Licht und Raum für 200 Kinder

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26-Millionen-Projekt mitten in Rosenheim: der Neubau des HPZ nahe der Gaborhalle (dahinter).

Rosenheim - Mit Kosten von rund 26 Millionen Euro ist es das größte Neubauprojekt in der Region: Das Heilpädagogische Zentrum, das derzeit an der Gaborhalle mitten in Rosenheim entsteht.

Mit der Einrichtung wird ein neues Kapitel bei der Förderung und Betreuung behinderter Kinder und Jugendlicher aufgeschlagen. Das OVB hat sich zusammen mit HPZ-Leiter Matthias Bogenberger auf der Großbaustelle umgesehen. Dabei stach vor allem das moderne Licht- und Raumkonzept ins Auge.

Fotostrecke: Die Bauarbeiten am HPZ

Bauarbeiten HPZ

Dass das neue HPZ nach vielen Rückschlägen im zähen und jahrelangen Ringen um einen geeigneten Standort nun endlich aus dem Boden wächst, macht alle Betroffenen glücklich: Die rund 200 behinderten Kinder und Jugendlichen samt ihren Eltern, die aus dem gesamten Landkreis kommen, ebenso wie die Mitarbeiter von HPZ und Caritas, dem Träger der Einrichtung.

Wie berichtet, ist das derzeitige HPZ an der Goethestraße – etwa 400 Meter entfernt vom Neubau – längst nicht mehr zeitgemäß und viel zu klein. Gebaut für 100 Kinder, besuchen dort seit Jahren 200 Buben und Mädchen Schule und Tagesstätte. Die Enge ist teilweise unerträglich.

Rundfenster bringen Licht ins Dunkel.

Nun freut man sich nicht nur darüber, dass gebaut wird und wo gebaut wird, sondern auch wie gebaut wird. Das merkt man auch Matthias Bogenberger beim Rundgang über die Großbaustelle an: „Auf unser Lichtkonzept sind wir sehr stolz – ebenso auf die geräumigen Innenhöfe im Freien, auf die weitgehend ebenerdige Bauweise, die Fußbodenheizung und die Therapieräume.“ Unbestritten ist auch, dass es sich um einen idealen Standort mitten in der Stadt handelt – gelegen neben mehreren Schulen und mit hohem Integrationsfaktor.

Die Ausstattung mit modernen Therapiegeräten ist zu einem großen Teil den Leserinnen und Lesern unserer Zeitung zu verdanken. Weil das Geld für eine Spezialausstattung, die speziell auf die Bedürfnisse der Kinder zugeschnitten ist, nicht ausreichte, spendeten sie im Rahmen der OVB-Weihnachtsaktion „Ein Platz für behinderte Kinder“ rund 370.000 Euro.

Sofort sticht auf dem Grundstück ins Auge, dass nicht in die Höhe, sondern in die Breite gebaut wird: Schule, Tagesstätte, Umkleideräume und Therapiebecken bilden ein großes „L“. Von einem Ende zum anderen sind es fast 250 Meter Fußmarsch, weil sich Schule, Tagesstätte und Begegnungsräume überwiegend im Parterre befinden. Das erleichtert den Alltag von Kindern, Lehrern und Betreuern wesentlich. Auch die strengen Brandschutzvorgaben sind einfacher zu erfüllen. Im ersten Stock sind nur Verwaltungs- und Therapieräume untergebracht.

Glasfassaden, große Rundfenster und schräge Dachfenster drücken dem Gebäude ihren Stempel auf. So kommt Licht von mehreren Seiten in die Räume – auch dies kein überflüssiger Luxus, sondern mit großem therapeutischen Effekt. „Gerade Kinder mit Anfallserkrankungen haben bei ungünstigen Lichtverhältnissen große Schwierigkeiten“, erläutert Bogenberger. Zum guten Klima in Schule und Tagesstätte tragen auch großzügig angelegte Innenhöfe bei, die nach dem Motto „Das ist unser Hof“ Identität stiften.

Einen großen Teil der 26 Millionen verschlingt der Hochwasserschutz. So wird ein „Burggraben“ um das fast 18.000 Quadratmeter große Gelände gezogen. So geht das HPZ auch bei einem extremen Mangfall-Hochwasser nicht unter.

Die Fußbodenheizung, die eingebaut wird, sorgt für ein gleichmäßiges Raumklima und senkt das Verletzungsrisiko. So stehen keine Heizkörper und Thermostate im Weg. Eine Laufbahn, der Schulgarten und vor allem das Schwimmbecken, das schwerstbehinderten Kindern eine Wassertherapie ermöglicht, sowie eine Maschinenhalle und ein Werkraum für Holzarbeiten sind weitere Bestandteile des neuen HPZ.

Ein erfreulicher Nebeneffekt: Vom Bau profitieren vorwiegend heimische Firmen. Die Elektro-Leitungen verlegt die Firma Hartinger (Kolbermoor), weitere Aufträge gingen an Staudacher in Riedering (Heizungen), Weinzierl in Bernau (Entlüftung), und Röckl in Bernau (Dachdeckung). Den Bau treibt die Firma Kurz (Walchsee) voran. Ist man im Zeitplan? „Ja“, sagt Bogenberger – „auch wenn das schlechte Frühsommerwetter ein paar Tage gekostet hat“. Richtfest ist am Mittwoch, 30. September. Ein Jahr später, zum Schuljahresbeginn 2010/11, nehmen Schule und Tagesstätte den Betrieb auf.

Ludwig Simeth/Oberbayerisches Volksblatt

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