Kurhaus-Defizit trübt die Bilanz

+
Die Kurstadt Bad Aibling: Während die Aib-Kur mit ihrem Kerngeschäft in 2009 positiv abschloss, weist der Kurhausbetrieb ein Defizit von rund 160.000 Euro auf.

Bad Aibling - Die Aib-Kur im Plus, das Kurhaus im Minus – gute und schlechte Nachrichten hatte Kurdirektor Thomas Jahn für den Stadtrat bei der Vorstellung des Jahresabschlusses 2009.

Die positive Bilanz der Kurverwaltung an sich wird durch den defizitären Betrieb des Kurhauses getrübt. Stadtrat und Verwaltung wollen sich nun intensiv um die Suche nach einer Alternative in Sachen Kurhausbetrieb bemühen.

Die Übernahme des Betriebes von Kurhaus und Restaurant belastet die Aib-Kur. Das verdeutlichten Bürgermeister Felix Schwaller und Kurdirektor Jahn in jüngster Sitzung des Stadtrates, in der das Ergebnis 2009 der Kurverwaltung vorgestellt wurde.

Positive Nachricht: Die Aib-Kur schloss mit einem Plus von knapp 12.600 Euro ab - bei einem Gesamtumsatz von 1,96 Millionen Euro gegenüber 1,37 Millionen Euro im Vorjahr. Gründe: die Übernahme von Kurhaus und Restaurant, was der Aib-Kur nach Angaben des Kurdirektors durch höhere Personalkosten (544.000 Euro gegenüber 323.000 Euro in 2008), Energie- und Werbeausgaben sowie der eingeschränkten Nutzung des großen Saals durch den Umbau einen Verlust von rund 160.000 Euro bescherte.

Die Aib-Kur an sich, erläuterte Jahn, könne 2009 einen operativen Gewinn von knapp 60.000 Euro ausweisen durch ein "exzellentes" Ergebnis bei den Saitensprüngen, ein gutes Parkfest und verschiedene Einsparmaßnahmen. "Wir haben massiv auf die Kosteneffizienz geachtet", so der Kurdirektor, der neben den Personalkosten unter anderem die Ausgaben für Technik/Bühnenbau (Vergabe an eine Fremdfirma) reduziert hatte.

Der Überschuss der Aib-Kur wurde letztendlich mit dem Verlust des Kurhauses (-160.000 Euro) verrechnet: Der Aib-Kur verbleibt damit ein Gewinn von 12.600 Euro. 120.000 Euro kommen indes von Seiten der Stadt zum Verlustausgleich für den Kurhausbetrieb - allerdings weniger als ursprünglich befürchtet: Der Stadtrat hatte im Vorfeld bereits 170.000 Euro an Ausgleichszahlungen fürs Kurhaus bewilligt.

Auch für den laufenden Betrieb der Kurverwaltung kommen Gelder von der Stadt: 848.000 Euro für die eigentliche Tätigkeit (aus dem Topf Kurbeitrag, Fremdenverkehrsabgabe) sowie Aufwandsentgelte für die Übernahme von städtischen Aufgaben wie ÖPNV samt Moorexpress, Bürgerfest, Fohlenmarkt, Silberpokal etc., wie Jahn auf Nachfrage von CSU-Stadtrat Thomas Höllmüller aufschlüsselte.

Sorge bereitete den Stadträten das hohe Kurhaus-Defizit, unter anderem Markus Stigloher (CSU) mahnte, baldmöglichst einen privaten Pächter für den Betrieb zu finden, was Schwaller zufolge nach erfolgtem Umbau des großen Kurhaussaales nun "angepackt" werden soll. "Wir müssen uns auf jeden Fall Gedanken machen, wie wir in Zukunft mit dem Haus umgehen, die Fortführung des Betriebs in der Aib-Kur kann keine Lösung sein", betonte auch der Kurdirektor und brachte unter anderem die Möglichkeit eines Cateringbetriebs ins Spiel. "Was wir für unser Prädikat Kurstadt brauchen, ist ein Kurhaus mit Spielbetrieb, aber kein Restaurant", machte Jahn deutlich.

Auf ein "schnelles Handeln" drängte diesbezüglich auch ÜWG-Stadtrat Dieter Bräunlich und Richard Lechner (SPD) schlug vor, mehr städtische Veranstaltungen im Kurhaus durchzuführen - "das wäre zumindest ein gewisser Werbeeffekt."

Der Stadtrat stimmte schließlich sowohl dem Jahresabschluss der Aib-Kur GmbH Beteiligungsgesellschaft mit einer Bilanzsumme von 30.500 Euro und einem Jahresüberschuss von 682 Euro zu sowie dem Abschluss der GmbH & Co. KG (eigentlicher Kurverwaltungsbetrieb) mit einer Bilanzsumme von knapp 740.500 Euro und einem Überschuss von rund 12.600 Euro und erteilte die Entlastung.

Der vorberatende Hauptausschuss hatte indes auf eine Beschlussempfehlung verzichtet, weil die Unterlagen erst am Sitzungstag zugestellt worden waren und damit eine Einarbeitung nicht möglich gewesen sei, so CSU-Fraktionssprecher Erwin Kühnel mit mahnenden Blicken in Richtung Aib-Kur.

re/Mangfall-Bote

Kommentare