So soll die Tonwerksunterführung neu gebaut werden

Kloo: "Das wird eine grausame Zeit, aber es geht nicht anders!"

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Neu und alt: So soll die Tonwerksunterführung einmal aussehen.
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Kolbermoor - Wird, was lange währte, nun endlich gut? Am Mittwochabend billigte der Stadtrat einstimmig die Planung für die Tonwerksunterführung. 

"Das ist ein Sauhaufen geworden!", hatte Bürgermeister Peter Kloo (SPD) Mitte November des vergangenen Jahres auf der Bürgerversammlung noch seinem Unmut über die Bahn Luft gemacht. "Die Leute vor Ort geben sich ja durchaus Mühe, aber vor allem mit dem Eisenbahnbundesamt ist es schwierig." Grund für seinen Frust war, dass damals der Baubeginn seitens der Bahn auf das Jahr 2021 verschoben worden war.Doch zwischenzeitlich änderten sich dort wieder die Zuständigkeiten, von Nürnberg nach München und auch der Baubeginn soll nun früher kommen.

Die wichtigsten Eckdaten:

  • Die neue Unterführung soll zwölf Meter breit werden, um genügend Platz für Autos, Fuß- und Radwege zu bieten. Außerdem wird sie einen halben Meter höher.
  • Die Baumaßnahmen umfassen neben der eigentlichen Unterführung auch den Bau von Grundwasserwannen an der Nord- und Südseite, ein Regenwasserpumpwerk, eine eigenständige Geh- und Radwegbrücke, sowie einen Kreisverkehr im Bereich Haßler-Straße-Bahnhofstraße und einen Umgestaltung und Absenkung im Bereich Glasberg-Grillparzerstraße-Bergstraße.
  • Die Neubau-Planungen gliedern sich in zwei Teilbereiche beziehungsweise Zuständigkeiten. Bauherr ist die Bahn, die auch die eigentliche Unterführung übernimmt. Die Rampen- und Straßenanbindungen mit Pumpwerk sowie der geplante Fußgängersteg südlich der Unterführung übernimmt die Stadt. 
  • Entsprechend wurden die Teil-Planungen an zwei Ingenieursbüros vergeben, die der Stadt an das Rosenheimer Ingenieurbüro Roplan und die der Bahn an das Münchner Büro Grassl.
  • Umgesetzt werden soll das Projekt voraussichtlich zwischen März 2020 und September 2021.
  • Das Projekt soll in zwei Bauabschnitten umgesetzt werden. Dafür werden verschiedene Sperrungen, zu denen die Details noch bekanntgegeben werden, nötig sein.
  • Die Gesamtkosten betragen etwa 3.960.039,16 Euro. Sie werden gemäß dem Eisenbahn-Kreuzungsgesetz berechnet und aufgeteilt. 
  • Davon entfallen voraussichtlich 41,03 Prozent, also 1.544.995,27 Euro auf die Bahn und 58,97 Prozent, also 2.220.530,61 Euro auf die Stadt. Diese Kosten beinhalten dann auch die Umsatzsteuer, zehn Prozent Verwaltungskosten und berücksichtigen die Ablösungsbeträge
Die geplanten Baumaßnahmen. 

"Die Aufteilung in zwei Abschnitte ist die einzige Möglichkeit", erläuterte Daniel Wingenfeld vom Ingenieurbüro Grassl. "Denn wegen des aus Seeton bestehenden Untergrunds können wir keine Behelfsbrücke errichten. Somit ist es nicht möglich, eine einzige große Baugrube auszuheben." Stattdessen würde jeweils eines der beiden Gleise gesperrt und der Zugverkehr über das andere geleitet. Auf wiederholte Anfragen aus dem Stadtrat betonte er, dass selbstverständlich versuch werden würde, die Bauzeit so kurz, wie möglich zu gestalten, um die Belastung der Anwohner und Verkehrsteilnehmer zu verringern. "Die aktuelle Planung geht beispielsweise von durchschnittlichen Witterungsbedingungen aus. Wenn wir aber beispielsweise einen milden Winter haben, fangen wir natürlich früher an, um früher fertig zu werden."

Der voraussichtliche Zeitplan für das Projekt.

Sowohl die beiden anwesenden Ingenieure, als auch Bürgermeister Kloo betonten ausdrücklich, dass die vorgelegte Planung die einzig mögliche Umsetzung darstellen würde. "Wir haben uns wirklich eine Menge Gedanken gemacht und uns bemüht, es so gut wie nur möglich zu lösen. Aber eine optimale Lösung, bei der es keinerlei Probleme gibt, existiert schlicht nicht", mahnte Bürgermeister Kloo, "Das wird eine grausame Zeit, aber es geht nicht anders!"

Quelle: mangfall24.de

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