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Fachbücher, Krimis und Romane

Das lesen die Kolbermoorer im Winter

Vor dem hell erleuchteten Weihnachtsbaum in der Stadtkirche Kolbermoor liest Pastoralreferentin Martina Mauder (48) das Buch „Gottesdienst und Macht: Klerikalismus in der Liturgie“.
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Vor dem hell erleuchteten Weihnachtsbaum in der Stadtkirche Kolbermoor liest Pastoralreferentin Martina Mauder (48) das Buch „Gottesdienst und Macht: Klerikalismus in der Liturgie“.

Kolbermoor – Nach Weihnachten kehrt meist Ruhe ein, man kann die Seele mal s ordentlich baumeln lassen und greift zu einem guten Buch. Der Mangfall-Bote hat neun Kolbermoorer gefragt, was bei ihnen gerade auf dem Nachtkasterl liegt.

Gudrun Holzhauser (58) leitet die Kolbermoorer Stadtbibliothek und ist eine richtige Leseratte. Zwei bis drei Bücher liest sie in der Woche. Aktuell blättert sie durch den Roman „Dallmayr: Der Traum vom schönen Leben“ von Lisa Graf. An der Familiengeschichte gefallen ihr besonders die historischen Details und dass sie in München spielt. „Man kennt dort ja einige Straßen und Plätze“, sagt Holzhauser. Zudem sei das Werk „gut geschrieben“.

Meistens liest sie im Bett, bevor sie schläft. Am Wochenende kocht sie sich auch mal einen Tee und legt sich auf ihr Sofa – zum Entspannen. „Es gibt nichts besseres als ein gutes Buch“, sagt die Bibliotheksleiterin.

Peter Kloo (59) nutzt derzeit die freien Abende, denn viele Termine gebe es derzeit am Abend coronabedingt nicht. Und dann liest er im Moment das Buch „Die resiliente Gesellschaft: Wie wir künftige Krisen besser meistern können“. Da kämpft er sich durch, erzählt der Rathauschef. Und geht es dann immer auf die Couch? „Nein, ich kann überall lesen, wenn ich Zeit habe.“

Katharina Nebauer (74) ist die Vize-Vorsitzende der AWO. Jeden Morgen am Frühstückstisch ist es im Hause Nebauer das gleiche Bild: „Ich lese den Roman ,Der Müller-Peter von Sachrang‘, der im Mangfall-Boten erscheint“, erzählt sie. Und während sie liest, muss Ruhe herrschen. Aber das ist ohnehin der Fall, denn ihr Mann liest den vorderen Teil der Zeitung. „Wir teilen uns die Zeitung immer auf“, sagt Nebauer und lacht.

Stefan Reischl (49) ist der Leiter des Heimatmuseums und da liegt es in der Sache, dass die Bücher, die er liest meist Geschichte und Politik betreffen. Derzeit liest er einen dicken Schinken über „Ludwig IIII.“. erzählt er. Er war der Cousin von Ludwig II. Um einen Roman handelt es sich dabei nicht, sondern es ist eher wissenschaftlich. Wenn es darum geht, wo Reischl das Buch aufschlägt, sagt er: „Auf der Couch oder im Bett.“ Mittlerweile liest er nicht mehr soviel – das sei der knappen Zeit geschuldet. In der Jugend hat er viel mehr gelesen: „Am liebsten was von Jules Verne.“

Martina Mauder (48) liest momentan das Fachbuch „Gottesdienst und Macht: Klerikalismus in der Liturgie“. Als Pastoralreferentin der Stadtkirche Kolbermoor interessiert sie das Werk besonders, weil sie die Situation der katholischen Kirche nachdenklich mache. „Die Kirchenaustritte stapeln sich, aber woran liegt das?“, fragt sich Mauder. In dem Fachbuch versucht sie Antworten zu finden. Darin wird auf die Rolle von Klerikern, Seelsorgern, Gremien und der Menschen, die Gottesdienste besuchen, eingegangen und auf deren Mitgestaltung und Beteiligungsmöglichkeiten.

Zusätzlich liest die Pastoralreferentin „Weil Gott es so will“. Schwester Philippa Rath hat für das Buch „persönliche und bewegende“ Geschichten von 150 Frauen gesammelt, die von ihrer Berufung zur Diakonin oder Priesterin erzählen. Ansonsten blättert Mauder auf ihrer Couch gerne durch historische Romane von Petra Schier, Andrea Schacht oder Lucinda Riley.

Rektorin Carola Vodermaier hat aktuell kaum Zeit zum Lesen

Dagmar Badura (63) leitet das Kolbermoorer Bürgerhaus und liest fast ausschließlich Krimis. Zu ihren Lieblingsautoren gehören Andreas Föhr, Jörg Maurer, Donna Leon und Nele Neuhaus. „Ich mag besondere Charaktere und wenn man den Mörder nicht sofort erkennt, sondern alles etwas verzwickt ist“, sagt Badura. Aktuell liegt „Funkenmord“ von Michael Kobr und Volker Klüpfel auf ihrem Nachttisch. Denn ohne ein paar Seiten zu lesen, könne sie nicht einschlafen. Um Verletzungen zu vermeiden, kauft sie nur noch Taschenbücher. „Einmal ist mir ein gebundenes Buch auf die Nase gefallen, das tat weh“, erzählt sie und lacht.

Carola Vodermaier (46) ist die Rektorin der Adolf-Rasp-Grundschule und liest am liebsten Krimis von Franz Eberhofer. Dabei könne sie am besten abschalten – ob auf der Couch im Winter und am See oder im Garten im Sommer. Die Schulleiterin bedauert, dass sie dafür aktuell keine Zeit hat. „Momentan lese ich hauptsächlich dienstliche Mails vom Kultusministerium“, sagt Vodermaier und lacht. Sie hofft, dass sich die Coronalage im kommenden Jahr beruhigt und sie dann wieder mehr Zeit hat in Fantasiewelten abzutauchen.

Notenbücher als Lieblingslektüre

Dieter Kannengießer (64) liest als Musiker und zweiter Bürgermeister nicht nur Notenbücher und Anträge der Kolbermoorer Bürger, sondern auch Fachliteratur über Videoschnitt. „Ich mache manchmal kleine Musikvideos für Youtube“, erklärt Kannengießer. Dieses Jahr habe er für Weihnachten „Blue Christmas“ gecovert, vergangenes Jahr „Feliz Navidad“. Mit Hilfe der Fachbücher wolle er die kurzen Filme verbessern, lerne die Software zu bedienen und Audio- und Videospuren zu bearbeiten. Auch während den Feiertagen will er sich damit beschäftigen – „aber natürlich auch mit der Familie“.

Manchmal lese er zudem politische Bücher und Biografien. Von dem Journalisten Ulrich Wickert habe er einige Taschenbücher. „Das ist aber nicht meine Leidenschaft“, sagt Kannengießer. Musikbücher habe er hingegen jede Menge und für jede Stimmung – ob für ein Treffen am Lagerfeuer oder Weihnachten.

Birgit Molnar (52) ist Pfarrerin der Evangelisch-Lutherischen Kreuzkirche Kolbermoor und kommt momentan kaum dazu, ein gutes Buch zu lesen, denn es gibt viel zu tun. „Ich muss die Gottesdienste vorbereiten“, sagt Molnar. Wenn sie doch etwas Zeit haben sollte, beschäftige sie sich ausschließlich mit theologischer und spiritueller Lektüre. „Das bringt mich in meinem Beruf weiter“, so die Kolbermoorer Pfarrerin. Durch die Fachliteratur könne sie neue Erkenntnisse erlangen. Am liebsten liest Molnar in einem Sessel oder in ihrem Büro.

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