadt liegt mir am Herzen, ich verstehe mich gut mit Thomas – logisch, dass ich da die Entwicklung verfolgen werde.“
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Den Staffelstab in Sachen Klimaschutz hat Martin Roith (rechts) jetzt weitergegeben. Roith wechselt aus privaten Gründen nach Augsburg, möchte Kolbermoor aber nicht aus den Augen verlieren.

Relativ jung ist die Stelle des Kilmaschutzmanagers in Kolbermoor. Jung sind auch die Mitarbeiter, die sie mit Leben erfüllen. Deshalb sorgen private Familienplanungen auch dazu, dass nun schon der dritte Klimaschutzmanager den Staffelstab übernimmt.

Kolbermoor – „Das Fundament ist gelegt, es galt und gilt jetzt, darauf aufzubauen“. So beschreibt Martin Roith, der scheidende Klimamanager der Stadt Kolbermoor, seine Aufgabe und die seines Nachfolgers Thomas Ertl, der seit Oktober im Amt ist.

Der „Fundamentleger“ der ersten Stunde war Martin Korndörfer, der allererste Klimamanager der Stadt. Dieser habe bereits viele Projekte angestoßen. Seine Aufgabe, so Martin Roith, sei es vor allem gewesen, dem Klimaschutzmanagement zunächst einmal Raum zu verschaffen.

Neues Portfolio der Stadt hat Fuß gefasst

„Es kam mit dem Klimaschutzmanager nicht nur ein neuer Mitarbeiter ins Team der Stadtverwaltung, sondern auch ein neuer Themenschwerpunkt“, macht Roith klar. Fuß zu fassen und von einer noch weitgehend unbekannten „Neuigkeit“ zu einem selbstverständlichen Teil des Portfolios der Stadt zu werden, brauche aber einfach Zeit.

Das Klimaschutzmanagement zu verstetigen, war deshalb auch für Martin Roith ein wichtiges Ziel. Eine Bemühung, die ihren deutlichsten Ausdruck wohl im Synergiefestival fand, das im September stattfand. „Ich habe erfahren dürfen, dass das Interesse der Kolbermoorer Bürger in Sachen Klimaschutz und Energiesparen steigt – und das nicht erst, seit sich der Ukrainekrieg auf die Energieversorgungssituation auswirkt“, sagt er.

Auf der anderen Seite gebe es viele Anbieter mit Lösungsansätzen, nicht wenige darunter mit neuen und äußerst vielversprechenden Konzepten. Überraschenderweise seien aber viele von ihnen noch Einzelkämpfer. Sie untereinander ins Gespräch zu bringen und damit Austausch und Vernetzung zu ermöglichen, sei deshalb ein Ziel des Synergiefestivals gewesen. Zudem sollte die Vielfalt der möglichen Lösungsansätze den Bürgern nahegebracht werden.

Genau das ist der Punkt, den auch Thomas Ertl – der nunmehr dritte Klimaschutzmanager der Stadt – als seinen ersten Arbeitsschwerpunkt sehen möchte: „Es besteht gerade in Sachen Energiesparen, im Bereich wirklich sinnvoller Heizungs- und Gebäudeoptimierung noch ein riesiger Informationsbedarf bei den Menschen“, stellt er fest. Die Flut der Tipps, die im Internet und auf vielen Medienportalen zu finden seien, gäben da ein falsches Bild. Es seien dort meist allgemeine Ratschläge zu finden. Wer sich mit ihnen rüste, habe am Ende bestenfalls ein Halbwissen, das ihn aber im konkreten Fall nirgendwohin bringe.

Ertl: „Beratung zur Energieverbrauchsoptimierung muss sich immer am konkreten Objekt orientieren, wenn sie tatsächlich Ergebnisse bringen soll.“ Hier stehe der Einzelne vor entscheidenden Fragen wie: Wo am eigenen Objekt ist ein Optimierungsansatz tatsächlich vielversprechend – bei der Heizung, den Fenstern oder der gesamten Gebäudehülle?

Das Kolbermoorer Klimaschutzmanagement bemühte sich in enger Zusammenarbeit mit der Verbraucherzentrale hier bereits um eine effektive Beratung. Thomas Ertl möchte dieses Angebot nun noch erweitern. Etwa durch Seminarangebote, zum Beispiel zum Themenkomplex Fensteraustausch und Schimmelbefall. „Gerade hier kursieren die wildesten Gerüchte. Eine konkrete Vorstellung von der Ursachenkette, die dann tatsächlich zu Schimmel führen kann, hat aber kaum jemand.“ Große Hoffnung setzt er für die Zukunft dabei auch auf den „Energiewendeverein“, der sich gerade in Gründung befindet. Wenn der Verein einmal etabliert sei, so die Überzeugung von Ertl, werden die Bürger in ihm eine weitere Anlaufstelle haben, bei der sie eine fundierte und absolut neutrale Beratung bekommen können.

Wichtige Zahnräder greifen ineinander

Weitergeführt wird selbstverständlich die intensive Zusammenarbeit mit Veronika Winkler, der Mobilitätsmanagerin der Stadt. „Bei Klimaschutz und der Verbesserung des städtischen Lebensalltags sind wir schließlich wie zwei Zahnräder, die eng ineinandergreifen“ meint Ertl. Überhaupt buchstabiere sich Klimaschutz für ihn vor allem als „Arbeit am Möglichen und das direkt vor Ort“. Das Weltklima als großes Ganzes im Blick zu haben und daraus Energiesparziele abzuleiten, sei eines, sagt er. Konkrete Maßnahmen und Beratungen, die unmittelbare Ergebnisse zeigten, könnten aber vor allem im regionalen Umfeld verwirklicht werden. Und genau dafür will sich Thomas Ertl als neuer Klimaschutzmanager der Stadt Kolbermoor einsetzen.

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