Liegt die Lösung unter der Erde?

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Im Bereich des Kreisels könnte neuesten Planungen zufolge eine gemeinsame Zufahrt für eine Tiefgarage für das ehemalige Ludwigsbad (im Hintergrund) und für ein neues öffentliches Parkdeck, das ebenfalls unterirdisch erschlossen würde, errichtet werden.

Bad Aibling - Neuer Lösungsansatz für ein altbekanntes Problem: Um künftige Bewohner des Ernst-Grundstücks besser zu schützen, hat die Stadtverwaltung jetzt eine unterirdische Erschließung des Parkraums vorgeschlagen.

Neuer Lösungsansatz für ein altbekanntes Problem: Um künftige Bewohner des sogenannten Ernst-Grundstücks vor den Emissionen, die von der Kurhausnutzung ausgehen, besser zu schützen, hat die Stadtverwaltung jetzt eine unterirdische Erschließung des Parkraums (mehrgeschossiges Parkdeck) vorgeschlagen. Wie Bürgermeister Felix Schwaller dem Hauptausschuss in jüngster Sitzung erklärte, solle die Zu- und Ausfahrt unmittelbar am Ludwigskreisel und somit nahe an der viel befahrenen Rosenheimer Straße liegen.

Hauptproblem für die im "Bebauungsplan westlich der Katharinenstraße" vorgesehene Mischgebietsnutzung ist der Lärm, der von Fußgängern und abfahrendem Besucherverkehr auf dem dortigen öffentlichen Parkplatz ausgehe. Durch diese Emissionen könnten sich künftige Bewohner so stark belästigt fühlen, dass sich die Stadt um den Betrieb des nahe gelegenen Kurhauses samt Veranstaltungen im Kurpark sorgt.

Nachdem sich in der jüngsten Bauausschusssitzung jedoch, wie berichtet, eine Mehrheit für die Aufstellung des Bebauungsplans im beschleunigten Verfahren ausgesprochen hatte, erarbeitete die Verwaltung kurzfristig ein Konzept, das nun eine unterirdirsche Erschließung des Parkraums vorsieht.

Sie schlägt eine gemeinsame Zufahrt für eine Tiefgarage für das ehemalige Ludwigsbad sowie für ein mehrgeschossiges, an drei Seiten eingehaustes Parkdeck vor, das mittels Zufahrt, die unter der Katharinenstraße verläuft, erreicht wird. So vermische sich der Lärm mit dem Straßenverkehr auf der Rosenheimer Straße. Vom Parkdeck aus sei auch ein geschlossener Gang Richtung Kurhaus denkbar, über den Besucher den Brunnenhof trockenen Fußes erreichen könnten.

Möglich, aber ebenso noch Zukunftsmusik, wäre auch eine Tiefgarage unter dem jetzigen öffentlichen Parkplatz an der Katharinenstraße, wenn diese Fläche eines Tages veräußert werden würde, um die Zuwegung zum Parkdeck zu finanzieren.

Soweit die Theorie. In der Praxis werden für die vorgeschlagene Erschließung verschiedene Grundstücke benötigt. Die möglichen Beteiligten hätten bei ersten Gesprächen bereits Zustimmung signalisiert, erklärte der Bürgermeister.

Er räumte ein, dass die Errichtung dieses Parkhauses in den nächsten Jahren nicht möglich sei. "Das muss aber auch nicht sein. Es geht hier darum, gemeinsam ein städtebauliches Konzept zu entwickeln, ohne emissionsrechtliche Probleme zu bekommen."

Richard Lechner (SPD) wies darauf hin, dass das Parkdeck "eine gewaltige Aufgabe" darstelle, gerade auch im Hinblick auf die Optik. Grundsätzlich habe er jedoch nichts dagegen. Allerdings forderte er eine schriftliche Aussage der beteiligten Grundeigentümer, ob diese sich an der vorgestellten Lösung beteiligen wollen.

Erwin Kühnel (CSU) und Rudi Gebhart (ÜWG) forderten, in das weitere Vorgehen den Planer des Bauwerbers auf dem Ernst-Grundstück mit einbeziehen, bevor in dieser Angelegenheit ein Beschluss gefasst wird. Das Gremium sprach sich deswegen dafür aus, in der Februar-Sitzung des Bauausschusses noch einmal darüber zu beraten. Bis dahin soll auch eine Stellungnahme des Schallschutzgutachters vorliegen. Dies müsse aber dann die letzte Verzögerung sein, betonte Thomas Höllmüller (CSU), der in dem Vorschlag eine interessante Variante sah, aber das Verfahren auch endlich zum Abschluss bringen wollte.

Eva Langwieder (Mangfall-Bote)

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