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Rettungshubschrauber bei Baustellenunfall im Landkreis Landshut

Suchhunde angefordert: Offenbar Bauarbeiter nach Einsturz von 100 Meter langer Betondecke vermisst

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Bauarbeiten tief unter der Erde

Kolbermoor: Darum werden jetzt Rohre im Erdreich der Stadt verlegt

Die rote Linie zeigt den Verlauf der Fernwärmeleitung vom Blockheizkraftwerk im Süden der Mangfall bis zum Spinnereigelände. Der rot gestrichelte den Bereich, die Mangfallquerung ist bereits fertiggestellt, die restliche Leitung soll bis zum Oktober dieses Jahres in die Erde gebracht werden.
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Die rote Linie zeigt den Verlauf der Fernwärmeleitung vom Blockheizkraftwerk im Süden der Mangfall bis zum Spinnereigelände. Der rot gestrichelte den Bereich, die Mangfallquerung ist bereits fertiggestellt, die restliche Leitung soll bis zum Oktober dieses Jahres in die Erde gebracht werden.

Das Blockheizkraftwerk nahe der Pauline-Thoma-Schule von Kolbermoor wird derzeit mit dem Gebiet nördlich der Mangfall verbunden. Im Herbst sollen die Arbeiten an den Wärmeversorgungsleistungen abgeschlossen sein. Jetzt wurde der Fluß unterquert.

Kolbermoor – Die Baustelle ist eigentlich unspektakulär: zwei kleinere Baugruben beiderseits der Mangfall, eine in der Karl-Rager-Straße, eine in der von Bippen-Straße, darin zwei Rohre von etwa 50 Zentimetern Durchmesser. Dabei sind diese Rohre ein enormer Schritt in Kolbermoors „Wärmeversorgungszukunft“.

Bis Herbst soll Verbindung fertig sein

Bis zum Herbst wird damit das im vergangenen Jahr in Betrieb gegangene Blockheizkraft bei der Pauline-Thoma-Schule mit den Neubaugebieten nördlich der Mangfall verbunden sein, im Conradtypark und im Spinnereigelände. Zusätzlich ist damit auch der Weg bereitet für eine Anbindung der Innenstadtbereiche östlich der Försterstraße an die Fernwärme.

Fluss bereits unterquert

Die Unterquerung der Mangfall war dabei der schwierigste Punkt des ganzen Vorhabens, denn dabei mussten zwei 132 Meter lange Stahlrohre in einen vorher gebohrten Minitunnel eingefädelt und unter der Mangfall durchgeführt werden. Schief gehen kann bei einer solchen Bohrung vieles, wie Sebastian Ranner, Geschäftsführer der Innergie, erklärt: Liegt im vorhergesehenen Bohrkanal ein größerer Steinbrocken im Weg, käme die Bohrung zu einem abrupten Ende.

Schwierige Einführung der Rohrleitung

Und solche Steinbrocken sind in einem Areal, das einst ganz einer wilden, nacheiszeitlichen Mangfall gehörte, nicht eben selten.

Bürgermeister Peter Kloo (li.) und Sebastian Ranner, Innergie-Geschäftsführer, vor dem derzeitigen Ende der Rohrleitungen in der von-Bippen-Straße. Von hier aus geht es bis zum Spinnereigelände weiter.

Fast genauso lästig wäre zu weiches Material, einen Sachverhalt, den auch jeder Heimwerker kennt: Ist das Mauerwerk, in das man bohren möchte, nicht fest genug, dann findet der Bohrer keinen Halt, er wandert und sucht sich seinen eigenen, nicht unbedingt erwünschten Weg. Und auch wenn die Bohrung an sich geklappt hat – die Einführung der Rohrleitungen ist ebenfalls nicht ohne.

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Von daher ist Ranner sehr erleichtert, dass jetzt mit beiden Rohren die Mangfall unterquert werden konnte. Von nun an geht es vergleichsweise einfach weiter, nämlich im klassischen Tiefbau. Selbst die Querung des Mangfallkanals ist kein größeres Problem mehr, hier werden die Leitungen unter den bestehenden Fußgängersteg gehängt.

Netze sollen sicher sein

Mancher mag sich nun fragen, wofür all dieser Aufwand nötig ist, wenn doch für den Lauf der nächsten Jahre im Spinnereigelände sowieso ein weiteres Blockheizkraftwerk geplant ist. Die Antwort ist, so Ranner, einfach: Wärmeversorgungsnetze sollen möglichst sicher sein und bauen deshalb wenn irgendmöglich auf Redundanz.

Wenn in einigen Jahren das Blockheizkraftwerk im Spinnereigelände fertiggestellt sein wird, ist dank der Verbindungsleitung die Wärmeversorgung beiderseits der Mangfall auch dann gesichert, wenn einer der beiden Energieerzeuger vorübergehend ausfallen sollte. Wie wertvoll so etwas ist, hat sich erst Anfang Februar gezeigt, als in Nürnberg nach einem Kraftwerksbrand die Wärmeversorgung mehrerer Stadtteile nur über mehrere mobile Kleinkraftwerke notdürftig aufrechterhalten werden konnte.

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Und noch einen wesentlichen Grund für die Verbindungsleitung anstelle des sofortigen Neubaus des zweiten Kraftwerks gibt es: Blockheizkraftwerke können ihre Vorteile einer energieeffizienten gekoppelten Wärme- und Stromerzeugung nur ausspielen, wenn sie ihr Leistungspotential auch tatsächlich abgeben können.

Ein Blockheizkraftwerk, das nur in Teillast fährt, läuft weder wirtschaftlich noch technisch in einem vernünftigen Betriebszustand. Auch von daher sei es sinnvoll, Fernwärmeinteressenten zunächst an das Kraftwerk bei der Pauline-Thoma-Schule anzuschließen, bis dessen Kapazitätsgrenze erreicht wird.

Lösung der Zukunft

Für Bürgermeister Peter Kloo ist die Fernwärmeversorgung in der Kernzone der Stadt ganz grundsätzlich die Lösung der Zukunft. Schon jetzt sei eine zentrale Wärmeerzeugung sowohl hinsichtlich der Effizienz als auch der Schadstoffbelastung deutlich besser aufgestellt als zahllose Einzelanlagen.

Der Rathauschef denkt dabei aber noch viel weiter in die Zukunft: Die wird zweifellos auch bei der Wärmeerzeugung viele Entwicklungen bringen. Diese aber seien deutlich leichter zu verwirklichen, wenn anstelle von vielen Einzelanlagen nur einige wenige Kraftwerksanlagen nach- oder umgerüstet werden müssten.

Wärmepumpentechnik im Maßstab von Großanlagen möglich

Und Sebastian Ranner kann sich auch schon vorstellen, wohin die Reise möglicherweise geht: Wärmepumpentechnik wäre in der Zukunft auch im Maßstab von Großanlagen möglich. Dann käme die Wärmeversorgung in einem Großteil von Kolbermoors Innenstadt ohne fossile Energieträger aus.

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