Kuschel-Delfin gegen die Einsamkeit

Viele Häuser und ein See: Hinter den Bildern der fünf jungen Künstler verbergen sich ganz individuelle Herzenswünsche für das Weihnachtsfest.

Bad Aibling - Viele Menschen reduzieren Weihnachten oftmals nur noch auf die Geschenke. Was der wirkliche Sinn von Weihnachten ist, zeigen fünf Kinder vom Kinderhaus Camino in Bad Aibling:

Sie haben sich mit immatriellen Wünschen, die man mit Geld nicht kaufen kann, befasst. Alles was sie dazu benötigten, waren lediglich ein Blatt Papier und Buntstifte.

Die große Carrera-Rennbahn mit Looping, das Playmobil-Piratenschiff samt Pirateninsel oder der rosarote Puppenwagen inklusive Puppe. In den vergangenen Wochen hat "das Christkind" diese und zahlreiche andere Spielsachen auf den Wunschzetteln der Kinder entdeckt. Wünsche der besinnlichen Sorte haben im Gegenzug fünf Camino-Kinder im Alter von drei bis fünf Jahren für sich ausgemacht und aufgemalt.

So auch die kleine Lena. Ihr Bild zeigt zwei Häuser mit Herzen und Regenbögen in der Luft. Welcher Wunsch sich dahinter versteckt, erklärt sie so: "Mein Bruder Alexander wohnt ganz weit weg und muss an Weihnachten immer ganz lange mit dem Zug zu uns heim fahren. Ich will, dass ihm bei der langen Fahrt nichts passiert und er ganz schnell bei mir ist. Am besten wäre es, wenn er nicht so weit weg wohnt und wir zusammen in einem Haus schlafen würden."

Dass ihre Oma nicht so sehr alleine ist, das wünscht sich Hannah. Denn der Opa sei zurzeit oft im Krankenhaus. "Ich besuche die Oma oft und bringe ihr in der Weihnachtszeit Plätzchen vorbei", erzählt das Mädchen stolz. Auf Hannahs Bild ist Omas Haus zu sehen.

Der Herzenswunsch von Kathlen bezieht sich ebenfalls auf ihre Oma. "In dem Haus, das ich gemalt habe, wohnt meine Oma. Die ist bald ganz alleine, weil der Opa auf Kur muss. Mein Wunsch ist, dass sie nicht alleine ist. Deswegen besuche ich sie dann oft und schenke ihr zu Weihnachten einen Kuschel-Delfin, damit sie jemanden zum Kuscheln hat."

Quirin stellt mit seinem Wunsch seinen Opa vor eine große Herausforderung. Auch sein Bild zeigt das Haus von Oma und Opa: "Ich wünsche mir, dass Opa mit dem Rauchen aufhört. Das habe ich ihm schon oft gesagt, aber er hört einfach nicht auf mich. Die Oma schimpft ihn zwar nicht, wenn er so viel raucht, aber ich mag das nicht. Der Opa soll nämlich noch lange gesund bleiben."

Lara war die Jüngste im Bunde der Herzenswünsche-Maler. Auf ihrem Bild ist ein See mit Fischen zu sehen. Sie wünsche sich für ihre Mama einen Fisch zum Angeln, sagt Lara. Die Kinder vom Camino-Haus hatten in den letzten Wochen ein Delfin-Projekt. Lara hatte dabei sehr viel Spaß. Und diesen wünscht sie vermutlich nun der Mama. In welcher Art und Weise, ließ sie offen.

Die zuständigen Kindergärtnerinnen waren sichtlich stolz auf ihre Schützlinge. Ihnen imponierte es besonders, wie schnell die Kinder den Gedanken dieser Aktion begriffen: "Wir mussten den Kindern die Herzenswünsche nur bildlich darstellen. Danach ging es ganz einfach." Nachdem die letzten Fotos geschossen wurden, durften die kleinen Künstler ihre Meisterwerke gleich mit nach Hause nehmen. Da wurden sie dann bestimmt den Brüdern, Mamas und Omas und Opas der Herzen präsentiert.

bok/Mangfallbote

Zurück zur Übersicht: Mangfalltal

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT