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Neuigkeiten aus dem Stadtrat

Trotz Defizit: "Stadtbus weiterhin auf Kurs"

Kolbermoor - Eine viertel Million Euro kostet der Stadtbus die Kolbermoorer jährlich. Warum sich der Stadtrat in der Juli-Sitzung trotzdem für eine Verlängerung des Probebetriebs aussprach:

"Der Stadtbus hat unsere Erwartungen nicht annähernd erfüllt. Wir geben 15 Euro für 1 Euro Erlös aus", erklärte der CSU-Stadtrat Sebastian Daxeder am vergangenen Mittwoch in der Juni-Sitzung in Kolbermoor. Man habe zwar nicht vor, den Stadtbus grundsätzlich zu streichen, eine Entscheidung über die Verlängerung des Probebetriebs um weitere vier Jahre benötige jedoch noch einige Bedenkzeit. So bat Daxeder, den Beschluss für zwei bis drei Monate zurückzustellen, um das Marketingkonzept weiter zu verfeinern, beispielsweise eine Bürgerbefragung zur Nutzung der Linien durchzuführen und genauere Betrachtungen anzustellen.

Stadtbus Kolbermoor: Die Eckdaten

Rund 13.000 Einzeltickets hatte die Stadtverwaltung im Jahr 2014 für die Linien in der Mangfall-Stadt an den Mann und die Frau gebracht. Rechne man Jahres-, Halbjahres- und Monatstickets mit ein, habe sich eine Gesamtmenge von knapp 16.000 Einzelfahrten für das abgelaufene Kalenderjahr ergeben, berichtet Elisabeth Kalenberg, die in der Kolbermoorer Verwaltung für das Projekt Stadtbus zuständig ist. Für das aktuelle Jahr prognostizierte sie einen Umsatz von knapp 18.000 Einzeltickets, inklusive der neuen Zehner-Karte und aller anderen Abo-Karten. "Damit ist eine leicht steigende Tendenz bei der Beförderungsleistung zu erkennen", so Kalenberg weiter. Dem gegenüber stehen Kosten in Höhe von derzeit 152.000 Euro, mit denen der Busverkehr die Stadtkassen im aktuellen Jahr bereits belastet hat. Auf das gesamte Jahr gesehen entspricht das einem Defizit von rund 250.000 Euro.

Zusätzlich zur Verlängerung des Probebetriebs schlug die Verwaltung vor, zwei Niederflurbusse anzuschaffen, die von der Regierung mit 52.000 Euro pro Stück gefördert würden. Nach den technischen Problemen mit den sich bereits im Einsatz befindlichen Modellen, müsste, im Fall einer Fortführung des Projekts, die Stadt ohnehin neue Fahrzeuge besorgen. Beim Kauf von zwei Bussen könne man einerseits die günstige Haushaltslage nutzen und andererseits mehr Einfluss auf die Qualität der Busse nehmen, erklärt Elisabeth Kalenberg.

Bewusstes Defizit für die Daseinsvorsorge

"Die wirtschaftlichen Daten regen zum Nachdenken an, manchmal braucht man aber einfach einen langen Atem", gab Georg Kustermann von den Grünen zu bedenken. Den Bedenken der CSU-Fraktion im Stadtrat zur Rentabilität der Busse, trat er klar entgegen: "Uns war von Anfang an bewusst, dass Zuschüsse nötig sein werden". Seine Parteikollegin Andrea Rosner verwies auf die kommende Verkehrsbelastung im Zuge der Erneuerung der Mangfall-Brücke. Sie regte an, auch die regionalen Omnibus-Betreiber mit ins Boot zu holen, um angespannte Verkehrslage im Zuge der Bauarbeiten zu überbrücken.

"Wir sind ständig bemüht, die Defizite so gering wie möglich zu halten. Doch ohne werden wir es nicht schaffen", erklärte Bürgermeister Peter Kloo. Er sehe das Angebot der Stadtbusse viel mehr als Beitrag zur öffentlichen Daseinsvorsorge, nicht nur vor rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Besonders für ältere und körperlich beeinträchtigte Bürgerinnen und Bürger bildeten die Linien einen Zugewinn an Mobilität. "Auch der Münchner Verkehrsverband fährt täglich ein Defizit von 1 Mio. Euro ein. Aber wie würde München ohne ÖPNV aussehen?" gab Kloo zu bedenken, und weiter: "Wir lernen ständig dazu und entwickeln uns weiter." So stehe zur Zeit eine Optimierung der Fahrpläne im Zusammenspiel mit einer neuen Marketing-Strategie an.

Stadtbus auch weiterhin auf Kurs

Mit den Gegenstimmen der CSU-Fraktion sprach sich der Stadtrat in Kolbermoor am Ende für die Weiterführung des Probebetriebs und einer Verlängerung des Busverkehrs bis zum 31.08.2020 aus. Besonders die schwerbehinderten Bürgerinnen und Bürger, die unentgeltlich befördert werden, sollen so auch weiterhin vom Angebot der Stadt profitieren können. Die Förderung von Seiten der Regierung von Oberbayern bei der Neuanschaffung der beiden Niederflur-Busse in Höhe von je 52.00 Euro, sei dabei zwar auf eine Laufzeit von 8 Jahren ausgelegt, so die Verwaltung, könne aber jederzeit auch auf den verkürzten Zeitraum angerechnet werden.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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