An der Hölderlinstraße in Kolbermoor

Zustimmung für Natur-Kindergarten, aber Sorge wegen Elterntaxis

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Kolbermoor - Mit nur zwei Gegenstimmen aus der Grünen-Fraktion beschloss der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung, die Vorplanung für einen naturnahen Kindergarten an der Hölderlinstraße zu genehmigen.

In der Stadtratssitzung Ende März war durch das Hauptamt die Kindertagesstätten-Bedarfsplanung für das Jahr 2019 vorgestellt worden. Laut dieser fehlen für das Jahr 2020 zur Deckung des Bedarfs noch insgesamt 57 Kindergartenplätze und für das Jahr 2021 noch einmal 18 weitere. "Die Hochrechnung der Bedarfsplanung ergab, dass bis zum Jahre 2024 insgesamt fünf Gruppen in der Kindergartenbetreuung fehlen", so die Stadtverwaltung. Um dem Bedarf gerecht werden zu können, sei geplant zwei Kindergartengruppen mit insgesamt 40 Kindern in einem naturnahen Kindergarten im Bereich der Hölderlinstraße in Form von Blockhäusern unterzubringen, da für diese auch bereits Träger gefunden wurden. "Grundsätzlich sollen sich die Kinder während der Betreuung in der Natur aufhalten. Die geplanten Blockhäuser sollen sich aber auch zum Aufenthalt der Kinder eignen."

In mehreren Gesprächen mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes sei der Standort bereits abgestimmt worden. Ziel sei es, soweit möglich, den Baumbestand und die übrige Vegetation in die Planung zu integrieren und auch entsprechend festzusetzen, um den Kindern ein naturnahes Erleben zu ermöglichen. "Die Gebäude werden auch extra kein Fundament haben, um möglichst nicht in den Untergrund einzugreifen", berichtete Bürgermeister Peter Kloo (SPD). "Allerdings werden die Ver- und Entsorgungsleitungen unter den unumgänglich notwendigen Gehwegen zwischen den Gebäuden verlegt werden."

Forderung Elterntaxis vorzubeugen

Überwiegend gab es grundsätzliche Zustimmung zu dem Projekt, nur aus der Grünen-Fraktion wurde Kritik laut. "Es ist leider keine ideale Planung", merkte Caroline Schwägerl an. Die Obere Naturschutzbehörde sehe das Projekt kritisch. Auch die geplante Zufahrt sehe sie kritisch. "Die Eltern bringen ihre Kinder inzwischen fast immer mit dem Auto, das könnte zu einer schwierigen Verkehrssituation führen. "Das Verfahren zur Einholung der Stellungnahmen von Behörden und Trägern öffentlicher Belange wird noch zeigen, ob und wo nachgebessert werden muss", merkte Bürgermeister Kloo an. Dann würde darauf entsprechend eingegangen werden. 

Dritte Bürgermeisterin Dagmar Levin-Feltz (SPD) regte an, die Zufahrtsstraße absichtlich zu verengen. "Dann wird der Verkehr gleich erheblich gedrosselt." Grünen-Stadtrat Georg Kustermann  ging sogar noch weiter und schlug vor, einen Parkplatz an der Bahnhofstraße einzurichten, von dem aus Kinder und gegebenfalls Eltern dann zum Kindergarten gehen könnten. "Das sollte ja zumutbar sein." 

Elterntaxis in der Kritik

Elterntaxis sind nicht wenigen ein Ärgernis. Neben der Kritik, dass das Bewusstsein für Gefahrensituationen bei Kindern größer sei, die einen kurzen Schulweg allein laufen dürften wird auch die zusätzliche Verkehrsbelastung bemängelt. Dazu kommt, das manche Eltern sich beim chauffieren ihrer Kinder schlicht teils nicht an Verkehrsregeln halten. Ende März führte die Rosenheimer Polizei sogar spezielle Schulwegs-Kontrollen durch, um Eltern zu sensibilisieren. 

Quelle: mangfall24.de

Rubriklistenbild: © Ralf Hirschberger/dpa

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