Stadtbusse erst ab September

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Die Einführung der neuen Stadtbusse verzögert sich von Mai auf Anfang September: Mit ein Grund sind andauernde Vorgespräche im Vorfeld des Genehmigungsverfahrens, im Bild der Bürgerinfotag vom Herbst.

Kolbermoor - Wer sich schon darauf gefreut hat, ab Mai mit dem neuen Stadtbus seine Runden durch Kolbermoor drehen zu können, der muss sich noch ein wenig gedulden:

Verzögerungen beim Genehmigungsverfahren zwingen die Stadt dazu, den Startschuss auf Anfang September zu verschieben. Zumindest bis zum Beginn des neuen Schuljahres soll der Betrieb dann möglichst reibungslos vonstatten gehen.

Der ursprünglich für Anfang Mai angesetzte Termin für die Inbetriebnahme des neuen Stadtbussystems lässt sich nicht mehr halten - das erklärte jetzt Geschäftsleiterin Elisabeth Kalenberg auf Anfrage unserer Zeitung. Grund: Verzögerungen beim Genehmigungsverfahren.

Die Grundzüge für das neue Stadtbussystem stehen bereits: Zwei mittelgroße Busse drehen künftig im Halbstundentakt abwechselnd eine Nord- und eine Südschleife durch die Stadt und binden somit die Randgebiete an die Stadtmitte an. Schnittstelle soll der Bahnhofsvorplatz sein und damit auch die Verknüpfung mit der Mangfallbahn.

Der Teufel steckt nun aber, wie so oft, im Detail: Inwiefern ist eine Vernetzung mit den beiden bestehenden Buslinien der Firmen Kroiss (Rosenheim) und Hollinger (Bad Aibling) möglich? Werden Tickets gegenseitig anerkannt oder können gemeinsame Fahrscheine angeboten werden?

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Um diese Fragen zu klären, finden zwischen Stadt und den Busunternehmen intensive Gespräche statt, die allerdings noch zu keiner endgültigen Lösung geführt hätten, wie Elisabeth Kalenberg informierte. Ihr Ziel ist es, mit möglichst breitem Konsens ins Genehmigungsverfahren um die Konzession bei der Regierung von Oberbayern zu gehen. "Wir wollen möglichst im Vorfeld eine Einigung finden, damit die Einwände im Verfahren ausbleiben und das dann reibungslos läuft", führte Kalenberg aus. Denn: Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens, das die Stadt als künftiger "Aufgabenträger" und damit Betreiber des Bussystems anstrengen muss, kommen auch die beiden bestehenden Konzessionäre zu Wort - und können ihre Einwände vorbringen. "Schließlich wollen wir in Gebieten fahren, wofür bislang die beiden Unternehmen die Konzessionen haben", erklärte sie die Zusammenhänge.

Angetan zeigte sich Kalenberg, dass im Zuge der Gespräche auch neue Ideen entstehen, unter anderem die aktuell diskutierte Möglichkeit eines gemeinsamen Tickets - "wenn beispielsweise jemand von Rosenheim nach Lohholz will, wäre es schön, wenn er ein Ticket lösen und mit diesem auf den Stadtbus umsteigen könnte", erläuterte die Geschäftsleiterin. "Wenn beide Seiten das mittragen, könnte das eine gute Geschichte werden", zeigte sie sich überzeugt.

Obwohl der Startschuss Anfang Mai nicht mehr zu halten ist, will Kalenberg möglichst noch im Februar, spätestens Anfang März den Konzessionsantrag bei der Regierung von Oberbayern stellen - "in der Hoffnung, dass das Verfahren zügig vorangeht." Wird der Stadt Kolbermoor die Konzession erteilt, geht es an den nächsten Schritt: Der Kreis muss die Aufgabenträgerschaft erteilen, was nach den Plänen von Kalenberg in der Juni-Sitzung des Kreistages erfolgen soll. "Wir arbeiten auf Hochdruck daran, diesen Zeitplan nun einhalten zu können", versicherte sie.

Parallel zum Verwaltungsakt rund um das Genehmigungsverfahren wird in der Stadt auch an der Praxis gefeilt: Noch im April sollen sämtliche Haltestellen zusammen mit der Polizei unter die Lupe genommen werden, um Schwachstellen auszumerzen. "Einige Haltepunkte werden wir sicherlich optimieren müssen", weiß Kalenberg, Bürger hätten ihre Anregungen bereits an die Stadt herangetragen - und seien mit ihren Wünschen nach wie vor willkommen. Interessierte Bürger sind auch zur Begehung eingeladen (19. April). "Wir können allerdings keine zusätzlichen Haltestellen mehr schaffen, aber eine Verlegung ist durchaus möglich", erklärte sie, so diskutiert auch im Bereich Karolinenhöhe/Am Graben. "Derzeit sind noch zwei Haltepunkte auf der Karolinenhöhe vorgesehen und keine Am Graben, was wir ändern wollen und eine nach unten verschieben", kündigte die Hauptamtsleiterin an.

Im Visier als Startschuss hat die Stadt nun Montag, 2. September - um damit noch einen Vorlauf bis zum Schulbeginn zu haben, so Kalenberg zu den Gedanken der Stadt. Mit Beginn des neuen Schuljahres steigen die Kinder dann vom bisherigen Kleinbussystem, das noch bis Schuljahresende aufrecht erhalten wird, auf die Stadtbusse um - was so manchen Eltern Sorgenfalten ins Gesicht getrieben hat. "Es muss sich aber niemand Sorgen machen, die Kinder sind in den Stadtbussen gut aufgehoben", betonte die Mitarbeiterin. Allein bei der Auswahl der Fahrer lasse man große Sorgfalt walten, versicherte sie gegenüber unserer Zeitung. Überdies sei geplant, noch vor Schulbeginn Testfahrten anzubieten, damit die Schüler das neue System ausprobieren und trainieren können.

Rosi Gantner (Mangfall-Bote)

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