„das rote Kolbermoor“ Thema in der Rosenheimer Vetternwirtschaft

Kolbermoor ist keine gewöhnliche Kleinstadt 

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Luftaufnahme der "Alten Spinnerei" in Kolbermoor
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Kolbermoor/Rosenheim - Die Stadt im Mangfalltal hat eine bewegte Geschichte. "Das rote Kolbermoor" ist deshalb im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Es lebe das freie Bayern“ zu 100 Jahren Revolutions- und Rätezeit in der Rosenheimer Vetternwirtschaft Thema.

"Auf den ersten Blick ist Kolbermoor eine ganz normale Kleinstadt mit 13.000 Einwohnern. Darunter rund 1.000 Ausländer" heißt es in dem Dokumentarfilm "Auf der Suche nach dem roten Kolbermoor" vom Bayerischen Rundfunk in Kooperation mit dem WDR aus dem Jahr 1985. Der Film versucht, die frühen Wurzeln des roten Kolbermoors aufzudecken und macht deutlich, dass Kolbermoor mit der Spinnerei und dem Tonwerk von seiner Gründung an eine Arbeiterstadt war, in der schon früh die Bedingungen für eine Arbeiterbewegung gegeben waren.

Kolbermoors besondere Vergangenheit

Die Gedenktafel für die ehemaligen Volksratsvorsitzenden Georg Schuhmann und Alois Lahn in Kolbermoor wurde in der Vergangenheit immer wieder Ziel von Anschlägen

Der Film entstand, weil Kolbermoor eine besondere Vergangenheit hat. Während der "Münchner Räterepublik" war Kolbermoor fest in der Hand eines sozialistischen "Volksrates". Am 11. November 1918 wurde er während einer Massenversammlung im Mareissaal gebildet. Sechs Wochen später, am 2.Januar 1919, tritt der Volksrat zurück, weil aus eigenen Reihen an seiner Arbeit Kritik geübt worden war und weil zu viele bürgerliche Elemente, sogar zwei Kommerzienräte und Kriegsgewinnler in ihm säßen. Am 8. Januar wurde ein neuer Volksrat mit dem damals 32-jährigen Georg Schuhmann als Vorsitzender gewählt, heißt es in einemVortrag von Andreas Salomon. Es folgte die Wahl eines dritten Volksrates am 29. April 2019, dem "Revolutionären Arbeiterrat", der sich aber nur zu einer einzigen Sitzung traf, bevor sich der Ring der Weißgardisten rund um Kolbermoor zusammenzog. Am 4. Mai 1919 wurden Schuhmann und sein Sekretär Alois Lahn bei der Tonwerksunterführung ermordet. Ihm und Lahn zu Gedenken wurde eine Tafel im Bereich des Tonwerks errichtet, die in regelmäßigen Anständen zerstört wurde.

Veranstaltungsreihe „Es lebe das freie Bayern“

Anlässlich der 100 Jahre Revolutions- und Rätezeit wird Andreas Salomon, Autor eines Buches über die Kolbermoorer Revolutionäre Georg Schuhmann und Alois Lahn dieses Jahr wieder über seine Forschung zu „Kolbermoor in der Revolutionszeit“ im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Es lebe das freie Bayern“ zu 100 Jahren Revolutions- und Rätezeit am Sonntag, 13. Januar referieren. Zuvor wird der Film "Das rote Kolbermoor" gezeigt. Der Film- und Vortragsabend ist eine Veranstaltung der Geschichtswerkstatt Rosenheim in Kooperation mit der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Beginn 19 Uhr, in der Kleinkunstbühne Vetternwirtschaft (Oberaustraße 2) in Rosenheim. Der Eintritt ist frei

Quelle: mangfall24.de

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