Was entsteht am Glasberg?

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Um die Zufahrt zum Wohngebiet am Glasberg zu verbessern, soll die Straße nach Süden (rechts) verlegt und die Kuppe abgeflacht werden, damit entsteht Platz für eine Linksabbiegespur. Die auf der geplanten Trasse befindlichen Eschen hat die Stadt bereits gefällt - laut Bürgermeister waren sie vom "Brandkrustenpilz" befallen.

Kolbermoor - Fünf neue Mehrfamilienhäuser mit gut 60 Wohnungen sind auf dem Gelände der ehemaligen Glasfabrik auf dem Glasberg geplant. Die Einzelheiten:

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Ein weiteres Mehrfamilienhaus soll an Stelle des benachbarten "Wirtshauses am Glasberg" entstehen. Für die Überplanung des Areals stellt die Stadt derzeit einen Bebauungsplan auf, über den Baudichte, Zufahrten und die Wegeverbindungen für Fußgänger und Radfahrer geregelt werden. Der Stadtrat zeigte sich zuletzt angetan von den vorgelegten Lösungsvorschlägen.

Mit einer frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit und der Träger öffentlicher Belange wollte die Stadt bereits zu Beginn des Bebauungsplanverfahrens "Glasberg" die Umgebung wie auch die Behörden einbinden, um somit von Anfang an die Planung in die optimale Richtung zu lenken, wie Bürgermeister Peter Kloo eingangs der jüngsten Stadtratssitzung betonte. "Damit können Schwachpunkte gleich ausgebessert werden."

Wie bereits im Bauausschuss vorberaten, hatten zahlreiche Behörden und Organisationen ihre Forderungen und Anregungen kund getan. Zu den Schwerpunkten zählten der Baumbestand, möglichst optimale Wegeverbindungen für Fußgänger und Radfahrer zwischen Aiblinger Straße/Am Glasberg und der Ganghoferstraße sowie die Zufahrt zur Tiefgarage im Süden und zum weiteren Gelände im Norden, wofür sich nun neue Lösungen abzeichnen.

Der Schutz des Baumbestandes liegt insbesondere dem Bund Naturschutz Bayern und der Grünen Offenen Liste Kolbermoor am Herzen. Grünen-Stadtrat Georg Kustermann unterstrich die Forderung beider Institutionen nach einem Baumbestandsplan in jüngster Sitzung ausdrücklich, dessen Erstellung Bürgermeister Kloo auch zusicherte.

Bäume gefällt: Sicherheitsgründe

Der Rathaus-Chef informierte in diesem Zusammenhang zudem darüber, dass kürzlich im Zuge der jährlichen Baumbegutachtung sämtliche Eschen entlang der Straße Am Glasberg (Südseite) aus Sicherheitsgründen hätten entfernt werden müssen. Sie seien vom "Brandkrustenpilz" befallen gewesen.

Das Wegfallen der Bäume kommt nun für die Erschließung des neuen Wohngebietes wie gelegen: Nun kann, wie bereits im Bauausschuss angedeutet, die Straße Am Glasberg im Bereich der Kuppe abgeflacht (30 bis 40 Zentimeter) und nach Süden verlegt werden - womit sich Platz für eine Linksabbiegespur zur Tiefgarageneinfahrt und Zufahrt zum weiteren Gelände und überdies ein ausreichend breiter Geh- und Radweg ergibt, möglicherweise gar mit einer Breite von drei Metern, worum CSU-Stadtrat Markus Schiffmann bat.

Erhalten werden soll zudem, wie von Bund Naturschutz und GOL gefordert, die Eiche im Nordosten des Areals. Dafür wird Kloo zufolge in den Planungen die Zufahrt von der Ganghoferstraße verschwenkt. "Weiterer Vorteil ist, dass wir somit Platz für die Wertstoffinsel gewinnen", zeigte sich der Bürgermeister angetan.

Verzichten will die Stadt indes auf eine weitere Wegeverbindung für Fußgänger und Radler im Nordwesten des Geländes zum Ludwig-Thoma-Weg hin, da bereits auf Höhe Lena-Christ-Straße vorgesehen, wie der Rathaus-Chef auf eine Anfrage von Grünen-Stadträtin Else Huber erklärte und was letztlich auch der Stadtrat mit 5:14 Stimmen ablehnte.

Untersucht wird derzeit zudem der Verkehrsfluss im Bereich Am Glasberg und in der Ganghoferstraße auf Höhe Kindergarten. Per elektronischem Messgerät erhebt die Stadt die aktuellen Daten, wobei sich nach Angaben des Bürgermeisters die Lkw-Belastung in Grenzen hält: nach ersten Auswertungen zwischen fünf und zehn Lkw am Tag im Bereich Glasberg sowie 500 bis 600 Fahrzeuge insgesamt - "also alles nicht so dramatisch", so Kloos Einschätzung.

Während die Bebauung für das eigentliche Glasbergareal mit fünf Mehrfamilienhäusern (rund 60 Wohnungen) bereits festgezurrt ist, bestand für das benachbarte Grundstück mit dem "Wirthaus am Glasberg", das ebenfalls in den Bebauungsplan mit einbezogen und neu bebaut werden soll, noch Verhandlungsbedarf. Die Bauwerber planten für das knapp 1600 Quadratmeter große Grundstück ein teils terrassenförmig zurückgesetztes Gebäude, dreigeschossig gestaffelt und mit einer Grundfläche von 405 Quadratmetern (Grundflächenzahl 0,259).

Im Bauausschuss bereits als zu dicht erachtet, fanden nach Angaben des Bürgermeisters zuletzt weitere Gespräche statt, bei denen sich nun eine Lösung abgezeichnet hätte: Die Grundfläche könnte auf 360 Quadratmeter begrenzt (Grundflächenzahl 0,22), die Zufahrt nach Norden als Privatweg - Gemeinschaftseigentum mit den nördlichen Nachbarn - ausgewiesen werden. Während Markus Schiffmann und Günther Zellner (beide CSU) diesen Vorschlag als vertretbar einstuften, reichte diese Reduzierung Georg Kustermann nicht aus. Seine Forderung: dieselbe Messlatte wie bei der übrigen Glasberg-Bebauung anzusetzen, und zwar eine Grundflächenzahl von 0,196. Seinem Antrag gegen eine Erweiterung der Grundfläche schloss sich die Mehrheit des Stadtrates mit 12:8 Stimmen an (SPD, Grüne, Günther Schirmer und Alfred Thunig, beide FW).

Den Billigungs- und Auslegungsbeschluss für den Bebauungsplan "Glasberg" will der Stadtrat nun in nächster Sitzung nach Einarbeitung der Lösungsvorschläge (Straßenverlegung, Zufahrt, Baumbestand etc.) fassen.

Rosi Gantner (Mangfall-Bote)

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