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Caterer legt Preissteigerungen um

Steigende Kosten: Mittagessen an Kolbermoorer Schulen wird ab September teurer

Ein letztes Mittagessen vor den großen Ferien genossen die Kinder in der Adolf-Rasp-Grundschule. Ab September müssen ihre Eltern dafür nun tiefer in die Tasche greifen.
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Ein letztes Mittagessen vor den großen Ferien genossen die Kinder in der Adolf-Rasp-Grundschule. Ab September müssen ihre Eltern dafür nun tiefer in die Tasche greifen.

Am letzten Schultag gab es noch eine Hiobsbotschaft: Das Mittagessen an Grund- und Mittelschule wird teurer. Ab September steigt die Monatspauschale abhängig von der Schulart zwischen vier und zwölf Euro. Es ist die zweite Preissteigerung innerhalb von zwei Jahren.

Kolbermoor – Erst 2021 wurde die Mittagsverpflegung in den Ganztagsklassen der Grundschulen und der Mittelschule an die gestiegenen Kosten für Essenspreise und Personal angepasst und auf eine Pauschale umgestellt. Nun musste sich der Stadtrat erneut mit einer Preiserhöhung beschäftigen.

Falsch kalkuliert und nicht optimal bestellt

„Die Nachkalkulation der Pauschalen für den Zeitraum von September bis Mai hat ergeben, dass die städtischen Einnahmen für die Mittagsverpflegung hinter den Ausgaben für den Einkauf der Verpflegung zurückbleiben“, erläuterte Karin Wallisch vom Amt für Kultur, Bildung und Soziales der Stadt Kolbermoor. Zudem müsse ein weiterer Preisanstieg für steigende Rohstoffkosten und höhere Mindestlöhne einkalkuliert werden: „Der Caterer hat uns mitgeteilt, dass er den Preis für Einzelessen der Grundschüler um 30 Cent und für Mittelschüler um 40 Cent netto erhöhen muss“, so Wallisch.

Als Grund dafür habe er unter anderem Güterknappheit angeführt – versursacht durch vom Krieg in der Ukraine unterbrochene Lieferketten. „Zudem seien die Großhandelspreise um 21 Prozent und die Energiepreise um 35 Prozent gestiegen“, gab Wallisch die Verhandlungen mit dem Caterer vor dem Stadtrat wider. Vertraglich sei zwar keine Preisanhebung zum jetzigen Zeitpunkt vorgesehen. Allerdings sei auch die derzeitige Versorgungslage nicht vorhersehbar gewesen. „Sie führt beim Caterer glaubhaft zu nicht verkraftbaren Einbußen“, so die Einschätzung der Verwaltung.

Doch das ist nur eine Seite der Medaille. Die andere ist selbst verursacht, denn es wurde mehr Essen geliefert und bezahlt, als in der Pauschale kalkuliert. Eine Ursache dafür ist die Corona-Pandemie. „In der Pauschale haben wir mehr Abzugstage durch Wandertage oder Praktika berechnet, als tatsächlich stattfinden konnten“, erklärt Wallisch. „Daher müssen wir die Verpflegungstage wieder erhöhen.“

Doch auch der Bestellmodus ist ein Problem. „Vereinbart ist eigentlich eine taggleiche Bestellung der Essen“, informiert Wallisch. So seien die Schulen daran gewöhnt gewesen, bis 8.30 Uhr ihre konkreten Bestellungen durchzugeben. Das funktioniert nun aber nicht mehr. „Allerdings kann es auch nicht bis zu einer Woche dauern, ehe Änderungen gebucht sind“, kritisiert Wallisch. Derzeit bemühe sich die Verwaltung deshalb darum, einen zeitlichen Vorlauf der Bestellung von nur zwei Tagen zu erreichen.

Die Verhandlungen laufen noch. Warum die Stadt nicht die Einhaltung des bestehenden Vertrages fordert, erklärte Wallisch ebenfalls: „Dann würden wir den Caterer verlieren. Das würde die Mittagessensversorgung der Kinder im kommenden Schuljahr gefährden.“ Der Wechsel eines Caterers sei nur über eine europaweite Ausschreibung möglich. Dafür reichten sechs Wochen bis zum Schulstart nicht.

Dritte Bürgermeisterin Sabine Balletshofer-Wimmer (CSU) fragte nach Härtefallregelungen. Wie Bürgermeister Peter Kloo (SPD) erläuterte, gebe es den Verein „Kolbermoorer helfen“, einen Fonds der Stadt und Hilfsangebote des Landratsamtes. „Wichtig ist nur, dass die Familien frühzeitig kommen und auf ihre Notlage hinweisen.“

Christian Demmel (AfD) kritisierte das gesamtgellschaftliche Problem, dass alle aktuellen Preissteigerungen auf die Familien abgewälzt würden. Er fragte, ob nicht zumindest die Verteuerung des Mittagessens aus anderen Töpfen abgefedert werden könnte. „Die Stadt muss ein Verpflegungsangebot schaffen“, erläuterte der Bürgermeister. Sie verfüge in ihrem Haushalt aber nicht über die Mittel, diese Kosten zu übernehmen.

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