Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Tiere brauchen Rückzugsorte

Schnitzeljagd im Wald veranstaltet: Kolbermoorer Jäger schlagen Alarm

Mehrere Zettel hängen an den Bäumen im Wald im Norden Kolbermoors. Sie weisen auf eine Schnitzeljagd hin. Foto: re
+
Mehrere Zettel hängen an den Bäumen im Wald im Norden Kolbermoors. Sie weisen auf eine Schnitzeljagd hin.

In einem Wald im Kolbermoorer Norden wurde jetzt eine Schnitzeljagd fernab der Wege veranstaltet. Das schreckt die Tiere auf, denn der Nachwuchs versteckt sich im Dickicht. Fühlen sich die Tiere bedroht, weichen sie auf die Wiesen aus, und dort droht der Mähtod.

Kolbermoor – Die Jägerschaft Kolbermoor/Lohholz schlägt Alarm: Kürzlich sind ihnen verschiedene Zettel in den Jagdrevieren Kolbermoor und Lohholz im Wald im Kolbermoorer Norden aufgefallen, die auf eine Schnitzeljagd mitten im Wald hindeuten.

Hand, Fuß, Hand: Jäger haben auch Zettel auf dem Waldboden entdeckt. re

Lesen Sie auch: So rettet ein Bad Aiblinger Verein die Rehkitze vor dem Mähtod

Wer dahinter steckt, wissen sie nicht. „Sonst hätte ich da schon gleich angerufen“, sagt Jäger Jürgen Halder. Soetwas sei ja gut gemeint, habe aber für die heimische Fauna weitreichende Folgen.

Nachwuchs wird geboren

Die Jäger haben auch dieses Kitz in einer Wiese gefunden.

Er erklärt: Zum einen werden im Mai und Juni die Rehkitze – und auch der Nachwuchs der anderen Waldbewohner erblickt das Licht der Welt – geboren. Zum anderen mähen die Bauern ihre Wiesen. Die Rehe – auch Füchse und Feldhasen – verstecken ihren Nachwuchs in den Wiesen. Steht allerdings das Mähen an, spüren die Lohholzer und Kolbermoorer Jäger den Nachwuchs auf, um ihn vor einem „sicheren Mähtod“ zu bewahren.

Lesen Sie auch: Von der Küche in die Herzen: Verein „Nachbarschaftshilfe Kolbermoor“ vor 35 Jahren gegründet

Sie durchstreifen die Wiesen und finden sie Nachwuchs, bringen sie ihn an den Rande des Waldes. Dabei tragen sie Handschuhe und nehmen auch Gras als Unterlagen, „damit die Tiere keinen menschlichen Geruch annehmen und die Eltern das Tier nicht verstoßen, so Jäger Halder.

Dieses Feldhasen-Baby haben die Jäger aus der Wiese gerettet. Mit Gras haben sie es hochgenommen, um keinen menschlichen Geruch zu hinterlassen.

Mähtod droht

Die Wiese ist also passé – ihnen bleibt jetzt ausschließlich der Wald: Und so nutzen sie das Dickicht des Waldes als Versteck und Unterschlupf. „Ist dort aber Trubel, wie beispielsweise eine Schnitzeljagd, wissen sie nicht mehr wohin sie sollen und es geht zurück aufs Feld, wo der Mähtod droht.“ Denn der Nachwuchs versteckt sich im Wald hinter Sträuchern, Stauden und Brennnesseln.

Nachwuchs fehlt Fluchtreflex

Die Kleinen laufen nicht einfach davon, denn „ihnen fehlt der Fluchtreflex. Sie warten auf ihre Mama“.

Und deshalb bittet die Jägerschaft keine Schnitzeljagd im Dickicht des Waldes zu veranstalten. Ist denn soetwas auch aus anderen Wäldern im Mangfalltal bekannt? „Nein, davon wissen wir nichts“, so Halder.

Lesen Sie auch: Kolbermoor: Neue Mobilitätsmanagerin offiziell vorgestellt

Eine Fuchsfamilie zwischen den Bäumen im Kolbermoorer Wald – auch Fuchs-Nachwuchs versteckt sich in der Wiese.

Obendrein weisen die Lohholzer und Kolbermoorer Jäger die Bürger dringend daraufhin, auf den Wegen zu bleiben. Alles andere sei tabu – das sei der Bereich der Tiere. Außerdem erklärt Halder, die Hunde dringend an der Leine zu führen. Sie erschnüffeln eine Fährte und weg sind sie – tief im Dickicht. Wo eben Rehe, Füchse und Feldhasen samt Nachwuchs leben.

Kommentare