Ein drittes Schnelltestzentrum in Kolbermoor

Kolbermoor: Erstes dm-Testzentrum in Oberbayern eröffnet

Melissa Stan vom dm-Testteam (rechts) zeigt Barbara Hebaum, wie man per Handy zu einem Testtermin kommt. Thomae
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Melissa Stan vom dm-Testteam (rechts) zeigt Barbara Hebaum, wie man per Handy zu einem Testtermin kommt.

Am Donnerstag um Punkt 12 Uhr ging es los: 88 Bürger können sich täglich bei dm Am Rothbachl testen lassen. Bis Juli soll das Testzelt dort stehen, bei Bedarf könnte das Angebot verlängert werden. Wie alles abläuft und wie die Mitarbeiter geschult wurden, verrät dm-Gebietsleiter Ronny Matusch.

Kolbermoor – Eine Regenjacke für ihre Enkelin möchte Barbara Hebaum kaufen. Normalerweise kein Problem, in Coronazeiten aber schwierig. Rein kommt man in die Geschäfte nur, wenn man einen Coronatest vorweisen kann. Dass einige Geschäfte einen solchen Test für ihren eigenen Laden anbieten, ist gut, nützt aber nicht viel, wenn es dann keine passende Regenjacke gibt. Also anderes Geschäft, neuer Test, neues Glück?

Anmeldung über die Homepage

Für Barbara Hebaum hat dieses Lotteriespiel ein Ende. Sie wird sich am Freitag beim dm-Markt, Am Rothbachl, kostenlos testen lassen, bekommt nach 15 Minuten das Ergebnis und kann dann 24 Stunden einkaufen. Auf diese Möglichkeit ist Barbara Hebaum aufmerksam geworden, als sie bei dm das sah und nach dem Ablauf fragte. Der ist einfach, die Terminanmeldung läuft über die dm-Homepage oder über die Kunden-App.

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Das Testergebnis bekommt man dann nach 15 Minuten per E-Mail. Wer Mails auf dem Handy empfangen kann, für den reicht es dann, beim Einkaufen einfach das Handy mit der Mail vorzuzeigen. Alternativ kann man das Ergebnis auch noch schriftlich zum Mitnehmen bekommen.

Kolbermoor ist neben Nürnberg das erste dm-Testzentrum in Bayern

Für das dm-Team vor Ort war Barbara Hebaum gestern der allererste Kundenkontakt, noch bevor der offizielle Testbetrieb um zwölf Uhr gestartet wurde. Als es dann um 12 Uhr losging ließen sich in der ersten Stunde sechs Bürger testen. Kolbermoor ist neben Nürnberg das erste dm-Testzentrum in Bayern. 1000 solcher Zentren sollen es bundesweit werden, in der Region wird Anfang Mai eines in Prien dazukommen, wie Ronny Matusch erläutert, der Gebietsverantwortliche der Marktkette.

Leben wieder Schwung verleihen

Die Idee dahinter, so Matusch, war die, dem gesellschaftlichen Leben in Deutschland wieder ein bisschen Schwung zu verleihen durch eine zusätzliche Testgelegenheit. Denn die Tests würden nicht nur die Möglichkeit eröffnen, so gut wie überall einkaufen oder zum Frisör zu gehen, sondern vielleicht demnächst auch wieder die Chance, Gaststätten zu besuchen oder öffentliche Veranstaltungen. Die Marktkette selber profitiere davon nicht unmittelbar, denn das Einkaufen dort sei ja auch ohne Test möglich.

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„Sich einbringen und helfen können“ ist auch die Motivation von Michael Brommer und Melissa Stan, die gestern die erste Test-Schicht übernahmen. Sie sind – wie alle anderen Tester auch – dm-Mitarbeiter. Ein klein wenig Nervosität sei schon da, vor dem ersten wirklichen Test, aber, so Michael Brommer und Melissa Stan, sie seien gut geschult worden: „Das packen wir.“

In der Tat, als Matusch sich punkt zwölf bereitsetzt läuft alles perfekt.

Ronny Matusch (links), Gebietsverantwortlicher von dm, wird von Michael Brommer getestet.

Er ist begeistert vom Testteam: „Sie wirken hochprofessionell, erklären gut und vor allem: das Gefühl in der Nase war nicht so unangenehm, wie ich es mir vorstellte“. Offenbar hat das BRK Miesbach, das die Schulung für den eigentlichen Testvorgang übernommen hatte, gute Arbeit geleistet. Und was das Fingerspitzengefühl im Umgang mit Menschen ganz allgemein anbelangt – „das bringt man als Mitarbeiter im Einzelhandel eigentlich sowieso mit“, sagte Michael Brommer, „schließlich haben wir auch sonst den ganzen Tag mit Menschen zu tun und versuchen für sie da zu sein.“

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Nach der ersten Stunde zeigt sich auch, dass die angestrebte Taktung von einem Test alle vier bis fünf Minuten realistisch ist. 88 Personen können sich demnach von Freitag bis Samstag, jeweils von neun Uhr bis 16.30 Uhr testen lassen. Angelegt ist das ganze Projekt bis Ende Juni, könnte aber bei Bedarf, so Matusch, verlängert werden. Er lobt übrigens die die Zusammenarbeit mit dem Landkreis Rosenheim: „Es lief wirklich alles problemlos.“ Gute Chancen also auch für Hebaums Enkelin, dass ihre Oma in den nächsten Tagen mit der gewünschten Regenjacke nach Hause kommt.

Zeitfenster und Anmeldung

dm-Drogeriemarkt, Am Rothbachl 2, montags bis samstags von 9 bis 16.30 Uhr , Anmeldung unter dm.de/corona-schnelltest-zentren

Mangfall-Apotheke, im Bahnhof, Montag 9 bis 12, Dienstag 9 bis 12 Uhr, Mittwoch 7 bis 10, Freitag 9 bis 12, Anmeldung unter www.mangfallapotheke.de

Therapiezentrum, Brückenstraße 23, Dienstag/Donnerstag 11 bis 14 Uhr, Freitag 13 bis 18 Uhr und Samstag 9 bis 17 Uhr, Abmeldung unter www.physio-kolbermoor.de

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