Kolbermoor: Richtfest für Rathaus-Neubau

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Die Richtkrone schwebte über dem Rathaus-Neubau und dem Nebentrakt für VHS und Bücherei. Mit viel Beifall bedacht wurde der Richtspruch von Franz Knarr.

Kolbermoor - Auf eine stattliche Höhe ist das neue Rathaus der Stadt Kolbermoor inzwischen angewachsen: fünf Geschosse, 18 Meter hoch.

Pünktlich zum Ende der Schönwetterperiode erreichte der Bau seine finale Höhe, nun ist auch der „Deckel“ drauf, die letzte Decke ist betoniert. Nach gut fünf Monaten Bauzeit konnte jetzt das Richtfest mit Ehrengästen, dem Planerteam um Architekt Stefan Behnisch und den Firmen gefeiert werden.

Richtfest in Kolbermoor

Begleitet von den Hinterberger Musikanten läutete Bürgermeister Peter Kloo mit Stolz das Richtfest auf der nass-kalten Baustelle ein: "Was lange währt, wird endlich gut", meinte er mit Blick auf den nun abgeschlossenen Rohbau und bezogen auf den langen Vorlauf mit Standortsuche (im Jahr 2005), einem städtebaulichen Wettbewerb (2008) und letztlich dem Architektenwettbewerb (2009), aus dem das Büro Behnisch Architekten aus Stuttgart (mit Büro in München) als Sieger hervorgegangen war.

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Seit dem Spatenstich Ende Juni ging es nun "Schlag auf Schlag": Woche für Woche wuchs das neue Rathaus mit dem Seitentrakt für Stadtbücherei und VHS aus dem Boden, nahm Gestalt an - bis zuletzt Geschoss Nummer fünf vollendet, die Gesamthöhe von 18 Metern erreicht war. "Wir haben ein tolles Team und großes Glück mit den Firmen", betonte der Bürgermeister. Und auch der Stand der Vergaben - aktuell bei rund 70 Prozent - stimme ihn zuversichtlich, wie Kloo erklärte, dass der Kostenrahmen von 10,5 Millionen Euro auch eingehalten werden könne. Abschließend bedankte sich Kloo bei allen Beteiligten für deren Einsatz und wünschte, wie auch die weiteren Redner, eine weiterhin unfallfreie Bauzeit.

Als einen "weiteren wichtigen Meilenstein im Leben eines Gebäudes" bezeichnete Architekt Stefan Behnisch das Richtfest. "Noch ist das Haus jung, noch nicht fertig, jedoch im Ansatz, in seiner Form und seinen Proportionen schon erkennbar", so Behnisch. Und: "Hier, nahe dem noch bestehenden Rathaus, entsteht ein neues Haus für die Bürger der Stadt Kolbermoor", so der Chefplaner.

Bürgerbüro, Bücherei und VHS

Behnisch ging zudem auf die vielfältigen Funktionen des neuen Gebäudes ein: öffentliche wie das Bürgerbüro im Eingangsbereich, die Stadtbücherei und VHS im Nebentrakt, im ersten Obergeschoss das Trauzimmer und der neue Sitzungssaal, in den weiteren Geschossen dann die weniger öffentlichen Büroräume der Stadtverwaltung. Zufrieden merkte Behnisch an: "Ein Haus, das, man kann es schon jetzt erkennen, architektonisch auf seine inneren und äußeren Zusammenhänge reagiert und diese stärkt."

Im Hinblick auf die architektonischen Besonderheiten hob Behnisch die geschwungenen Deckenränder, die Balkone, Treppen und Terrassen hervor, die die Räume der Bücherei und VHS mit den öffentlichen Bereichen des eigentlichen Rathauses verbinden - "spielerisch, fast zufällig entsteht so ein Wegenetz des öffentlichen Raumes, der das städtische Leben über zwei Geschosse in das Gebäude und aus dem Gebäude trägt und Platz schafft für zufällige oder geplante Begegnungen."

Weiter sieht der Planer das neue Ensemble als "markanten Abschluss des östlichen Stadtgebietes" und als ein räumlich und visuell angemessenes "Pendant" zur Stadtkirche im Westen - deren Kirchturm im Übrigen vom Sitzungssaal im ersten Stock aus in einer entsprechend geplanten Sichtachse zu sehen ist.

Das Erscheinungsbild des neuen Rathauses bezeichnete Behnisch als "architektonisch zeitgenössisch", wobei die Fassaden der ersten beiden Geschosse offen und transparent gestaltet würden mit vielfältigen Sichtbezügen und Durchblicken bis hin zum Park in Richtung Werkskanal. Sein Fazit: "In seinen Dimensionen angemessen, die Umgebung respektierend, wird das neue Rathaus selbstbewusst diesen Ort markieren und neu beleben."

Hochleben ließ anschließend Moderator Franz Knarr die Planer, Bauherren und die beteiligten Firmen mit seinem viel beklatschten Richtspruch - stellvertretend für den Polier, der aus Zeitgründen verzichtet habe, wie er schmunzelnd anmerkte. In bairischen Versen ließ Knarr sodann die Planungs- und Bauzeit Revue passieren, zog seinen "Huat" vor dem "großartigen Entwurf" und nahm die ein oder andere Begebenheit aufs Korn, nicht ohne abschließend den Himmel zu bitten: "Mach weiter mit!"

Nach dem feierlichen Anheben der Richtkrone per Baukran wurden die beteiligten Firmen und die zahlreich anwesenden Stadträte schließlich zur Brotzeit ins benachbarte Trachtenheim eingeladen.

Rosi Gantner (Mangfall-Bote)

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