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König-Ludwig-II.-Statue

Kolbermoor: Der Kini ist restauriert zurück auf seinem Sockel – und hat 350 Kilo abgenommen

Nach rund zwei Stunden steht die Ludwig II.-Statue an ihrem angestammten Platz. Riediger
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Nach rund zwei Stunden steht die Ludwig II.-Statue an ihrem angestammten Platz.

Im März 2019 fegte der Sturm den Kini vom Sockel. Völlig entstellt wurde er nach Regensburg zur Restauration gebracht. Jetzt ist er wieder an seinem angestammten Platz an Hasslerstraße – allerdings rund 350 Kilo leichter.

Kolbermoor – Er ist wieder da: Der kupferne frisch restaurierte Kini ist wieder an seinem angestammten Platz an der Hasslerstraße. Nach knapp zweieinhalb Jahren ist er wieder zurück in Kolbermoor. Denn im März 2019 fegte der Sturm ihn von seinem Sockel. Nach dem Sturz war er völlig entstellt: Jetzt hat ihn die Firma Haber & Brandner aus Regensburg wieder hergerichtet. Drei Mitarbeiter der Firma stellten ihn gestern auch wieder auf – mit Hilfe von Klaus Wanka vom Kolbermoorer Bauhof.

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Aber von vorne: Gestern reiste der kupferne Monarch von Regensburg nach Kolbermoor. Um 7 Uhr fuhren Kunsthistoriker Maximilian Haimler, Metallrestaurator Harald Pfister und Metallbauer Tobias Häusler mit dem Kolbermoorer Denkmal in Richtung Mangfallstadt. Um kurz nach 10 Uhr kamen sie an der Hasslerstraße an.

Die Kopie des alten gefundenen Dokumentes sowie ein Neues mit einem historischen Abriss wurden unter der Statue verstaut: Christian Poitsch vom Stadtmarketing (links) und Kunsthistoriker Maximilian Haimler.

Von 600 Kilo auf 250 Kilo abgemagert

Dort warteten Christian Poitsch vom Stadtmarketing und Jürgen Halder vom Bauamt. „Wie der jetzt glänzt“, sagt Halder. Ja er glänzt, nichts erinnert mehr an den Sturz und die entstellte Statue von März 2019. „Als wäre er auf einer Schönheitsfarm gewesen“, so Halder und lacht. Einer ziemlich teuren, denn rund 55.000 Euro kostete die Wiederherstellung des Monarchen samt Restaurierung des Sockels. Poitsch erklärt, dass die Bürger-Resonanz nach dem Sturz enorm war. „Das Bedürfnis, die Statue zu erhalten war groß.“

In luftiger Höhe wird das Denkmal in Richtung Sockel gehievt.

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Zunächst galt es, das Denkmal von seiner Liegefläche auf dem Transporter auf den Rasen neben dem Sockel zu heben. Mittels eines Kranes klappte das Vorhaben. Kein Wunder, denn die Statue, die seit 1909 in Kolbermoorer steht, wiegt jetzt „nur noch 250 Kilo“, erklärt Kunsthistoriker Haimler. Das sind rund 350 Kilo weniger, als vor der Reise nach Regensburg.

Neues Füllmaterial

Wie kann das denn sein? „Das Füllmaterial bestand unter anderem aus Bauschutt“, so Haimler. Diese Masse sollte der Statue Halt geben. Die Regensburger haben anstelle des alten Füllmaterials eine Edelstahl-Konstruktion in die Statue gebaut. Eine perfekte Kombination, so Haimler. „Kupfer und Edelstahl greift sich gegenseitig nicht an“, erklärt der Experte.

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Mittlerweile bohren Pfister und Häusler etwa 30 Zentimeter tiefe Löcher in den Sockel. Dort hinein kommen Stangen, die mit der Platte, auf der seine Majestät steht, verbunden werden. So hat er festen Stand. Halder sagt, dass jetzt einmal im Jahr eine „Rüttelprobe“ an der Statue durchgeführt werden soll – sowie bei den Grabsteinen auf den Kolbermoorer Friedhöfen.

250-Kilo-Mann steht

Nun wird es Ernst: Der liegende Kini wird mit Hilfe des Kranes, den Wanka steuert, in die Senkrechte gebracht. Ganz langsam. Dann steht der 250-Kilo-Mann. Pause. Wanka setzt erneut an: Die Statue soll in die Höhe. Rund einen Meter schwebt sie über dem Boden. Jetzt schrauben Pfister und Häusler die Stangen unter der Platte an, auf der der Monarch steht. Sie müssen in die vorgefertigten Löcher im Sockel passen.

Vorsichtig bugsiert Klaus Wanka (rechts) vom Bauhof den Kini via Steuerung vom Laster neben den Sockel. Harald Pfister (links) und Tobias Häusler aus Regensburg packen mit an.

Millimeterarbeit: Wie Tetris

Vorsichtig schwebt die Statue höher, das Gesicht ist von Ästen bedeckt. Macht nix, da muss Ludwig II. jetzt durch. Vorsichtig bugsiert Wanka ihn in Richtung Sockel. Und dann beginnt Tetris: Die drei Stangen müssen in die vorher gebohrten Löcher passen. Pfister und Häusler stehen ganz nah am Kini auf dem Gerüst. Ein wenig nach rechts, ein bisschen nach links. Passt. Jetzt wird er langsam herunter gelassen. Fertig. Passt, sitzt und hat Luft. Allerdings war das nur der Probelauf. Denn die Statue muss wieder hoch.

Alte und neue Dokumente

Kurz vorher wird noch eine spezielle Blechdose unter die Füße des Denkmals gelegt – darin ist die Kopie eines alten Dokumentes, das im Sockel gefunden wurde, sowie ein neues, das Bürgermeister Peter Kloo unterschrieben hat. Jetzt wird der Kini nach hinten gekippt und die Männer füllen den Kleber in die Löcher. Dann hievt Wanka ihn per Steuerung rein. Er steht. Fest auf seinen Beinen. Als wäre er nie weg gewesen.

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