Serviced Apartements statt Hotelbetrieb

Kolbermoor: So soll es weitergehen mit dem Hotel „Gasthof zur Post“

Das Hotel „Gasthof zur Post“ gibt es seit Jahren nicht mehr. Mittlerweile sind dort 25 Zimmer vermietet, die ein bis zwei Personen beherbergen.
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Das Hotel „Gasthof zur Post“ gibt es seit Jahren nicht mehr. Mittlerweile sind dort 25 Zimmer vermietet, die ein bis zwei Personen beherbergen.

Schlafen statt schlemmen: Aus dem einstigen Hotel samt Gaststätte in Mitterhart soll jetzt ein Boardinghouse mit 53 Betten entstehen. Über diesen Antrag wurde im Bauausschuss diskutiert. Wie es jetzt weitergeht und was der Besitzer dazu sagt, lesen Sie hier.

Kolbermoor – Das Hotel „Gasthof zur Post“ an der Kolbermoorer Staastraße in Mitterhart gibt es seit Jahren nicht mehr. Mehrmals war das Gebäude Thema bei Sitzungen im Rathaus. Jetzt stand es wieder auf der Tagesordnung. Denn jetzt soll aus dem ehemaligen Hotel mit Gaststätte ein Boardinghouse werden – diesen Antrag zur Nutzungsänderung hatte der Antragsteller formuliert. Das Gremium des Bauausschusses hat diesen Antrag allerdings mehrheitlich abgelehnt (1:5).

Auf drei Etagensollen 53 Betten entstehen

„Es ist ein schwieriger Fall“, sagte Rathauschef Peter Kloo (SPD) eingangs. „Unser Wunsch war es ja, dass dort ein schönes Hotel samt Gaststätte entsteht.“ Er erklärte aber auch, dass es derzeit keine Option sei, in solche Projekte zu investieren. Nichtsdestotrotz: „Der Bauantrag wurde geprüft und müsste zulässig sein.“

Betten verteilt über drei Etagen verteilt

Geplant ist in dem ehemaligen Hotel ein Boardinghouse mit 53 Betten auf den Weg zu bringen. Im Erdgeschoss sollen sechs Zimmer mit maximal 15 Betten entstehen, im Obergeschoss 17 Zimmer mit maximal 18 Betten. Und im Dachgeschoss sind sieben Zimmer mit maximal 15 Betten geplant. Ein Großteil der Zimmer weist eine Doppelbelegung auf.

Im Erdgeschoss sollen die Zimmer mit einer Kochgelegenheit versehen werden. Auf dieser Etage sind Gemeinschaftstoiletten sowie Waschräume geplant. In der ersten Etage verfügen sie Zimmer über Bad/WC sowie eine Kochnische.

In der Sitzungsvorlage heißt es, dass die Gebäudehülle bestehen bleibe. Die Verwaltung schlug eine Nutzungsänderung in ein Boardinghouse vor.

Da hatte sie aber die Rechnung ohne das Gremium gemacht. Dagmar Levin (SPD) ärgerte sich und sagte: „Es ist vermessen von einem Boardinghouse zu sprechen.“ So würde es ja nur fortgesetzt, wie es bisher genutzt werde.

„Ich will das da nicht haben.“ Und: „Es ist eine Frechheit, die Leute so unterzubringen. Jedes Flüchtlingsheim ist komfortabler.“ Bürgermeister Kloo sagte darauf, dass er „inhaltlich nicht widerspreche, aber baurechtlich sei es zulässig“.

Gastro wirklich vom Tisch?

Sabine Balletshofer-Wimmer (CSU) fragte indes, ob mit dem Antrag denn auch die Gastronomie Geschichte sei. Die Antwort von Kloo war kurz und knapp: „Ja. Wir sehen keine Möglichkeit, es abzulehnen.“ Letztlich stimmte das Gremium gegen das Boardinghouse (1:5).

Das Ergebnis des Bauausschusses hat allerdings keine weiteren Folgen – der Antrag der Nutzungsänderung wird jetzt beim Landratsamt eingereicht, heißt es seitens der Stadtverwaltung.

Eigentümerwill „geordnete Verhältnisse“

Das Gebäude gehört der Mithras GmbH aus Stephanskirchen. Gesellschafter Manfred Grill erklärt auf Anfrage, dass man in dem Gebäude für „geordnete Verhältnisse“ sorgen wolle. Und das man das geplante Boardingshouses als Zwischennutzung ansehe, andernfalls würde es ja leerstehen. Denn Pächter für Gastronomie mit Biergarten sei derzeit nicht zu finden. Grill erklärt, dass dort derzeit 25 Zimmer bestünden, in denen ein bis zwei Personen wohnen.

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