Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Neue Form der Unterhaltung

Wie sich Wasser und Bücher vertragen: Stadtbücherei eröffnet Außenstelle im Kolbermoorer Freibad

Bürgermeister Peter Kloo „eröffnet“ mit Synthia Schmid, Rouven und Raffael Fliehmann (von links) den Bücherschrank. Sie gehörten zu den Jugendlichen des Jugendtreffs Kolbermoor, die durch ihre Bemalung aus einem ehemaligen Kühlschrank ein richtiges Designobjekt machten.
+
Bürgermeister Peter Kloo „eröffnet“ mit Synthia Schmid, Rouven und Raffael Fliehmann (von links) den Bücherschrank. Sie gehörten zu den Jugendlichen des Jugendtreffs Kolbermoor, die durch ihre Bemalung aus einem ehemaligen Kühlschrank ein richtiges Designobjekt machten.

Eine Limonade beim Sonnenbaden trinken, war im Kolbermoorer Freibad problemlos möglich. Schließlich gibt es dort seit Langem einen Kiosk. Jetzt ist auf für Unterhaltung für Leseratten gesorgt. Die Stadtbücherei hat im Freibad eine Aussenstelle eröffnet.

Kolbermoor – Keine Frage: Mit das Wichtigste für ein Freibad ist nach dem Wasser ein Kiosk, an dem es etwas Gutes zu Essen, zu Trinken und natürlich auch Süßes gibt. Der absolute Freibadhimmel aber wäre nach Meinung vieler dann erreicht, wenn es auch noch eine Außenstelle der Bücherei gäbe. Dann könnte man sich die Stunden auf den Liegewiesen nochmal angenehmer gestalten.

Den Kiosk hat das Kolbermoorer Freibad seit langem. Seit dieser Woche aber gibt es jetzt noch eine „Außenstelle“ der Bücherei. Und zwar in Form eines Bücherschrankes, der, für alle den ganzen Badetag über offen bei den Schließfächern steht. Alles aus diesem Schrank kann man für die Badezeit einfach rausnehmen und abends wieder reinstellen. Man kann es aber auch ganz behalten.

Bucher auch zum Mitnehmen

Das ist zum Beispiel dann praktisch, wenn der Nachwuchs sich in das ausgeliehene Bilderbuch verliebt hat und darauf besteht, es von nun an jeden Abend vor dem Schlafengehen vorgelesen zu bekommen.

Gern gesehen – aber kein Muss – ist für diesen Fall eine Gegengabe: Wer ein oder mehrere Bücher zuhause hat, die dort nur noch rumstehen, hätte hier die Chance, ihnen eine neue Leserschaft zukommen zu lassen.

Sabrina Eickmann, Andrea Sondhauß und Jana Giebel (von links) vom Büchereiteam freuen sich bereits unmittelbar nach der Eröffnung des Bücherschranks über den ersten Leser, den neunjährigen Jonas Hellmann.

Dass es sich dabei aber nicht um alte und ramponierte Schmöker handeln sollte, versteht sich von selbst. Die würde das Bibliotheksteam auch ganz schnell aussortieren. Denn wie Andrea Sondhauß, die Leiterin der Bücherei sagt, hat man sich nicht nur bei der Erstausstattung darum bemüht, für wirklich jede Altersgruppe und jeden Geschmack etwas hineinzustellen, sondern wird das auch weiterhin tun. Die Idee für eine solche „Büchereifiliale“ hatte man in Stadtverwaltung und Stadtbücherei schon seit Langem. Schließlich gibt es so etwas bereits in vielen Gemeinden. Meist sind es ausgediente Telefonzellen. Die aber sind eng und an schönen Tagen auch schön heiß. Deshalb war in der Stadt die Aufstellidee in dem Moment perfekt, als man auf das Freibad als Standort kam. Viel Platz und viel Luft, um in Ruhe zu schauen, was es Lesenswertes gibt, dazu jede Menge potentielles Lesepublikum.

Ganzjahrestaugliche Ergänzung?

Sollte der Bücherschrank im Sommer gut angenommen werden, wird es, da sind sich Andrea Sondhauß und Elisabeth Kalenberg, die Hauptamtsleiterin der Stadt, einig, auf jeden Fall eine ganzjahrestaugliche Ergänzung geben. Über den passenden Standort wird noch nachgedacht, der Carl-Daniels-Platz aber könnt dafür in Frage kommen. Noch nicht geklärt ist auch, welche Form diese zukünftige Gratisausleihe“ haben wird. Man darf jedoch vermuten, dass man hierfür eine ähnlich geniale Upcycling-Idee haben wird, wie beim Bücherschrank im Freibad. Das war nämlich einst ein großer Kühlschrank.

Bauhof auf Kühlschrank-Pirsch

Sabrina Eickmann, die in der Stadt sowohl in der Bücherei mitarbeitet als auch fürs Freibad zuständig ist und damit das ideale Bindeglied für die Aufstellidee war, hatte die Mitarbeiter des Wertstoffhofes gebeten, sich zu melden, wenn ihnen etwas passendes unterkäme. Keine vierzehn Tage habe es gedauert, da hätten diese vermeldet: Wir haben was.

Dass man aber dem „Bücherkühlschrank“ seine Wertstoffhof-Herkunft jetzt überhaupt nicht mehr ansieht, sondern ihn eher für ein wahres Designermöbel halten könnte, liegt an den jungen Leuten des Jugendtreffs: Die haben ihn in zahllosen Arbeitsstunden über mehrere Wochen hinweg nicht einfach so bemalt, sondern in ein wirkliches Kunstobjekt verwandelt.

Kommentare