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Verdi will Druck auf Post erhöhen

Warnstreiks in Kolbermoor und Mehring - bundesweit 99.000 Pakete und 1,2 Millionen Briefe betroffen

Bayernweiter Streik der Brief- und Paketzusteller der Deutschen Post
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Bundesweiter Streik der Brief- und Paketzusteller der Deutschen Post

Kolbermoor/ Mehring - Im Tarifstreit mit der Post hat die Gewerkschaft Verdi Beschäftigte in der Brief- und Paketzustellung erneut zu Warnstreiks aufgerufen. Verschiedene Standorte in ganz Deutschland seien am Freitag betroffen, teilte die Gewerkschaft mit - darunter auch das Briefzentrum in Kolbermoor und der Zustellstützpunkt Mehring.

Update, 15.30 Uhr - Stellungnahme der Deutschen Post DHL Group

Auf Anfrage von rosenheim24.de nahm Sonja Radojicic, Pressesprecherin der Deutschen Post, zu den Warnstreiks in Deutschland und der Region wie folgt Stellung: „Aktuell finden Warnstreiks über das Bundesgebiet verteilt statt, von denen rund 300 Betriebsstätten und hier insbesondere die Zustellung betroffen sind. Insgesamt haben sich bundesweit bislang rund 3.000 Beschäftigte an den heutigen Arbeitsniederlegungen beteiligt.

Die Deutsche Post hat die notwendigen Maßnahmen getroffen, um die Auswirkungen für die Kunden so gering wie möglich zu halten. Bundesweit sind etwa 99.000 Pakete - das sind weniger als 2 Prozent der Tagesmenge - und rund 1,2 Millionen Briefe, ebenfalls 2 Prozent der Tagesmenge, betroffen. Aufgrund der anhaltenden Streikmaßnahmen kann sich die Menge im Tagesverlauf noch leicht verändern. In den stärker durch die Warnstreiks betroffenen Regionen werden die verzögerten Sendungen in den Folgetagen zugestellt.

Erstmeldung:

Im Tarifkonflikt bei der Deutschen Post AG ruft die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) für den Freitag, 18. September, Beschäftigte an verschiedenen Standorten in allen Bundesländern zu Warnstreiks auf, um den Druck auf den Arbeitgeber vor der finalen dritten Verhandlungsrunde zu erhöhen.

Warnstreiks auch in Oberbayern: Briefzentrum Kolbermoor und Zustellstützpunkt Mehring betroffen

Betroffen sind unter anderem die Briefzentren in Straubing, Regensburg und Kolbermoor. Nach Angaben eines Sprechers gibt es bzw. gab es an 34 Standorten in Bayern Warnstreiks - so auch am Zustellstützpunkt in Mehring. Verdi kündigte zudem für Samstag Warnstreiks in Bayern an. Welche Standorte dann betroffen sind, ist noch offen.

Im Briefzentrum Kolbermoor werden alle Briefsendungen des PLZ-Bereichs 83 bearbeitet. Zum Einzugsbereich gehören z.B. Bad Reichenhall, Wasserburg am Inn, Rosenheim, Markt Holzkirchen und die Region Chiemgau sowie das Tegernseer Tal.

„In den vorangegangenen Verhandlungsrunden sind wir einem Tarifabschluss keinen Millimeter näher gekommen. Die DP AG muss jetzt einlenken und Beschäftigte am Erfolg des Unternehmens teilhaben lassen“, sagte die stellvertretende Verdi-Vorsitzende und Verhandlungsführerin Andrea Kocsis. 

Laut Verdi habe die DP AG im Bereich Post und Paket ihren Gewinn im ersten Halbjahr um knapp 50 Prozent steigern können. Daher gebe es „eine klare Erwartungshaltung an den Arbeitgeber, die Beschäftigten für ihre herausfordernde und engagierte Arbeitsleistung mit einer ordentlichen und nachhaltigen Lohnerhöhung Wert zu schätzen. Die Forderung nach einer Lohnsteigerung von 5,5 Prozent für alle sei berechtigt und auch finanzierbar."

Tarifverhandlungen am 21. und 22 September

In den Tarifgesprächen liegen die beiden Parteien noch weit auseinander. Verdi hatte bislang den Eindruck gewonnen, dass die Post Einkommensverbesserungen von 1,5 Prozent anbieten wolle. Die nächste Verhandlungsrunde soll am 21. und 22. September stattfinden. Die Post will dann ein konkretes Angebot vorlegen.

Obwohl die Fronten verhärtet erscheinen, könnte es dann durchaus bereits zu einer Einigung kommen. Der Deutschen Post DHL geht es wirtschaftlich derzeit gut, was zum Beispiel am boomenden Online-Handel und seiner Paketflut liegt. Auch das Briefgeschäft ist lukrativ, wegen der Digitalisierung schrumpft es aber seit langem. Von der Corona-Krise ist der Bonner Konzern ebenfalls betroffen, weil Geschäftskunden ihre Werbepost runtergefahren haben. Zudem machen die konjunkturellen Sorgen auch der Post zu schaffen - Firmen verschicken weniger Dokumente und Ersatzteile im sogenannten Expressgeschäft.

Verdi hatte bereits in der vergangenen Woche zu Warnstreiks aufgerufen. Daran hatten sich insgesamt mehr als 11.000 Beschäftigte an über 300 Standorten im gesamten Bundesgebiet beteiligt. „Die Warnstreiks sind ein deutliches Zeichen unserer Mitglieder an den Arbeitgeber“, so Kocsis

mz/dpa

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