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Die Gedanken unserer Leser zu Corona

„Zwingend notwendig, unsere derzeitige Strategie zu überdenken“

Kolbermoor - Es gibt wohl kaum jemand, der zur aktuellen Situation und zu den Corona-Maßnahmen keine Meinung hat. Die Ansichten gehen dabei weit auseinander. Hier ein Leserbrief eines Users aus Kolbermoor, der sich Gedanken zur aktuellen Lage gemacht hat.

Der Leserbrief im Wortlaut:

„Die Strafversetzung des Gesundheitsamts-Chefs Friedrich Pürner hat unlängst gezeigt wie gefährlich auch sachliche Aussagen in diesen Zeiten eingeschränkter Meinungsfreiheit sein können. Deshalb vorab eines: Ich bin weder Verschwörungstheoretiker noch Reichsbürger, weder Corona-Leugner noch Rechtsradikaler. Ich bin ein zeitlebens politisch engagierter Bürger, der in dieser Republik 58 wunderbare Lebensjahre dank eines phantastischen Grundgesetzes und eines funktionierenden Rechtsstaates erleben durfte. Aber gerade die Grundpfeiler ebenjenes Rechtsstaates sind unfassbarerweise binnen eines halben Jahres aus unser aller Leben verschwunden. Jeder von uns hat viel aufgegeben in dieser Zeit und von daher ist es nicht nur berechtigt, sondern aus demokratischer Sicht sogar zwingend notwendig, unsere derzeitige Strategie zu überdenken.

Tatsache ist, dass wir mit diesem Virus werden leben müssen. Es wird genauso wenig verschwinden, wie die vorangegangenen Coronaviren SARS 1 und 2, wie Schweine- oder Vogelgrippe. Daran wird kein Lockdown dieser Erde etwas ändern. Entscheidend ist also definitiv nicht die Frage, wie viele gesunde Menschen werden positiv getestet, sondern lediglich, wie viele Menschen entwickeln ernsthafte Krankheitssymptome. Es macht überhaupt keinen Sinn den völlig unsinnigen Parameter „symptomfreie, positiv Getestete“ zum Auslöser des Herunterfahrens allen menschlichen Lebens zu machen. Denn das tun wir gerade. Alles, was unser Leben lebenswert macht wird derzeit auf dem Altar ständig wechselnder Inzidenzzahlen geopfert: Bewegungsfreiheit, Kontakt zu anderen Menschen, Freunden, ja sogar zu Mitgliedern der eigenen Familie. Gemeinsame Kultur, Kirchenveranstaltungen, Sport, Treffen in Interessengruppen oder Vereinen und vieles mehr. Genauso dramatisch sind die Folgen unserer derzeitigen Lockdown-Strategie für unsere Wirtschafts- und Sozialsystem: Viele Menschen verlieren derzeit die Grundlagen ihrer beruflichen Existenz und spätestens nach den Steuereinbrüchen im nächsten Jahr werden unsere Sozial- und Rentensysteme wohl näher am Kollaps stehen als jemals zuvor. Unabsehbar, ob und wie unsere Kinder diesen extremen Schaden je werden bezahlen und abarbeiten können.

Angesichts dieses immens hohen Einsatzes stellt sich zwangsläufig die Frage, wie hoch muss ein Risiko sein, das diesen Preis rechtfertigt? In meinen Augen höher als eine Sterblichkeit, die auch nach acht Monaten Coronavirus in Deutschland bei 0,01 Prozent der Gesamtbevölkerung und sogar im derzeit weltweit am schlimmsten betroffenen Land Belgien bei nicht mehr als 0,1 Prozent liegt. Das heißt 99,9 Prozent haben diese Krankheit unbeschadet überstanden, und das obwohl nach Schätzung einiger Studien die Dunkelziffer der tatsächlich Infizierten bereits bei weit über 30 Prozent liegt.

Fakt ist zudem, dass der Altersdurchschnitt der Verstorbenen in faktisch allen Ländern dieser Erde höher ist als die durchschnittliche Lebenserwartung. Es findet also beileibe keine gesellschaftsauslöschende Katastrophe statt, die obigen Preis auch nur ansatzweise rechtfertigen würde, und diese Betrachtungsweise ist in meinen Augen kein bisschen zynischer als das soziale Isolieren von vier Millionen alten Menschen oder das Einsperren von 20 Millionen Kindern und Jugendlichen alleine in Deutschland.

Und ebendies erwarte ich von einem verantwortungsvollen Politiker genauso wie von jedem seriösen Journalisten: Eine Risikoabwägung mit Augenmaß und eine Strategie, die sich auf die tatsächlich Kranken und Gefährdeten konzentriert ohne die Basis unserer freiheitlichen Gesellschaftsordnung nachhaltig zu zerstören.“

Georg Kustermann, Kolbermoor

Rubriklistenbild: © Marijan Murat

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