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290 Euro für nicht genutzte Aussegnungshalle

Der Tod hat in Kolbermoor einen hohen Preis: Betroffene beschwert sich

Nur auf dem alten Friedhof in der Von-Bippen-Straße gibt es ein Leichenhaus. Über eine Aussegnungshalle verfügen beide städtische Friedhöfe.
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Nur auf dem alten Friedhof in der Von-Bippen-Straße gibt es ein Leichenhaus. Über eine Aussegnungshalle verfügen beide städtische Friedhöfe.

Müssen die Kolbermoorer auf den städtischen Friedhöfen pauschale Gebühren für die Aussegnungshalle bezahlen, auch wenn sie diese gar nicht benutzen? Diese Frage beschäftigt viele Kolbermoorer, nachdem sich eine Betroffene genau darüber beschwerte. Nun hat sich die Stadtverwaltung eingeschaltet und das Problem geklärt.

Kolbermoor – „Nur der Tod ist umsonst.“ Dieses alte Sprichwort hat seine Wahrheit schon lange verloren, denn auch die letzte Ruhe hat ihren Preis. Auch die Kosten für Leichenschau, Bestatter und Beerdigung steigen. Die neuen Gebühren für den alten Friedhof in der Von-Bippen-Straße und den neuen Friedhof am Rothbachl in Kolbermoor werden in der Friedhofs- und Bestattungssatzung geregelt, die in ihrer überarbeiteten Fassung seit dem 1. Januar gilt.

Seit Januar gelten neue Gebühren

Darin werden nicht nur die Grabnutzungs-, sondern auch die Bestattungsgebühren aufgeführt. Jetzt sorgte die Rechnung für eine Beerdigung für großen Unmut. Eine Kolbermoorerin hatte ihrem Ärger auf Facebook Luft gemacht, denn sie musste für die Aussegnungshalle 290 Euro bezahlen, obwohl diese bei der Beerdigung gar nicht benutzt worden war.

Wieso also wurde die Gebühr trotzdem erhoben? „Wir erstellen die Rechnungen für die städtischen Leistungen einer Beerdigung auf Grundlage der Informationen, die wir vom Bestattungsinstitut bekommen“, informiert Daniela Leurich von der Friedhofsverwaltung und erklärt den Ablauf einer Beerdigung. Nach dem im Freistaat Bayern geltenden „Leichenhauszwang“ müssen der Sarg oder die Urne eines Verstorbenen mindestens 24 Stunden vor der Beisetzung im Leichenhaus aufbewahrt werden. Ausnahmen sind im Paragraph 16 der Friedhofsordnung geregelt (siehe unten).

Unabhängig davon, wo die Bestattung stattfindet, führt der letzte irdische Weg der Kolbermoorer also immer über den alten Friedhof, denn nur hier gibt es eine Leichenhalle. Die kostet pro Tag 125 Euro. Aussegnungshallen gibt es auf beiden Friedhöfen. Ihre Nutzung kostet weitere 290 Euro. „Normalerweise nehmen die Angehörigen dort Abschied von ihren Verstorbenen, ehe der Trauerzug auf den Friedhof führt und die Beisetzung am Grab erfolgt“, erklärt Leurich.

Im konkreten Beschwerdefall wurde die Aussegnungshalle aber nicht benutzt und trotzdem berechnet. „Das war ein Fehler“, informiert Leurich und klärt auf, dass die Aussegnungshalle als Kostenpunkt nicht automatisch auf der Rechnung erscheint, sondern nur bei tatsächlicher Benutzung. Im konkreten Fall war ein Kommunikationsproblem die Ursache für den Fehler. „Uns war nicht bekannt, dass die Aussegnungshalle nicht benutzt wurde. Wir haben das Problem geklärt und einen neuen, korrekten Bescheid erstellt“, informiert die Friedhofsverwaltung.

Die Kolbermoorerin bekommt die zu viel berechneten 290 Euro zurück. „Zudem haben wir alle seit dem 1. Januar erstellten Bescheide noch einmal geprüft“, informiert die Friedhofsverwalterin.

Ein weiterer Fehler sei ihnen nicht aufgefallen. Falls es dennoch Betroffene geben sollte, die der Meinung sind, einen falschen Bescheid erhalten zu haben, können diese sich unter der 0 80 31/29 68 100 bei der Abteilung „Standesamt und Friedhofsverwaltung“ melden.

Auszüge aus der Friedhofssatzung der Stadt Kolbermoor

Seit 1. Januar gilt in Kolbermoor eine neue Friedhofs- und Bestattungssatzung. Sie wurde auf Grundlage der Artikel 23 und 24 der Gemeindeordnung des Freistaates Bayern erlassen. Darin heißt es unter anderem:

Paragraph 15 – Benutzung des Leichenhauses

(1) Das Leichenhaus dient zur Aufbewahrung der Toten bis zu ihrer Bestattung oder Überführung und zur Aufbewahrung von Aschenresten feuerbestatteter Leichen bis zur Beisetzung im Friedhof.

Paragraph 16 – Benutzungszwang

(1) Leichen von Verstorbenen, die auf den städtischen Friedhöfen beigesetzt werden, müssen spätestens 24 Stunden vor der Beisetzung in das städtische Leichenhaus gebracht werden,

(2) das gilt nicht, wenn

a) der Tod in einer Anstalt (zum Beispiel Krankenhaus, Klinik, Alten- oder Pflegeheim) eingetreten ist und dort ein geeigneter Raum für die Aufbewahrung der Leiche vorhanden ist.

Paragraph 17 – Benutzung der Aussegnungshalle

(1) Die Aussegnungshalle dient zur Aufbahrung der Verstorbenen von der Überführung bis zur Aussegnung sowie zur Vornahme der Aussegnung.

(2) die Aussegnungshallen können für Verabschiedungen durch die Bestatter angemietet werden.

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