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Vom 21. bis 23. September in der Alten Spinnerei in Kolbermoor

„Jemand daheim?“ – Leerstandskonferenz entzündet ein Feuerwerk an Wohnideen

Sind Eigenheime ein Auslaufmodell oder werden sie im ländlichen Raum auch in Zukunft noch gebaut? Unter anderem damit beschäftigt sich die dreitägige Leerstandskonferenz, die morgen in Kolbermoor beginnt.
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Sind Eigenheime ein Auslaufmodell oder werden sie im ländlichen Raum auch in Zukunft noch gebaut? Unter anderem damit beschäftigt sich die dreitägige Leerstandskonferenz, die morgen in Kolbermoor beginnt.

Mit der Zukunft des Wohnens beschäftigt sich die Leerstandskonferenz, die vom 21. bis 23. September in Kolbermoor stattfindet. Fachvorträge und Diskussionsrunden mit Experten aus dem In- und Ausland, Ideen für Umbau, Zwischen- und Wiedernutzung sowie Bustouren zur Besichtigung von Best-Practice-Projekten in der Region stehen auf dem Programm. Schon jetzt haben sich 160 Teilnehmer angemeldet.

Kolbermoor – Wer kennt sie nicht, die Siedlungen mit vorwiegend Einfamilienhäusern. Für viele ist das eigene Heim nach wie vor der absolute Traum eines geglückten Lebens, für andere aber ein purer Alptraum aufgrund der Zersiedelung und Bodenversiegelung. Die Stadt Kolbermoor geht einen anderen Weg. Hier werden keine Baugebiete für Eigenheime in den Außenbereichen ausgewiesen. Hier wird nachverdichtet und höher gebaut, denn die Stadt soll sich in ihren Grenzen entwickeln. Ein anderes Phänomen ist der unsichtbare Leerstand. Sein Potenzial für die Zukunft des Wohnens beleuchtet ab morgen die Leerstandskonferenz „Jemand daheim“.

Auf Initiative des Wirtschafts-Forums

Dazu laden das Wirtschafts-Forum Mangfalltal, das Architekturbüro nonconform von Mittwoch bis Freitag in die Alte Spinnerei nach Kolbermoor ein. Finanziell gefördert wird diese hochkarätig besetzte Tagung von den beiden Leader-Regionen Kreisentwicklung Miesbacher Land und Mangfalltal-Inntal sowie von den Gemeinden Kolbermoor, Tuntenhausen, Bad Wiessee, Otterfing und Rohrdorf.

Die Leerstandskonferenz will Hauseigentümer mit Ideengebern, Projektumsetzern und politischen Entscheidern zusammenbringen. Ziel ist es, die Problematik untergenutzter Gebäude zu erfassen, die Potenziale für zukünftiges Wohnen sichtbar zu machen und gemeinsam mit Experten über Lösungsansätze nachzudenken. „Wie könnten beispielsweise Modelle des Tauschens und Teilens aussehen? Oder wie könnte sinnvoll nachverdichtet und Materialien im Sinne der Kreislaufwirtschaft wiederverwendet werden?“, fragt beispielsweise der Bad Feilnbacher Bürgermeister Anton Wallner, Vorsitzender der Leader-Aktionsgruppe Mangfalltal-Inntal.

Eröffnet wird die Leerstandskonferenz am Mittwoch, 21. September, um 18 Uhr, von Kolbermoors Bürgermeister Peter Kloo und von Roland Bräger, Direktor der Schlossbrauerei Maxlrain und Vorsitzender des Wirtschafts-Forums Mangfalltal. 18.30 Uhr wird der Film „Hinterholz 8“ gezeigt – ein Kult-Kabarett-Film rund um den Umbau und Einsturz eines Einfamilienhauses auf dem Land. „Hinterholz 8“ war der meistbesuchte Kinofilm des Jahres 1998 in Österreich und ist die Verfilmung einer Geschichte von Roland Düringer, der auch selbst die Hauptrolle spielt. Im Anschluss findet ein Leinwandgespräch statt, das von Wojciech Czaja moderiert wird.

Am Donnerstag stehen im Kesselhaus Expertenvorträge auf dem Programm. Ab 9.30 Uhr referiert Sophie Wolfrum, Professorin für Stadt- und Regionalplanung an der Technischen Universität München über „Das Haus, das Wohnen und die Vielfalt an Wohnformen“. Professor Marcus Menzl ist Sozialwissenschaftler und Stadtplaner an der Technischen Hochschule Lübeck und beleuchtet ab 10 Uhr das Wechselspiel von „Eigentum, Familie und Nachbarschaften“. Über die „Potenziale der Bauleitplanung im Umgang mit dem freistehenden Einfamilienhaus“ spricht Dr. Jürgen Busse, Rechtsanwalt und ehemaliger Generalsekretär des Bayrischen Gemeindetages. Danach stellt Dr. Ralph Henger vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln die „Idee eines Flächenzertifikathandels“ vor.

Experten aus dem In- und Ausland

Ob und wie man vom „Wohnen in Nordeuropa und anderswo“ lernen kann, erläutert Walter Unterrainer, Professor für Architektur und Umraumgestaltung an der Universität Göteborg (Schweden) ab 12 Uhr. Nach jedem Referat ist eine Diskussionsrunde mit den Teilnehmern geplant.

Am Nachmittag finden verschiedene Exkursionen zu beispielhaften Projekten aus der Praxis statt. Die erste Exkursion führt nach Bad Aibling zu den Forschungshäusern der Florian Nagler Architekten und nach Weyarn zu den Mehrgenerationenhäusern auf dem Klosteranger der Leupold Brown Goldbach Architekten. Eine Tour findet direkt in der Alten Spinnerei Kolbermoor statt und hat außerdem die Landlmühle Stephanskirchen der Finsterwalderarchitekten zum Ziel. Weitere Touren gehen zur Wohn- und Arbeitswelt Gmund der Mayer-Nowak-Architekten und zur Baugemeinschaft Pallaufhof Münsing der Arc Architekten.

Alle Touren starten am Kesselhaus und führen zuerst zu einem Kolbermoorer Ziel. Bürgermeister Peter Kloo, Stadtbaumeister Andreas Meixner, Buaverwaltungsleiterin Julia Wirth und Stadtmarketing-Chef Christian Poitsch stellen den Teilnehmern städtebauliche und baukulturelle Impulsprojekte in Kolbermoor vor, darunter die alte und die neue Siedlung, die historische Werksiedlung, den modernen Geschosswohnungsbau am Mangfallring und das Wohnen im Kolbermoorer Süden.

Zudem stellt das Zentrum ländlicher Raum der Technischen Universität Wien Ergebnisse eines Forschungsprojekts zur „Geschichte der beliebtesten Wohnform, des Einfamilienhauses“ vor. Auf der Rückfahrt von den Projekten wird der „Ideenbus“ zum Workshopraum, um die Eindrücke zu diskutieren. Der Tag klingt ab 18.30 Uhr im Kesselhaus mit Gesprächen beim Abendsessen aus. Der Potsdamer Forscher Daniel Fuhrhop geht auf den „unsichtbaren Wohnraum“ ein, ehe das interaktive Spiel „Leerstand in vier Gängen füllen“ beginnt, bei dem Ideen für halbleere Einfamilienhäuser gesucht werden.

Mit den „Sternschnuppen vom Vortag“ beginnt der Freitag um 9 Uhr. Danach spricht Architekt und Stadtplaner Dr. Jörg Heiler über die „Verteilung auf das Vorhandene in der Zwischenstadt“. Wie das, was vorhanden ist, genutzt werden kann, erläutert Tina Kammer vom InteriorPark der Internationalen Hochschule.

160 Teilnehmer, noch wenige freie Plätze

Ab 11 Uhr wird im Sechs-Minuten-Takt ein Feuerwerk an Ideen gezündet, das zum Nachmachen anregen soll. Dabei geht es unter anderem um alte Höfe, den Weg vom Ein- zum Mehrfamilienhaus, Zukunftsquartiere, systematisierte Leerstandserhebung, gemeinschaftlichen und ökologische Wohnprojekte oder den Umbau eines Hallenschwimmbads in Wohnraum.

Mehr als 160 Teilnehmer haben bereits ihr Kommen zugesagt. Noch sind wenige freie Plätze vorhanden. Wer dabei sein will, kann sich hier anmelden. Die Teilnahme an der Konferenz ist kostenlos.

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