Spaenle: Hauptschule Fundgrube für Handwerk

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Über zwei Stunden ließen sich über 100 Besucher vom Traunsteiner Landrat Hermann Steinmaßl, Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle, MdL Alexander Radwan, Bezirksrat Sepp Bichler und Unternehmer Robert Aigner (von links) darüber informieren, wie gut Hauptschüler auf ihre berufliche Praxis vorbereitet sind.

Bad Aibling - Die Hauptschule sowie die geplante Mittelschule waren die zentralen Themen einer Veranstaltung mit dem bayerischen Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle im Berghotel Aschbach.

Die bayerischen Handwerks- und Mittelstandsbetriebe können sich glücklich schätzen: Der weitaus größte Teil der rund 190.000 bayerischen Hauptschüler bringt alle wichtigen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Berufsausbildung mit. Wer es bis zum Meister schafft, dem stehen alle weiteren Wege bis ganz nach oben offen. Mit diesen Einschätzungen brach bei einer gemeinsamen Informationsveranstaltung der Mittelstands-Union und des örtlichen CSU-Ortsverbandes im Berggasthof Aschbach Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle eine Lanze für die Schüler, aber auch für ihre Lehrer.

Der Bezirksvorsitzende der Mittelstands-Union Oberbayern, Alexander Radwan (MdL), hatte zu dieser Diskussionsrunde Repräsentanten aus allen Lagern um sich geschart.

Neben dem Kultusminister den Traunsteiner Landrat Hermann Steinmaßl, den Leiter der Berufsschule Bad Tölz und Bezirksrat Sepp Bichler sowie den Unternehmer Robert Aigner. Das hatte zur Konsequenz, dass die Erläuterungen von Spaenle aus den verschiedensten Blickwinkeln beleuchtet wurden. "Kein anderer Schulzweig ist für das Handwerk so wichtig wie die Hauptschule, 60 Prozent der Auszubildenden kommen aus der Hauptschule", erklärte der Minister.

"Wir, und damit meine ich die Heranwachsenden und auch deren Eltern, müssen uns verabschieden von der irrigen Meinung, dass mit dem Verbleib an der Hauptschule ein beruflicher oder gesellschaftlicher Aufstieg vertan werde", sagte Spaenle. "Das Leben beginnt schon früher und nicht mit erst mit der Entscheidung für das Abitur", betonte das Mitglied des bayerischen Kabinetts.

Mit Nachdruck verwies der Minister auf die passgenauen und großen Anstrengungen der Staatsregierung, die Haupt- und auch künftigen Mittelschulen zu stärken. Die hohen Anforderungen, mit denen Realschüler und vor allem Gymnasiasten zurecht kommen müssen, wollte Spaenle gebührend anerkannt wissen, keinesfalls anzweifeln. "Die ergiebige Fundgrube für die Handwerker aber bleibt die Haupt- und künftige Mittelschule", sagte der Minister.

Auch der Leiter der Berufsschule Bad Tölz, Sepp Bichler, sieht die Schüler auf die berufliche Praxis gut vorbereitet. "Dennoch kann ein gewisser Trend zur Vernachlässigung grundsätzlicher Voraussetzungen wie Pünktlichkeit, Höflichkeit und Belastbarkeit nicht verharmlost werden", sagte der Miesbacher Bezirksrat.

Wohnortnahe Schulen sind für den Fridolfinger Unternehmer Aigner unverzichtbar. "Wir bilden viele Hauptschüler aus der unmittelbaren Region aus und haben mit ihnen beste Erfahrungen gemacht", so Aigner. Und weiter: "Das Handwerk ist krisensicher, wir brauchen immer zuverlässige Mitarbeiter und bezahlen sie auch gut", begründete Aigner seine langjährige Bereitschaft, jungen Leuten den Sprung in das Berufsleben zu ebnen.

"Wir haben insgesamt sechs Gymnasien und vier Realschulen, legen aber dennoch großen Wert auf unsere Hauptschulen", betonte der Traunsteiner Landrat Steinmaßl. Der Vater von drei Töchtern ist ebenfalls ein großer Verfechter dieser wichtigen Bildungseinrichtung, wenngleich auch sein Landkreis unter zurückgehenden Geburten und damit auch Schülern leide, wie er betonte. me

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