Januar-Sitzung des Stadtrats in Kolbermoor

Kloo: "Will ich's oder will ich es nicht?"

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Kolbermoor - Die Januar-Sitzung des Stadtrats im Mangfalltal stand ganz im Zeichen des Städtebaus. Ob über Mangfallstraße oder Bahnhofsareal, das Gremium war nur selten einer Meinung:

In einer vierstündigen Sitzung debattierte der Stadtrat in Kolbermoor unterschiedliche Projekte rund um die Stadtentwicklung. Angefangen beim Ausbau der Unteren und Oberen Mangfallstraße, über den Neubau der Kita in der Dr.-Max-Hofmann-Straße und der Sanierung des alten Bahnhofsgebäudes, bis hin zur Vergabe von Aufträgen zum neuen Parkdeck wurden am Mittwoch Entscheidungen getroffen, die das Stadtbild nachhaltig prägen könnten.

Die Beschlüsse im Detail

Nach der Vorstellung der Planung für den 1. Bauabschnitt der Oberen und Unteren Mangfallstraße zwischen Schwarzenberger und Carl-Jordan Straße durch die Stadtverwaltung hatte das Gremium Möglichkeit, den Vorschlag zu diskutieren. Zu beanstanden hatte ein Teil der Stadträte die Fahrbahnbreite von nur 4,5 m an mehreren Stellen. Die Verwaltung begründete die Entscheidung zur Fahrbahnverengung mit einer beabsichtigten Verkehrsberuhigung. Als "Strecke 30" definiert wolle man so den Verkehr gezielt aus der neugebauten Straße heraushalten.

Sollte man jedoch bemerken, dass es aufgrund der Maßnahmen zu verkehrstechnischen Problemen kommt, könne ein Rückbau auf die Breite von 5 bis 5,5 Meter jederzeit erfolgen. Lediglich an ein paar Stellen müsse man örtliche Gegebenheiten berücksichtigen, die eine breitere Straße schlicht nicht möglich machten. Auf die Verkehrsberuhigung hingegen vollkommen zu verzichten, halte Bürgermeister Kloo für "absolut fatal".

Nach einer leichten Änderung der Beschlussvorlage, die Fahrbahn auf Höhe des Fußgänger-Stegs auf 5,5 Meter zu verbreitern, wurde der Weiterführung der Planung einstimmig zugestimmt.

Kita im Schulbezirk

Die Vorstellung des Vorentwurfs der Kita an der Dr.-Max-Hofmann Straße traf dagegen auf breite Zustimmung im Stadtrat. Ohne größere Debatte wurde der Fortführung der Entwurfsplanung daher ebenfalls einstimmig zugestimmt. Die Fa. Würfel wird daher für geschätzte 3,3 Mio. Euro Baukosten im Quartier der Schule und des Jugendzentrums die Kindertagesstätte weiter realisieren. Der Bau orientiert sich an der bestehenden Architektur des Jugendzentrums, das ebenfalls von der Fa. Würfel umgesetzt und geplant wurde. Bis zu fünf Gruppen sollen dann im Neubau Platz finden.

Sanierung des alten Bahnhofs

Bei der Diskussion um die Sanierung und die damit einhergehende Nutzungsänderung des leerstehenden, alten Bahnhofsgebäudes herrschte dann aber wieder Uneinigkeit im Stadtrat. Die gemischte Nutzung des Gebäudes durch das BRK, öffentliche und gewerbliche Räume, wie sie von der Verwaltung und dem für die Planung verantwortlichen Architekten Fellgiebel vorgeschlagen wurde, sorgte für einen regen Meinungsaustausch. Mehrere Fraktionen gaben zu bedenken, dass die Gestaltung des Gebäudes und dessen Nutzung einen großen Einfluss auf das Erscheinungsbild des gesamten Areals hätten. Die Grundsatzfrage "Will ich's oder will es nicht", gestellt von Bürgermeister Kloo, ob rückte dabei schnell ins Zentrum der Debatte. Der Stadtrat konnte sich dann aber doch einig werden, dass das alte Bahnhofsgebäude erhalten und nicht abgerissen werden soll.

Das Gremium einigte sich dann am Ende darauf, freie Flächen, die Verkehrsführung und die alte Apotheke im Bereich des Bahnhofs in die künftige Planung mit einzubeziehen. Der Entwurfsplanung durch das Architekturbüro Fellgiebel mitsamt der Bereitstellung der dafür bereits vorgesehenen Mittel von 60.000 Euro wurde zugestimmt.

Kosten für Arbeiten am Parkdeck teils weit unter den Erwartungen

Sowohl die Auftragssumme für die Schlosserarbeiten als auch die Maßnahmen zur Abdichtung des Dachs liegen voraussichtlich unter den geschätzten Kosten, die von der Verwaltung im Vorfeld veranschlagt wurden. Nach der öffentlichen Ausschreibung gingen bei der Stadt Angebote ein, die teilweise erheblich unter der Prognose liegen. Die Dachabdichtung schlägt nun mit knapp 35.000 Euro weniger zu Buche, bei den Schlosserarbeiten kann die Stadtverwaltung sogar rund 180.000 Euro sparen. Eine Tatsache die Bürgermeister Kloo zuversichtlich stimmt. "Beim Parkdeck werden wir also fast sicher unter der Kalkulation bleiben."

 

Rubriklistenbild: © pa/red

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