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Innerhalb eines Dreivierteljahres zweimal positiv getestet

Kolbermoorerin warnt: „Corona darf nicht auf die leichte Schulter genommen werden“

Marion aus Kolbermoor wurde zweimal positiv auf Corona getestet
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Marion aus Kolbermoor hat sich zweimal in Folge mit Corona infiziert und warnt nun vor den Auswirkungen des Virus.

Zweimal in Folge mit Corona infiziert – das wünscht sich niemand. Marion hätte das auch nicht für möglich gehalten und doch wurde sie im vergangenen Jahr zweimal positiv getestet. Bis heute leidet sie am „Post-Covid-Syndrom“ – und möchte mit ihrer Geschichte andere warnen, das Virus nicht zu unterschätzen. 

Kolbermoor - „Mir geht es darum, die Leute zu warnen: Passt auf, man kann Corona durchaus zweimal bekommen - so wie ich. Man geht immer davon aus, wer es einmal hatte, ist immun – das stimmt aber nicht. Keiner weiß, ob er wirklich immun ist und wenn ja, wie lange“, unterstreicht Marion.

„Natürlich wünschen sich alle ein Leben ohne Verbote und Regeln zurück, so wie wir es vor der Pandemie kannten – und die Lage ist schlimm, gerade für Selbstständige oder Familien. Es ist auch verständlich, dass mit dem schönen Frühlingswetter die Rufe nach Lockerungen lauter werden. Deshalb muss man aber noch lange nicht zu Hunderten ohne Abstand auf Demonstrationen herumlaufen. Corona darf nicht auf die leichte Schulter genommen werden, das ist nicht einfach nur eine Erkältung, schwere Verläufe gibt es zuhauf. Es kann wirklich jeden treffen und jeder sollte an seine eigene Gesundheit denken“, mahnt Marion.

Positive Testergebnisse im März und im November 2020

Die erste Corona-Infektion wurde bei der Kolbermoorerin gleich zu Beginn der Pandemie, Anfang März 2020, festgestellt. „Ich hatte überhaupt kein Fieber, aber sehr starke Halsschmerzen. Sechs Wochen lang plättete mich das Virus, ich konnte in der Zeit fast nur liegen. Da ging gar nichts mehr“, erinnert sie sich. Die Ansteckung ist vermutlich auf das Seniorenheim zurückzuführen, in dem sie damals in der Demenzbetreuung gearbeitet hat.

Im November brachte ihr Mann das Virus von der Arbeit nach Hause – beide infizierten sich, Marion zum zweiten Mal. „Da lag gerade mal ein Dreivierteljahr dazwischen, ehe es mich erneut erwischte. Ich fühlte mich schlapp und kränklich, hatte zwar wieder kein Fieber, dafür zum ersten Mal zusätzlich zu den Halsschmerzen Geschmacks- und Geruchsverlust.“

Als sie die zweite Infektion mit dem Virus dem Gesundheitsamt gemeldet hat, habe man ihr kaum geglaubt und vorgeschlagen, ob sie Interesse hätte, an einer Studie teilzunehmen, was sie dann auch tat. Auch wenn Marion vor allem wegen der sich verbreitenden Mutationen Angst vor einer erneuten Infektion habe - nur mehr daheim bleiben ist für sie keine Option. Sie traue sich schon noch raus - „mit Vorsicht“, verlasse das Haus zum Spazieren gehen oder um dringende Einkäufe zu erledigen.

„Post-Covid-Syndrom“ macht Arbeiten unmöglich

Marion, die unter anderem mit Asthma vorbelastet ist, leidet am „Post-Covid-Syndrom“ mit diversen Langzeitbeschwerden, das ihre Vorerkrankungen verstärkt und schlimmer werden ließ. Wenn sie sich längere Zeit unterhält, wird sie kurzatmig, spürt eine Enge in der Brust, gepaart mit Schmerzen. Morgens und vormittags ist es für ein paar Stunden erträglicher, doch das könne sich von einem Tag auf den anderen ändern. „Große Anstrengung kann ich nicht mehr machen und häufig übermannt mich ein Schwächegefühl“, schildert die 60-Jährige.

Zwei Lungenembolien hat sie seit den Corona-Infektionen hinter sich. Regelmäßig benötigt sie ein Inhalationsgerät vom Pneumologen. Neben diverser Medikamente und Schmerzmittel, die sie einnimmt, befindet sie sich in psychologischer Behandlung. Weil sie so oft krank geschrieben war und ihr die Kraft für einen Vollzeitjob fehlt, ist sie derzeit arbeitslos. „Das kann ich ja keiner Firma antun: eine Arbeitskraft, die permanent fehlt, weil sie nicht belastbar ist“, weiß Marion selbst.

Alle Hoffnung ruht auf der Reha

Nun setzt die Kolbermoorerin alles in eine Reha – am Besten in der Schön-Klinik im Berchtesgadener Land, die sich speziell auf Lungentherapie ausgerichtet hat und auch Post-Covid-Patienten behandelt. Eingereicht hat sie die Unterlagen bereits. Sie hofft, dass es bald wieder aufwärts geht und bleibt optimistisch.

Eine Corona-Impfung stehe für Marion derzeit nicht an – da sie ja bereits Covid hatte. Dabei gehöre sie wegen des Asthmas ohnehin zur Risikogruppe. „Ich hoffe nur, es trifft mich kein drittes Mal“, schließt Marion ihre Erklärungen.

mb

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