"Liabe Haserl"aus dem Backofen

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Die Hobby-Bäckerinnen in der "Ruckerbäckerei" von Hannes Rott (im Hintergrund).

Bad Aibling - Was wäre Ostern, der wichtigste Festtag der Christenheit, ohne eine bunte Palette an frischen, süßen Leckereien aus dem heimischen Backofen?

Köstliche Osterkränze, Lämmer, Osterfladen oder auch die italienische Spezialität "Pinza" sind in vielen Familien fester Bestandteil des Auferstehungsfestes und leiten mit ihrem herrlichen Duft und dem zuckersüßen Geschmack das Ende der Fastenzeit ein.

Um ihr traditionelles Gebäck in diesem Jahr noch perfekter gelingen zu lassen, nahmen Hobby-Bäckerinnen an einem von der Volkshochschule Bad Aibling angebotenen Oster-Backkurs in der Konditorei Café Rott teil. Dabei lernten sie neben der Zubereitung von Osterkränzen, Lämmern, Osterfladen oder der italienischen Spezialität "Pinza" auch Wissenswertes über die österlichen Gebräuche in anderen Ländern.

So kommt dem Osterfest, das seinen Namen von der germanischen Frühlingsgöttin Ostara hat, auch in Italien ein sehr hoher Stellenwert zu: Die Italiener versüßen sich ihr "Pasqua" mit der ursprünglich aus Veneto und Friaul stammenden "Pinza". Diese mit einer Schere eingeschnittene Ostermehlspeise, deren Form einer Bischofsmütze ähnelt, ist wegen des vielen Eigelbs sehr gehaltvoll.

Der Name "Pinza" findet seine Wurzeln - wie auch das bekannte Fladenbrot Pita oder die Pizza - im Lateinischen und bedeutet so viel wie "stampfen" oder "kneten". Die gold-gelb gebackene Pinza wird zusammen mit den anderen österlichen Speisen (Schinken, Eier, Würste, Osterbrot) in einen Korb gelegt und am Karsamstag geweiht.

Die Hobby-Bäckerinnen zeigten sich erstaunt darüber, welch großen Aufwand der perfekt und "liebevoll" zu behandelnde Hefeteig mit sich bringt, hatten aber großen Spaß beim Anrühren und freuten sich schlussendlich über ihre delikaten Endprodukte wie zum Beispiel die "Liaben Haserl". Diese zählen Rott zufolge zu den beliebtesten Osterspezialitäten hierzulande.

Frisch aus dem Ofen: Leckere Oster-Lämmchen und "liabe Haserl".

In Griechenland hingegen steht das traditionelle, geflochtene Osterbrot Tsoureki auf dem Speiseplan, in Russland der Quarkkuchen Paskha oder in England die "hot cross buns" (Brötchen mit einem Kreuz drauf) - in Deutschland sind die Osterkränze, Fladen oder auch Lämmer sehr beliebt. Um diese leckeren, putzigen Tierchen zu verfertigen, stellten die Teilnehmer am Backkurs zunächst einen Sandteig her, den sie sodann in die speziell dafür vorgesehenen Lämmchen-Formen füllten und für etwa 25 Minuten in den Backofen schoben.

Neben derlei Süßspeisen dürfen zum bunten Fest in vielen Ländern die "Eier" nicht fehlen. Auch wenn die heute so beliebten Schokoladen- und Zuckereier in dieser Form erst seit rund 100 Jahren existieren, so bemalten doch bereits die alten Perser schon Fruchtbarkeitseier mit goldener Farbe und schmückten sie mit Sinnsprüchen.

In unseren Landen sind bunt bemalte Ostereier auch beim traditionellen "Eierscheiben" mit der ganzen Familie unabdingbar.

Zum Brauchtum in katholischen Gemeinden gehört es, die Kirchenglocken zwischen Karfreitag und Ostersonntag nicht zu läuten, da diese nach Rom geflogen sind. Anstatt der Glocken erklingen im süddeutschen Raum zum Gottesdienstbeginn oftmals spezielle Ratschen oder Klappern.

Nach den produktiven Stunden in der Rott'schen Zuckerbäckerei konnten sich schließlich die Kursteilnehmer nicht nur über ihre frischen und selbstgemachten Lämmer sowie die Fladen freuen, sondern waren auch um Erfahrungen für den nächsten häuslichen Backnachmittag in Eigenregie reicher.

rhi/Mangfall-Bote

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