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Endlich wieder Biennale

Die Feuer lodern wieder: Kolbermoor im Schmiede-Fieber - Das sind die Highlights

Ein besonderer Höhepunkt bei der Schmiede-Biennale in Kolbermoor ist stets das Nachtschmieden.
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Ein besonderer Höhepunkt bei der Schmiede-Biennale in Kolbermoor ist stets das Nachtschmieden.

Ladies Night, glühende Feuer, Kunstwerke und Mystik: Mit Paukenschlägen sind sie Anfang August zurück in Kolbermoor, die Schmiede aus aller Herren Länder. Nach der Corona-Pause lodert die Glut wieder bei der Biennale des Rings der Europäischen Schmiedestädte. Organisator Peter Elgaß verrät Details.

Kolbermoor – Anfang des Jahres war es noch nicht sicher, ob die 13. Biennale der Schmiede heuer wegen Corona stattfinden kann. Jetzt steht fest: Nach vier Jahren gibt es wieder ein Schmiedetreffen in Kolbermoor. Es findet vom 4. bis 7. August auf dem Platz vor dem alten Kolbermoorer Rathaus statt – und Staatsminister Hubert Aiwanger wird am Vorabend um 18 Uhr zur Eröffnung am Amboss stehen. Wir sprachen mit Organisator Peter Elgaß über das, was die Besucher erwartet.

Organisator Peter Elgaß.

Herr Elgaß, nach der coronabedingten Zwangspause heißt es nun endlich wieder „an den Amboss, fertig, los“ in Kolbermoor. Wie sehr juckt und kribbelt es den Schmieden und Veranstaltern schon in den Fingern? Wie geht es Ihnen selber damit?

Peter Elgaß: Die Schmiedefamilie hat die Corona-Pause bereits im Frühjahr beendet. Der Internationale Fachverband Gestaltender Schmiede (IFGS) hat eine Internationale Ausstellung in Schönwald (Schwarzwald) mit 120 Ausstellungstücken organisiert. Viele der Aussteller werden auch in Kolbermoor erwartet. Natürlich ist es nicht ganz einfach, nach vier Jahren Pause die Fäden wieder aufzunehmen. Darum haben wir die Gastlandausstellung (Benelux) auf 2024 verschoben. Aber das ändert nichts daran, dass wir wieder ein straffes Programm auf die Beine gestellt haben..

Welches sind die Highlights aus Ihrer Sicht?

Peter Elgaß: Die Eröffnung mit dem Schirmherrn Staatsminister Hubert Aiwanger am Mittwoch Abend, 3. August, um 18 Uhr. Der Auftritt der Schmiedefreunde von der IG Schmiede aus der Schweiz und natürlich die Versteigerung am Sonntag um 11 Uhr. Spannend dürfte es für die Zuschauer sein, wenn der Schellenschmied Rene Soller aus der Schweiz zeigt, wie traditionelle Schellen gemacht werden. Das Team von Archäotechnik Frank Trommer wird den Bronzeguss so vorführen, wie er ursprünglich in der Bronzezeit ausgeführt wurde. Wir zeigen aber auch viele andere alte und neue Techniken während der drei Biennale-Tage.

Seit wann gibt es die „Ladies Night“ und mit wie vielen Schmiedinnen rechnen Sie?

Peter Elgaß: Die Ladies Night hat sich etabliert. Die Schmiedinnen haben das Zelt am Freitagabend fest in ihrer Hand. Es gibt Anmeldungen, aber bei der Ladies Night handelt es sich um ein Angebot. Wir können nie genau voraussagen, wer und wie viele Frauen dabei sein werden.

Sie haben den Vergleich: Was macht Kolbermoor, die Geburtsstadt des Rings der europäischen Schmiedestädte, als Veranstaltungsort besonders?

Peter Elgaß: Da ist zunächst die Bereitschaft der Stadt Kolbermoor, des Bürgermeisters, des Bauhofs und der Mitarbeiter der Stadt zu nennen. Sie haben es geschafft, die Biennale, die anfangs in verschiedenen Städten stattfinden sollte, in Kolbermoor zu halten. Es ist aber auch das Interesse und die Begeisterung der Bürgerinnen und Bürger, sich auf das Schmiede-Wochenende einzulassen und die Biennale der Schmiede zahlreich zu besuchen. Das ist nicht in allen Mitgliedsstädten des Ringes genauso.

Zum Ring gehören auch die ukrainischen Städte Ivano-Frankivsk und Donezk. Sie sind von ihren Freunden durch den Krieg völlig abgeschnitten. Was hören Sie aus der Ukraine? Haben Sie überhaupt noch Kontakt?

Peter Elgaß: Es gibt derzeit keinen Kontakt. Die Biennale stand schon immer im Zeichen des Friedens und der Völkerverständigung. So haben, um nur ein Beispiel zu nennen, vor Jahren ein israelischer und ein palästinensischer Schmied Seite an Seite geschmiedet.

Wird es in diesem Jahr wieder eine besondere Geste geben, gerade auch, weil die Gedanken bei den ukrainischen Freunden sind?

Peter Elgaß: Da die Verbindungen in die Partnerstädte derzeit sehr schwierig sind, wird es wohl keinen Schmiedebesuch aus der Ukraine geben. Die Schmiedefamilie hat aber bereits im Frühjahr ein wichtiges Zeichen gegen den Krieg und für die Ukraine gesetzt. In Degerndorf am Starnberger See und in Friesoythe (Niedersachsen) wurden an einem Sonntag über 50000 Euro für die Ukraine-Hilfe „erschmiedet“. Verantwortlich für diesen Erfolg waren Alfred Bullermann und Tom Carstens, die über 50 Schmiede in die Aktion „Schmieden für den Frieden“ einbinden konnten. Tom hat seinen Besuch in Kolbermoor angekündigt.

Kraftakt mit Schmiedelied von Kolbermoor

Vielen eingefleischten Biennale-Fans ist noch Silberschmied Bouzou aus Nigeria in guter Erinnerung: Seine Auftritte mit landestypischem Schmuck fanden immer viel Beachtung. Er kann aus Gesundheitsgründen nicht mehr nach Kolbermoor kommen, schickt aber seinen Sohn Abdoulahi, der seine Arbeit übernommen hat. Kees Klaassen aus den Niederlanden hat eine faszinierende Art erfunden, sehr kleine, ausdrucksvolle Figuren mit dem Presslufthammer zu gestalten. Diese raffinierte Technik wird er live vorführen. Martin Fritz (Allgäu) zeigt in einem Workshop, wie man mit Hilfe eines Brenners und spezieller Ausrüstung gebrochenes Gusseisen schweißen kann. Am Freitagabend, 5. August, sind die Schmiedinnen eingeladen, in der „Ladies Night“ ihr Können zu zeigen.

Mystische Figuren und Eggenzinken

Als Gäste erwartet das Organisationsteam auch heuer wieder die Kult-Anhänger von Samy Vermeulen mit seinen mystischen Figuren und Josef Kerschbaumsteiner mit seinem Kompaktschmiedestand sowie Hapi Holnsteiner.

Dies sind nur einige Teile des Programms. Es wird auch Vorführungen im Eggenzinkenschmieden und Radreifenaufziehen geben. Die IG Schmiede aus der Schweiz hat wieder eine Überraschung an Feuer und Amboss vorbereitet und der Kolbermoorer Metallgestalter und Kunstschmied Josef Still erwartet in der Ausstellung im Mareis-Saal die Ausstellungsstücke der Teilnehmer.

Darüber hinaus hat sich Kupferschmied Manfred Wirth einen Kraftakt vorgenommen: Er wird das Schmiedelied von Kolbermoor vor Publikum in Kupfer treiben. Auch für Kinder gibt es eine neue Attraktion neben dem bewährten Schmieden von Schlüsselanhängern. Was es genau ist, wird jedoch noch nicht verraten.

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