Mangfall: Vor einem Jahr starb dort ein Bub

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Ein Retter in der Mangfall: Für Sebastian kam die Hilfe trotzdem zu spät. Er starb im Krankenhaus

Unterheufeld - Das Rettungsdrama an der Mangfall - wie gefährlich ist dieser Abschnitt am Fluss wirklich? 2008 verunglückte an dieser Stelle der achtjährige Sebastian Z.. Er starb.

So berichtet Ovb online am 26./27. August 2008:

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Der kleine Sebastian Z. (8) war beim Spielen in den Fluss gestürzt und konnte nach dramatischer Suche nur noch leblos geborgen werden. Nach Reanimationsmaßnahmen wurde der Bub ins Klinikum Rosenheim geflogen, wo die Ärzte verzweifelt um sein Leben kämpften.

Fotostrecke: Das Mangfallunglück am 26.08.2008

Mangfallunglück am 26.08.2008

Dabei passierte das tragische Unglück: Sebastian rutschte auf den glitschigen Steinen ab und stürzte ins Wasser. Die Freundin lief hinterher, bekam ihn noch an der Hand zu fassen - und wurde ebenfalls in den Fluss gerissen. Doch die Neunjährige konnte den Buben nicht weiter halten, sein blonder Schopf verschwand in den Strudeln. Sie selbst hatte Riesenglück, konnte sich ans Ufer retten und klatschnass Hilfe holen.

Das Mädchen alarmierte zwei Bauarbeiter, die mit Hochwasserschutzmaßnahmen beschäftigt waren, die wiederum die Polizei verständigten - 12.50 Uhr, die Rettungsmaschinerie lief an: Wasserretter, Polizei, Feuerwehren waren umgehend vor Ort in Unterheufeld, suchten den Fluss ab. Hubschrauber flogen weitere Rettungstaucher der Berufsfeuerwehr München ein, unterstützten die Suche und kreisten über dem Fluss.

Hand in Hand durchsuchten die Retter jedes noch so kleine Stück der Mangfall - an einem weiteren Abfall, etwa 300 Meter unterhalb der Unglücksstelle, wurden sie fündig: Andreas Kunert , Wasserretter und gleichzeitig Vorsitzender der Wasserwacht Bad Aibling, watete angeleint durch das bauchtiefe Wasser unterhalb des Wehres und spürte plötzlich den Körper des Buben: "Er war offenbar durch den Sog des Abfalls an den Untergrund gedrückt worden und wurde erst durch meinen Anstoß freigeschwemmt", vermutet Kunert. Sofort stürzte er hinter dem kleinen Sebastian her, konnte ihn packen und an Land bringen - gegen 14.30 Uhr und damit eine Stunde und 45 Minuten nach dem tragischen Sturz, bei dem er sich offenbar auch am Kopf verletzt hatte.

Am Ufer warteten bereits die Retter. Sie versuchten, den Achtjährigen zu reanimieren, bis er per Hubschrauber ins Klinikum Rosenheim geflogen wurde. Dort kämpften bis in den Abend hinein die Ärzte um sein Leben. Doch vergeblich. Wie die Polizei am Abend mitteilte, verstarb Sebastian am späten Nachmittag im Rosenheimer Klinikum.

Sebastians Mutter, die in Rosenheim an ihrem Arbeitsplatz benachrichtigt wurde, ihr Lebensgefährte und die Großtante des Buben wurden auf der Polizeiinspektion Bad Aibling und später im Klinikum betreut. Am Unglücksort war auch Notfallseelsorger Martin Kurlitsch.

Die Retter von Wasserwacht und Feuerwehr zeigten sich schockiert über das Unglück. Einsatzleiter Christian Förster , Kreisvorsitzender der Wasserwacht Rosenheim, konnte es angesichts der Normalwasser führenden Mangfall kaum glauben: "Das Wasser wirkt nicht spektakulär, dass hier jemand ertrinkt, ist wirklich ein großes Unglück."

Als Sebastian in den Strudel geriet, war die Mangfall im Unglücksbereich nur etwa 1,40 Meter tief - die Walzenbildung hinter den Abfällen ist dennoch brandgefährlich. "Einmal im Sog gefangen, noch dazu ein so leichter Körper, besteht keine Chance, allein wieder rauszukommen", so Wasserretter Kunert. "Mir selbst hat es trotz meiner Ausrüstung bei der Suche mehrmals die Füße weggezogen."

(rg/sm)

Quelle: ovb online

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