"Warnstreik nicht nachvollziehbar"

Mailling - Wegen der festgefahrenen Tarifverhandlungen haben die Beschäftigten der Frischpack GmbH in Mailling für zwei Stunden die Arbeit niedergelegt.

Wegen der festgefahrenen Tarifverhandlungen für einen Haustarifvertrag für die Beschäftigten der Frischpack GmbH in Mailling legten heute über hundert Beschäftigte für zwei Stunden die Arbeit nieder. Mit einem Demonstrationszug nach Beyharting unterstrichen sie die Forderung nach tariflicher Absicherung ihrer Arbeitsbedingungen.

Das Unternehmen ist nicht tarifgebunden, bei den Entgelten herrschen große Unterschiede. Deswegen kam es in der Vergangenheit zunehmend zu Spannungen. Die Gewerkschaft NGG verlangt deswegen einen Anerkennungstarifvertrag, der die Bedingungen des Flächentarifvertrages für das bayerische Molkerei- und Käsereigewerbe, zum Inhalt hat. Die Fa. Frischpack packt im großen Stil hauptsächlich Molkereiprodukte für zahlreiche Milchbetriebe ab. Deshalb sind die Arbeitsbedingungen mit denen der Molkereien vergleichbar.

Das Unternehmen ist in den letzten Jahren immer mehr gewachsen und beschäftigt mittlerweile annähernd 300 Arbeitnehmer. Seit 2008 bemüht sich die NGG um faire Arbeitsbedingungen. Der Konflikt hat sich nun auch deshalb verschärft, weil der Arbeitgeber eine Verhandlungslösung offensichtlich nach wie vor verzögert.

So soll nach dem Willen des Arbeitgebers wieder eine Verhandlungspause bis Ende April eingelegt werden. „Wir lassen mit den Bedingungen der Kolleginnen und Kollegen nicht Schindluder treiben“ erklärte der Verhandlungsführer der NGG Georg Schneider auf der Streikversammlung im Gasthof zur Post in Beyharting. „Frischpack muss jetzt erklären, ob sie gerechte und zeitgemäße Bedingungen für Ihre Beschäftigten tarifvertraglich absichern will. Andernfalls sind die Kolleginnen und Kollegen auch für weitere Kampfmassnahmen bereit“, so Schneider weiter.

Ziel der NGG ist es, die Bedingungen des vergleichbaren Tarifvertrages für die Milchwirtschaft festzuschreiben, deswegen gestalten sich die Verhandlungsspielräume äußerst gering.

Frischpack GmbH äußert sich

Wie das Unternehmen Frischpack in einer Stellungnahme am frühen Abend verlauten ließ, wurden von der NGG Forderungen an die Geschäftsführung der Frischpack GmbH herangetragen, Verhandlungen über einen Haustarifvertrag aufzunehmen. Erste Gespräche haben laut der Frischpack GmbH stattgefunden, die Verhandlungen befinden sich in einem frühen Stadium. Bereits heute sichert eine bestehende Betriebsvereinbarung den Mitarbeitern weitreichende Sozialleistungen zu.

Dieser Warnstreik sei für die Geschäftsführung unverhältnismäßig und nicht nachvollziehbar.

Pressemitteilung Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten/Frischpack GmbH

Rubriklistenbild: © dpa

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