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Wohnraum schaffen

„Wir verdichten uns zu Tode“: Kolbermoor diskutiert engere Bebauung - nicht nur in der Innenstadt

Wird jetzt mehr nachverdichtet? Die Stadt Kolbermoor hat eine höhere Nachverdichtung für den Innenstadtbereich befürwortet.
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Wird jetzt mehr nachverdichtet? Die Stadt Kolbermoor hat eine höhere Nachverdichtung für den Innenstadtbereich befürwortet.

Höher und enger bauen: Der Stadtrat diskutiert über Abstandsflächen zwischen Gebäuden und verabschiedet eine Satzung. Wo die neuen Regelungen in Kolbermoor greifen sollen und wo nicht, lesen Sie hier.

Kolbermoor – Höher und enger bauen: Diese Möglichkeit soll der Bayerischen Staatsregierung zu Folge umgesetzt werden. Bis 1. Februar – denn ab diesem Zeitpunkt soll die neue Abstandsflächenverkürzung in Kraft treten. Dem müssen auch die Kommunen zustimmen oder abweichend von der gesetzlichen Regelung eigene Satzungen erheben. Das hat Kolbermoor in der jüngsten Stadtratssitzung auf den Weg gebracht: Eine Satzung über abweichende Maße der Abstandsflächentiefe erlassen.

In der Ortsmitte soll neue Regel gelten

So soll es in Kolbermoor laufen: Ja – in bestimmten Bereichen die Abstandsflächen von Haus zu Haus zu verringern. Nein – was die verschiedenen Ortsbereiche angeht. Heißt: Südlich der Mangfall und nördlich der Eisenbahnlinie soll die engere und höhere Bauweise nicht generell greifen – im Innenstadtbereich allerdings schon. Bevor dem Beschluss allerdings einstimmig zugestimmt wurde, gab es eine längere Diskussion.

Die neue Regelung sieht vor, dass die Abstandsflächen zwischen den Gebäuden verkleinert werden. Das heißt: Nicht mehr die ganze Wandhöhe muss als Abstandstiefe gelten, sondern nur noch die 0,4-fache Höhe. „So können die Baukörper massiv zusammenrücken“, erklärte Rathauschef Peter Kloo, „für den Innenstadtbereich ist das in Ordnung.“

Würde man diese Regel auf die ganze Stadt ausweiten, wäre auch an den Ortsrändern und Siedlungsbereichen eine „massive Nachverdichtung“ möglich, so Kloo. Deshalb schlägt die Verwaltung vor, Bereiche von dieser Regel auszuklammern: eben nördlich der Bahnlinie und südlich der Mangfall. Kloo erklärte aber auch, dass es möglich sei, wenn man es als sinnvoll erachte, der geringeren Abstandsfläche auch in diesen Bereichen zuzustimmen. Dennoch: „Um eine friedliche Nachbarschaft beizubehalten, soll das Abstandsrecht von einer Wandhöhe beibehalten werden.“

Leonhard Sedlbauer (CSU) sagte, dass man diese neue Regel innerhalb der Fraktion „sehr kontrovers diskutiert“ habe. Dass eine größere Verdichtung möglich sei, sei nicht nur negativ. Deshalb schlug er vor, die vorgeschlagene Satzung der Stadt auf ein Jahr zu befristen.

Rathauschef hat Bedenken

Rathauschef Kloo erklärte, dass er hinsichtlich der Befristung der Satzung „Bedenken“ habe. Schließlich könne der Gesetzgeber sagen: „Eine Experimentiersatzung wollen wir nicht“. Und nochmal: Die Stadt habe immer die Möglichkeit, die geringe Abstandsfläche auch oberhalb der Bahnlinie und südlich der Mangfall zu ermöglichen – „wenn es Sinn macht“.

Verwaltung soll 2022 über Erfahrungen berichten

Sedlbauer schlug daraufhin vor, ob man den Beschlussvorschlag um einen Satz erweitern könne: Nämlich, dass die Verwaltung nach einem Jahr über ihre Erfahrungen berichte. Diesem Vorschlag schloss sich auch Dieter Kannengießer (Parteifreie Kolbermoor) an. Sebastian Daxeder (CSU) erklärte, dass der Bedarf nach Wohnraum groß sei – obwohl viel gebaut wurde. Und dass man es auch ermöglichen solle, wenn beispielsweise das Dachgeschoss ausgebaut werde, damit die Kinder einziehen können.

Nachverdichtung muss Sinn machen

Kloo erklärte nochmal, dass man nicht generell gegen die Verdichtung sei – aber diese müsse vernünftig sein. Und nochmal: Man kann ja von den Abstandsregeln befreien, wenn es eben Sinn macht. Ansonsten „verdichten wir uns zu Tode“. Kurz: Ja, es soll in die Höhe wachsen, aber nicht in den gewachsenen Siedlungen. Andernfalls hätte man Bungalows und mittendrin ein vierstöckiges Haus. Es muss in die Struktur passen, andernfalls führe das zu Spannungen.

Letztlich stimmte das Kolbermoor Gremium der vorgeschlagenen Satzung zu – inklusive, dass die Verwaltung nach einem Jahr über die Erfahrungen berichten solle.

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