Kolbermoorer Feuerwehr bei Einsatz massiv bedroht

Feuerwehr Bruckmühl zeigt sich zu tiefst betroffen

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Kolbermoor - Am Mittwoch, 12. September, hatte es am späten Nachmittag an einer Kreuzung an der Staatsstraße heftig gekracht. Eine Frau wurde dabei schwer verletzt. Dabei bekamen auch die Einsatzkräfte ihr "Fett" weg, wie sich jetzt herausgestellt hat.

Update Dienstag: Unterstützung von den Bruckmühlern

Auch die Freiwillige Feuerwehr Bruckmühl zeigt sich erschüttert über die Vorkommnisse in Kolbermoor: "...wir möchten uns der Meinung unserer Kollegen von der #FeuerwehrKolbermoor anschließen und das brisante Thema auch weitergeben. Wie auch schon von Bürgermeister Richard Richter während unserer Feierlichkeiten zum 100-Jährigen ausgeführt hat, sind auch wir zu tiefst betroffen. Respektlosigkeiten, Beleidigungen und sogar Androhen von Gewalt gegenüber Rettungskräften sind ein absolutes No-Go! Ehrenamtlich oder beruflich macht keinen Unterschied. Eine strafrechtliche Verfolgung solcher Vorkommnisse sehen wir ebenfalls als eine absolute Notwendigkeit. Wegschauen bzw. Herunterspielen geht bei so etwas überhaupt nicht. Vielen Dank alle „NORMALEN“ Mitmenschen, welche froh und dankbar sind", schreiben die Bruckmühler Floriansjünger auf ihrer Facebookseite.

Vorbericht

Denn nach dem Unfall, der im Berufsverkehr gegen 17.45 Uhr passiert war, kam es kurzzeitig zu massiven Staubildungen. Die Feuerwehr hatte eine Umleitung eingerichtet, um den Abtransport der schwer verletzten Rollerfahrerin aus Riedering und die Aufräumarbeiten an der Staatsstraße entsprechend abzusichern.

Respektlosigkeit, Beleidigungen und Drohungen

Die Feuerwehr Kolbermoor beschrieb in einem Artikel auf ihrer Homepage und auf Facebook den Ablauf des Einsatzes anschließend genauer. "Wir wurden zur Verkehrsabsicherung und Reinigung der Fahrbahn alarmiert. Während wir mit dem Kommandowagen, dem Kleinalarmfahrzeug und einem Löschgruppenfahrzeug an der Einsatzstelle eintrafen, wurde die verletzte Rollerfahrerin bereits vom Rettungsdienst versorgt. Umgehend leiteten wir Absperr- und Umleitmaßnahmen ein, um die Unfallstelle entsprechend abzusichern. Auch ein Sichtschutz für die verletzte Person kam zum Einsatz.

Zusätzlich rückte noch unser Mehrzweckfahrzeug aus, um die Verkehrsregelung auf der stark befahrenen Staatsstraße im Berufsverkehr zu unterstützen. Nachdem der Rettungsdienst mit der verletzten Person die Einsatzstelle verlassen hat, mussten die Umleitungsmaßnahmen trotzdem aufrecht erhalten werden, um der Polizei die zeitaufwendige Aufnahme und Vermessung der Unfallstelle zu ermöglichen", hieß es in dem Bericht. Erst gegen 20 Uhr konnte der Einsatz abgeschlossen werden."

Dabei mussten sich die Feuerwehrler offenbar einiges an Beleidigungen und Beschimpfungen anhören, weil offenbar Verkehrsteilnehmer mit der Sperrung der Staatsstraße nicht einverstanden waren. "Leider mussten wir feststellen, dass auch uns die Welle von Respektlosigkeit, Beleidigungen und Gewalt von Bürgern gegenüber Einsatzkräften nicht verschont. Zahlreiche Autofahrer zeigten wenig bis gar kein Verständnis für die geringfügigen Umleitungsmaßnahmen und zeigten unseren Einsatzkräften den Mittelfinger, sprachen Beleidigungen aus oder drohten sogar mit körperlicher Gewalt", schrieben die Floriansjünger weiter.

Unfall auf der St2078 in Kolbermoor

Feuerwehr will alles zur Anzeige bringen

Die Feuerwehrler wollen sich dies nicht gefallen lassen und werden diesbezüglich Anzeige bei der Polizei erstatten. "Wir opfern unsere Freizeit für die Sicherheit unserer Mitmenschen und machen das auch gerne. Deswegen sind wir umso mehr enttäuscht, wenn uns solche Dinge widerfahren."

Freiwillige Hilfsorganisationen seien für unsere Gesellschaft essentiell, denn ohne diese würde das bis dato sehr gut funktionierende System der Sicherheit und Ordnung schnell zusammenbrechen, hieß es. Hinzu komme außerdem noch das Problem, dass Feuerwehren und andere Hilfsorganisationen inzwischen zunehmend Schwierigkeiten haben, Nachwuchs zu finden. Das rabiate Verhalten von einigen Verkehrsteilnehmern ist dabei sicherlich nicht förderlich. Allerdings wollte die Feuerwehr auch nicht unerwähnt lassen, dass gleichwohl viele Autofahrer auch großes Verständnis für die Maßnahmen gezeigt hätten.

mw

Quelle: mangfall24.de

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