Markfeld: High Tech willkommen

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Der Gewerbepark Markfeld.

Bad Aibling - Das ehemals als Bauhof-Grundstück geplante Areal im Gewerbepark Markfeld hat einen potenziellen Neu-Besitzer: Die Firma C-Matrixx carbontechnik GmbH - bis dato mit Sitz Bruckmühl, bald Neuansiedler in Bad Aibling.

Die Stadt freut's, passt das expandierende Unternehmen doch zu den Vorstellungen von Gewerbe in der Kurstadt: Die Firma stellt High-Tech-Bauteile aus Carbon unter anderem für die Medizintechnik her.

Seit acht Jahren existiert der mittelständische Betrieb, gegründet in Rosenheim, mit nunmehr 40 Mitarbeitern. Nach der Umsiedlung in den Gewerbepark Markfeld plant die Geschäftsführung eine Aufstockung auf insgesamt 60 bis 80 innerhalb der dann nächsten fünf Jahre.

Man habe sich stark entwickelt, begründete der kaufmännische Leiter Ralf Freiberger jüngst in der Bauausschussitzung, wo das Vorhaben - eine neue Produktionshalle mit Verwaltung in Markfeld - behandelt wurde.

Grund der Vorabinformation (ein Bauantrag folgt): Die Dachform der Halle. Gemäß dem Bebauungsplan muss aus ortsgestalterischen Gründen alle 16 Meter ein leicht geneigtes Dach entstehen. In diesem Fall nicht möglich wegen der geplanten Architektonik der Halle - die im Ausschuss in ihrer modernen und hochwertigen Form allgemeine Zustimmung fand.

Als "interessante Ansiedlung" betitelte auch die Bauverwaltung das Vorhaben, das nach Angaben von Stadtplaner Eberhard von Angerer eine einwandfreie Grünordnung aufweist. Die Stellungnahme des Landratsamts: Sagt die Stadt ja, tun wir es auch.

Noch in diesem Jahr soll Baubeginn sein, 2011 will das Unternehmen umziehen. Für die beiden Geschäftsführer Ralf Freiberger und Werner Kranner (technischer Leiter) erfüllt sich damit ein Wunsch: Produktionsablauf und Kommunikationswege verkürzen sich erheblich, die Firma hat endlich Platz - die 1700 Quadratmetern Fläche Maschinenpark im Gewerbegebiet Bruckmühl werden in Markfeld mehr als verdoppelt. Von der einst als Bauhof-Grundstück anvisierten Fläche (9350 Quadratmeter) will C-Matrixx Carbontechnik GmbH nach Angaben der städtischen Kämmerei zunächst 5168 Quadratmeter erwerben mit einer Option auf spätere Erweiterung. Zurzeit verteilen sich die Abteilungen des Unternehmens erschwerend auf drei separate, angemietete Gebäude, Baujahr 1904. Die "Hinterhof-Idylle" ist für den mit Weltkonzernen verbundenen High-Tech-Betrieb repräsentativ nicht unbedingt förderlich, wie Freiberger im Gespräch mit unserer Zeitung bestätigt.

Der Stoff, mit dem das Unternehmen arbeitet, ist aus der Formel 1 bekannt: Kohllefaser, Carbon. Neben Produkten für Maschinen- und Fahrzeugbau, für die Raumund Luftfahrt, für Sportartikel und auch Musikinstrumente ist das Kerngeschäft die Medizintechnik.

Drei verschiedene Branchen werden bedient: "Orthesen und Prothesen, chirurgische Instrumente im OP-Bereich sowie Patientenunterlagerung in der Strahlentherapie", umreißt Freiberger. Chirurgische Instrumente aus Kohlefasern sind röntgen-transparent; die Patientenunterlagerung (mit Kohlefaser) findet Anwendung zum Beispiel in der medizinischen Diagnostik bei der Magnetresonanz- und auch bei der Kernspintomografie.

Der Neubau wird zweigeschossig. An die fast quadratische Produktionshalle sind die Technikräume angebaut. Der Trakt mit Büros und Sozialräumen hebt sich weiß von der Halle ab, die mit anthrazitfarbigem Aluminium verkleidet ist - "keine Wellblechhütte", stellte der Bauausschuss zufrieden fest. Für die Fassade wird ein neu entwickeltes Verfahren angewendet - das Material ist Architekt Jürgen Schwarz (Fürstenfeldbruck) zufolge nicht gebogen (um Festigkeit herzustellen), sondern völlig glatt - und erfüllt dennoch alle Anforderungen.

Ein Großteil der Grundstücke in Markfeld ist "vergeben", sieben Unternehmen haben bereits ihre Arbeit aufgenommen. Auf das nunmehrige Grundstück von C-Matrixx wollte die Stadt ursprünglich den Bauhof umsiedeln. Dessen Raumnot wurde durch die Auslagerung des Wertstoffhofes zur Thürhamer Straße beseitigt und so die Fläche im Gewerbepark zur Veräußerung frei. Bad Aibling will sich gezielt mit Gewerbe aus dem Gesundheitssektor ein zweites Standbein zu Kur und Tourismus schaffen.

Elke Wrede-Knopp (Mangfall Bote)

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