März-Sitzung des Stadtrats in Kolbermoor

Trotz Defizit: Stadtbus dreht weiter Runden

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Kolbermoor - Trotz einem erwarteten Defizit von rund einer viertel Million Euro, soll der Stadtbus der Mangfall-Stadt auch zukünftig erhalten bleiben. Warum am Projekt festgehalten wird:

Rund 96.000 Kilometer legten die vier Fahrer der Kolbermoorer Stadtbusse im vergangenen Jahr an 298 Betriebstagen insgesamt zurück. 13.100 Einzelfahrscheine, 108 Monatskarten und 6 Jahres- oder Halbjahreskarten konnten in diesem Zeitraum verkauft werden. Im Rahmen der März-Sitzung des Stadtrats an der Mangfall zog die Verwaltung am Mittwoch Bilanz zum abgeschlossenen Geschäftsjahr des Kolbermoorer Stadtbuses.

10.000 Runden um Kolbermoor gedreht

Bei der Schülerbeförderung verzeichnete die Stadtverwaltung den Verkauf von 75 Jahres- und 26 Halbjahreskarten, 33 Schüler-Monatskarten konnten zusätzlich veräußert werden. 21 Schüler wurden im vergangenen Jahr kostenfrei befördert. Rein rechnerisch gehe man daher von insgesamt 32.063 Beförderungsfällen aus, so die Geschäftsleiterin der Stadt Kolbermoor, Elisabeth Kalenberg. Im Durchschnitt bedeute diese Zahl eine Auslastung mit 108 Fahrgästen pro Betriebstag, pro Runde waren 3 Personen an Bord.

Defizit von 250.000 Euro

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Den Einnahmen von rund 191.000 Euro stehen dabei jedoch Ausgaben in Höhe von 362.000 Euro gegenüber, so Kalenberg in ihrer Bilanz. Unter Berücksichtigung von zukünftig wegfallenden Förderungen, inneren Verrechnungen und sonstigen bereinigenden Faktoren, blieben bei den Einnahmen rund 50.000 Euro übrig. Die Ausgaben könnten so auf knapp 297.000 Euro reduziert werden. Alleine die Hälfte dieser Ausgaben seien auf Personalkosten zurückzuführen so die Geschäftsleiterin, weitere 30 Prozent des Budget nehmen die Fahrzeuge ein.

Übrig bliebe ein sattes Defizit von rund 250.000 Euro, das die Stadt künftig pro Jahr mit einkalkulieren müsste. Zusätzlich berichtete Kalenberg im Rahmen der Bilanz von einer starken Anfälligkeit der verwendeten Midi-Busse. Hohe Reparaturkosten, die in den meisten Fällen jedoch über die Gewährleistung der Fahrzeuge abgedeckt sei, verursache einen unvorhergesehenen Verwaltungsaufwand.

Stadtrat steht hinter dem Stadtbus

Über die Fraktionsgrenzen hinaus herrschte trotz der ernüchternden Bilanz Einigkeit über den Fortbestand der Ringlinie. Das "Leuchtturm-Projekt" an der Mangfall soll in Zukunft verstärkt beworben werden, um die Beförderungszahlen weiter zu steigern. Dieser "Weg für die Zukunft" solle den Verkehr in der Stadt weiter reduzieren. Auch Peter Kloo sprach sich deutlich für einen Weiterbetrieb der Busse aus. Man könne in der kurzen Zeit schlicht nicht alles lernen, besonders die Beförderungszahlen bei den Schülern stimmten den Bürgermeister jedoch zuversichtlich: "Das sind knapp 80 Autos, die jeden Tag in der Früh nicht in die Stadt fahren."

"Leuchttürme kommen nicht zum Nulltarif", stellte Kloo im Anschluss fest. Es gelte trotzdem das Projekt, und vor allem die Kosten im Auge zu behalten, mahnten einzelne Stimmen im Stadtrat. Nicht erst wenn sich herausstelle, dass der Stadtbus an der Mangfall nicht angenommen werde, dürfe das Modell nicht ewig nur ein Vorzeige-Projekt bleiben.   

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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