Leere Kassen verhindern Straßensanierung

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Rund 1150 Fahrzeuge sind täglich zwischen Au und Niklasreuth unterwegs. Eine Komplett-Sanierung mit Aufstufung zur Kreisstraße ist derzeit zwar nicht in Sicht, besonders schadhafte Stellen sollen heuer aber ausgebessert werden.
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Au - Die öffentlichen Kassen sind leer. Das bekommen derzeit besonders die Autofahrer zu spüren. Denn wenn der Schnee geschmolzen ist, beherrschen Schlaglöcher und Spurrillen das Straßenbild.

Dauerbrenner hierbei ist die Strecke zwischen Au und Niklasreuth (Gemeinde Irschenberg). Schon vor etlichen Jahren hätte die Strecke saniert werden sollen, auch eine Aufstufung zur Kreisstraße war immer wieder angedacht. Doch die Gelder sind knapp. Auch heuer kann nur das "Nötigste" gemacht werden.

Wer mit dem Auto von Au nach Niklasreuth fährt, braucht gute Stoßdämpfer. Manche Abschnitte der Fahrbahn befinden sich in einem "erbärmlichen" Zustand. Die Teerdecke stammt teilweise noch aus der Zeit der Gebietsreform 1979. Das Bankett ist teils ausgefahren, einen Mittelstreifen gibt es oft nicht.

Zuständig für die Straße sind die beiden Kommunen Bad Feilnbach (rund 1,8 Kilometer Länge) und Irschenberg (2,8 Kilometer). Die Gemeinde- und somit gleichzeitig auch die Landkreisgrenze liegt etwas unterhalb des Weilers Karrenhub.

Leere Kassen verhindern Sanierung

Doch seit mehr als zehn Jahren gibt es Überlegungen, die Straße aus kommunalen Händen in die der beiden Landkreise Rosenheim und Miesbach zu geben und sie so von einer Gemeinde-Verbindungsstraße zur Kreisstraße aufzustufen. "Denn eigentlich ist die Fahrbahn mit einer Breite von 5,5 bis 6 Metern wie eine Kreisstraße gebaut", so Bad Feilnbachs Bürgermeister Hans Hofer.

Schon 2002 hatte deshalb Irschenberg einen entsprechenden Antrag gestellt. Doch das Landratsamt Miesbach spielte damals nicht mit. Der Kreis habe genügend eigene Straßen zu warten, das Netz sei gut ausgebaut und zudem fehle das Personal, um den Streckenabschnitt gut in Schuss zu halten, so die ablehnende Bergründung. Das Landratsamt Rosenheim schloss sich damals diesen Aussagen an.

Mehrere Verkehrsschilder mit der Aufschrift "Straßenschäden" weisen auf den schlechten Zustand der Straße hin; so wie hier nahe Unterkretzach.

Immerhin nutzen rund 8000 Autofahrer pro Woche die Verbindung zwischen Au und Niklasreuth und von dort weiter nach Leitzach oder über Sonnenreuth nach Wörnsmühl. Pro Tag sind das knapp 1150 Fahrzeuge. Einer, der den schlechten Zustand der Straße ebenfalls bestens kennt, ist der Feilnbacher Bürgermeister Hofer. Er ist selbst oft auf der Strecke mit dem Auto unterwegs. Sowohl innerorts in Au, als auch im weiteren Verlauf außerorts, Richtung Niklasreuth, gebe es Sanierungsbedarf. Doch dafür fehlen die finanziellen Mittel, heißt es bei den beiden Gemeinden.

Eine Komplett-Sanierung mit anschließender Aufstufung zur Kreisstraße gehöre deshalb derzeit eher in die Kategorie "Wunschdenken". Dennoch lässt Irschenberg im Frühjahr besonders schadhafte Stellen im Rahmen einer sogenannten Oberflächensanierung ausbessern. Darüber habe Bürgermeister Hans Schönauer die Nachbargemeinde Bad Feilnbach telefonisch informiert. Hofer will sich einklinken und nach dem selben Verfahren einige Stellen auf Feilnbacher Gebiet bearbeiten lassen. "Da machen wir mit", sagte er. Die Lebensdauer der mit Hilfe dieses Verfahres ausgebesserten Abschnitte betrage rund zehn Jahre. Gleichzeitig soll die Fahrbahn in Au instandgesetzt werden.

Langfristiges Ziel sei es aber, die Straße komplett zu sanieren und zur Kreisstraße aufzustufen. Ein zumindest symbolischer "erster Schritt" dazu könne eventuell das Aufstellen sogenannter Landkreisschilder an der Grenze zwischen Rosenheim und Miesbach bei Karrenhub sein. Denn anders als beispielsweise am Hundhamer Berg oder am Irschenberg passiert der Verkehr hier die Grenze, ohne dass ihn entsprechende Schilder darauf aufmerksam machen. Auf die Sachlage angesprochen, reagierte Bürgermeister Hofer überrascht. "Das muss ich mir genauer anschauen", sagte der Rathauschef. Er will die Sache prüfen.

von Martin Aerzbäck/Mangfall-Bote

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