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Social-Media-Nutzerin beschuldigt Stadtgärtner

Riesen-Aufregung bei Facebook: Diebstahl auf dem Alten Friedhof in Kolbermoor?

Chefgärtner Simon Reiter auf dem Friedhof in Kolbermoor.
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Chefgärtner Simon Reiter auf dem Friedhof in Kolbermoor.

In den sozialen Medien wirft eine Nutzerin den Kolbermoorer Stadtgärtnern vor, Blumentöpfe und Vasen von Gräbern auf dem Alten Friedhof gestohlen zu haben. Das ist dran an dem Gerücht.

Kolbermoor – In der Facebook-Gruppe „Kolbermoor do san ma dahoam“ hat sich eine Frau über die Stadtgärtner beschwert. „Sie gehen allen Ernstes von Grab zu Grab und entfernen dort leere Blumentöpfe und Blumenvasen“, schreibt sie. Die Gärtner hätten argumentiert, dass niemand zwei oder drei Vasen brauche, eine reichen müsse und leere Töpfe nicht in Ordnung seien. Die Nutzerin kenne zwei Personen, die das bezeugen könnten.

Viele Kommentare unter dem Beitrag

Sie zeigt sich „entsetzt und wütend“ über das vermeintliche Verhalten der Stadtgärtner. Ihrer Meinung nach handle es sich dabei um Diebstahl. Wie viele Vasen und Töpfe sie am Grab platziere, bestimme sie immer noch selbst: „Es ist mein Eigentum. Bin am überlegen, ob ich nicht eine Anzeige mache.“

Unter ihrem Beitrag entbrannte eine hitzige Diskussion über den mutmaßlichen Diebstahl der Stadtgärtner. In kurzer Zeit erhielt er 48 Kommentare. „Das geht ja gar nicht! Würde auch dagegen vorgehen!“, schreibt eine Nutzerin. Andere kommentieren „Frechheit“ oder „Wer das macht gehören die Finger abgehauen“. Ein weiterer Nutzer rät der Betroffenen den Bürgermeister Peter Kloo anzuzeigen, der das Verhalten angeblich fördere.

„Bei mir fehlen eine Gießkannentülle, eine töpferne Schale und eine Schere. Seit 30 Jahren hab ich das hinter den Grabstein gelegt. Hat niemanden gestört“, kommentiert ein anderes Gruppenmitglied. Die meisten Nutzer solidarisieren sich mit der Frau und empfehlen ihr, die Stadtgärtner anzuzeigen oder sich im Rathaus zu beschweren.

Nur ein Gruppenmitglied rät zur Vorsicht: „Bevor hier voreilig geurteilt wird, sollte man erst mal die andere Seite hören. Könnte ansonsten schnell als üble Nachrede enden.“ Chefgärtner Simon Reiter trifft die Anschuldigung jedoch nicht. Er und seine Kollegen hätten eine „dicke Haut“.

„Jahrelang Mist hinter den Gräbern gelagert“

Der Stadtgärtner verstehe zwar, dass einige Bürger sauer sind, dennoch müsse er durchgreifen. „Die Leute haben jahrelang ihren Mist hinter den Gräbern gelagert“, sagt Reiter. Darunter seien Grablichter, Scherben, Schalen, Kunststoffvasen, Steinplatten, Gläser und Töpfe gewesen – die Hälfte davon kaputt.

Alles außer Gießkannen, Heckenscheren und Schaufeln hätten er und seine Kollegen nun „rigoros entsorgt“. Die Werkzeuge hätten sie zu den Gräbern gelegt. Das habe Reiter so mit der Friedhofsverwaltung abgesprochen. „Prinzipiell ist das Lagern jeglicher Gegenstände hinter den Gräbern nicht gestattet“, sagt der Stadtgärtner.

Laut Satzung darf hinter dem Grabstein nichts gelagert werden

Das bestätigt Daniela Leurich von der Stadt Kolbermoor: „Es darf nichts hinter dem Grabstein gelagert werden, das ist laut Satzung nicht zulässig.“ Dass die Leute dort dennoch Dinge liegen lassen, sei ein Problem, wenn die Stadtgärtner die Hecken auf dem Friedhof vor Ostern schneiden.

Auch Gießkannen dürften Bürger nicht hinter den Steinen platzieren. Riediger

Die Gegenstände sind Reiter zufolge teilweise schon in die Hecken eingewachsen, sodass diese beschädigt waren. Hinter den Urnenwänden hätten sich die Tontöpfe meterhoch gestapelt. „Die sind schon auseinandergefallen, wenn man sie bloß angefasst hat“, berichtet Reiter.

Ankündigung wäre wohl besser gewesen

Es sei immer schlimmer geworden, das habe er nicht mehr zulassen können. „Da haben wir uns jetzt natürlich viele Freunde gemacht. Es hat einen riesen Shitstorm gegeben“, sagt Reiter. Im Nachhinein sei es besser gewesen, wenn er eine Meldung in der Zeitung veröffentlicht hätte. Dann hätten sich aber diejenigen beschwert, die keine Zeitung lesen, vermutet er. Das sei „blöd gelaufen“.

Einige Bürger hätten sich bei ihm beschwert und mit einem Anwalt gedroht. „Das Recht ist auf unserer Seite“, sagt Reiter. Zudem hätten sich manche Friedhofsbesucher auch gefreut, dass sie die Sachen weggeräumt haben.

Bei der Polizei ist keine Anzeige erstattet worden

Direkt vom Grab entferne jedoch keiner seiner Kollegen Dinge. „Wir haben immer wieder Probleme mit Diebstahl, aber das sind sicherlich nicht die Stadtgärtner“, sagt Reiter. Bei der Inspektion Bad Aibling hat nach Angaben von Polizeihauptkommissar Michael Fritz niemand Anzeige wegen Diebstahl erstattet. Im Jahr 2020 habe es jeweils zwei Fälle von Sachbeschädigung auf Friedhöfen in Bad Aibling und Großkarolinenfeld gegeben, aber nicht in Kolbermoor. Das bedeute jedoch nicht, dass nichts gestohlen wurde, es werde nur nicht jede Tat angezeigt.

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