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Supermarkt der Kunst

In Kolbermoor gibt es am Montag nochmal Kunst zum Schnäppchenpreis

Der Kunstsupermarkt trifft einen Nerv, das zeigte der Publikumszuspruch: Schon unmittelbar nach seiner Öffnung um zehn Uhr morgens am vergangenen Donnerstag waren die drei Säle der Akademie voller Besucher.
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Der Kunstsupermarkt trifft einen Nerv, das zeigte der Publikumszuspruch: Schon unmittelbar nach seiner Öffnung um zehn Uhr morgens am vergangenen Donnerstag waren die drei Säle der Akademie voller Besucher.

Werke zum Schnäppchenpreis: Zwischen 50 und 500 Euro kosten die Werke beim „Supermarkt der Kunst“ in der Akademie in Kolbermoor. Am Montag findet die Veranstaltung nochmal statt.

Kolbermoor – „Mit Bauch und Herz ein Bild für sich finden zu können“: Das sei die Idee hinter dem Supermarkt der Kunst in der Kolbermoorer Akademie der Bildenden Künste, sagt Geschäftsführerin Anna Eisner. 2019 fand er zum ersten Mal statt, 2020 musste er coronabedingt ausfallen, doch am Donnerstag waren die Pforten der Akademie in der alten Spinnerei wieder geöffnet – und auch am Montag, 3. Januar, kann nochmal gestöbert werden.

Junge Leute und Familien mit Kindern

Der Zulauf zeigte auch Ende Dezember wieder, dass Anna Eisner mit ihrer Aktion offenbar einen Nerv getroffen hat: Bereits unmittelbar nach dem Beginn um 10 Uhr waren die drei Säle der Akademie voller Besucher. Das Publikum gegenüber dem, das man sonst von Kunstausstellungen her kennt, viel bunter: Auch viele junge Leute waren dabei, viele Familien auch mit ihren Kindern.

Genau darum, die „Schwellenangst“ vor der hohen Kunst zu nehmen, geht es Anna Eisner mit ihrem Team bei diesem Kunstsupermarkt. Und schon der Name soll darauf hinweisen, dass man kein Kunstexperte sein muss, um sich dort ein Bild oder eine Plastik aussuchen zu können – das Kriterium soll und darf eben genau „Bauch und Herz“ sein und der Geldbeutel ist dabei nichts, der dem wirklich entgegensteht. Die Einstiegspreise beginnen bei 50 Euro und teurer als 500 Euro ist kein Kunstwerk.

Besucher mit Meterstab im Gepäck

Klaus Ulbricht aus Bad Aibling hat beispielsweise ein Bild gefunden. Er kann als der Idealkunde der Veranstaltung gelten. Denn er sagt, dass er kein Kunstkenner sei, keine wirkliche Ahnung von Stilrichtungen und Maltechniken habe: „Ich bin einer, der sich allein von der Optik ansprechen lässt.“

Er sei kein Kunstkenner, sagt Klaus Ulbricht von sich, und beurteile Bilder allein nach ihrem optischen Eindruck. Mit dieser Selbsteinschätzung gehört er genau zu den Menschen, die die Kolbermoorer Akademie mit ihrem Kunstsupermarkt ansprechen möchte.

Zu anderen Ausstellungen würden Leute mit dieser Selbsteinschätzung vielleicht nicht gehen, meint Eisner, aus Angst, gegenüber all den anderen vermeintlich kunstsachverständigen Besuchern aufzufallen.

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Und schon gar nicht tauchten dort welche mit einem Meterstab auf, damit für alle klarmachend, dass sie vor allem eine bislang leere Wand schmücken möchten und ihre Wahl in erster Linie nach der Größe des Kunstwerkes treffen. Beim Kunstsupermarkt hingegen falle so jemand überhaupt nicht auf, so Eisner. „Im Gegenteil, es kann da gut sein, dass er von anderen gebeten wird, den Meterstab kurz auszuleihen“.

Große Erleichterung

Für sie ist der Erfolg des Supermarktes Ende Dezember eine große Erleichterung, denn der Entschluss, ihn wieder durchzuführen, fiel noch im Oktober. In einer Zeit, als die Corona-Lage noch deutlich entspannter war als heute. „Seither lebten wir in einem Wechselbad der Gefühle, immer mit der Befürchtung, alles kurz vor Beginn doch noch absagen zu müssen“, sagt Anna Eisner. Unsicher war das Team auch, ob bei der 2-G-plus Regelung Leute kommen würden. Zumal bei dem Regelungswirrwarr viele nicht wissen, dass jemand der geboostert ist, nicht noch zusätzlich einen aktuellen Test vorweisen muss.

154 Objekte bereits verkauft

Die Leute aber kamen und so hat Anna Eisner auch keine Angst, dass sie am Montag, 3. Januar, an dem der Kunstsupermarkt noch einmal geöffnet hat, allein in ihren Räumen stehen wird. „Der zweite Öffnungstag resultiert aus dem, was wir 2019 gelernt haben. Da haben wir die Erfahrung gemacht, dass viele am ersten Tag ein Bild entdeckten, es aber aus irgendwelchen Gründen nicht gleich mitnahmen, was sie aber hinterher bereuten. Die haben nun sozusagen eine zweite Chance“. Zwar sind am ersten Tag bereits 154 Werke verkauft worden, aber 450 sind noch da. Und wer am Montag vorbeikommt, wird nicht vor Wänden mit vielen Lücken stehen. „Wir haben übers Wochenende alles noch einmal neu gehängt“, sagt Anna Eisner, „und wieder versucht, ein ansprechendes Gesamtbild hinzubekommen.“

Das ist für sie wichtig, denn der Kunstsupermarkt hat noch eine zweite Funktion: Er ist in auch eine Ausstellung der Akademieabsolventen, die man völlig ohne Kaufabsicht besuchen kann. Auch hier wieder in einer völlig zwanglosen, einer „niederschwelligen“ Umgebung, denn man gehe mit seinem Schauen und Staunen in einer größeren Besuchermenge unter, meint Anna Eisner.

Die Qual der Wahl hat man bei rund 450 Bildern, die am heutigen Montag noch zu haben sind. Doch muss man es nicht bei einem Bild belassen: die Papierarbeiten auf den Tischen sind ab 50 Euro zu haben.

Und dass das durchaus geschätzt wird, hat sie von einer Besucherin aus München erzählt bekommen. Sie berichtete, dass sie dort auf einer Ausstellung gewesen war, die aber so wenig Besucher hatte, „dass man sich direkt unwohl fühlte“. Eisner meint dazu scherzhaft. „Dass wir in dieser Hinsicht hier in der Provinz gegenüber dem großen München die Nase vorn haben, ist eigentlich auch kein schlechtes Zeichen.“

Der „Supermarkt der Kunst“ hat auch am Montag, 3. Januar, geöffnet. Er findet in der Akademie der Bildenden Künste An der Alten Spinnerei von 10 bis 16 Uhr statt.

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