Kunstwerke verlassen die Alte Spinnerei

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Kolbermoor - Zum letzten Mal konnten die in der Alten Spinnerei ausgestellten Arbeiten renommierter Metallgestalter besichtigt werden.

Zur Finissage organisierte die Stadt eine letzte öffentliche Führung durch das Gelände, wobei einige Künstler selbst anwesend waren und den Teilnehmern ihre Intention erläuterten.

Die im Rahmen der Biennale der Schmiede eröffnete Ausstellung mit Arbeiten renommierter Metallgestalter ging jetzt zu Ende. Im August hatten einige international bekannte Künstler, wie berichtet, ihre Objekte für diese Ausstellung nach Kolbermoor gebracht. Seitdem konnten die 14 zum Teil großformatigen Werke im Freigelände des Rosengartens, am Batteur-Platz sowie zwischen Kammgarnmagazin und Werkskanal besichtigt werden.

Mit Michael Ertlmeier, Manfred Fattler und Markus Elhardt begleiteten gleich drei renommierte Künstler die Führung, an der auch Schmiedetreff-Organisator Peter Elgaß, Bürgermeister Peter Kloo und Christian Poitsch vom Stadtmarketing teilnahmen. "Dass die drei Männer aus Kempten, dem Schwarzwald und aus dem Allgäu extra hierfür nach Kolbermoor gekommen sind, ist keine Selbstverständlichkeit", betonte Poitsch.

Auch die Besucher der öffentlichen Führung schätzten es, den Metallgestaltern persönlich Fragen zu ihren Objekten und deren Entstehungsgeschichte stellen zu können. "Ich bin schon oft durch den Rosengarten geschlendert und habe mir die Werke angeschaut. Doch leider fehlte mir der nötige Hintergrund, die Ausstellung richtig deuten zu können", meinte die Kolbermoorerin Elke Fischer. Durch die Erklärungen der Schmiedemeister bekomme man völlig neue Denkanstöße.

Obwohl Sieglinde Körbers Mann die Metallgestaltung selbst zum Hobby hat, nutzte sie die Veranstaltung, um Hintergrundinformationen über die dargebotenen Werke zu erhalten. "Wir haben die Entwicklung der Schmiede-Biennale in Kolbermoor von Anfang an mitverfolgt, deshalb nehme ich ein solches Angebot wie die Führung gerne an", so Sieglinde Körber.

Doch nicht nur von den Kunstwerken, sondern auch von deren Standorten zeigten sich die Besucher begeistert. "Die Alte Spinnerei bietet für eine derartige Ausstellung fast ideale Bedingungen", betonte Elgaß. So seien die Arbeiten größtenteils vor Vandalismus gesichert. Der Rosengarten sei beispielsweise nachts geschlossen und tagsüber dafür sehr frequentiert.

Positiv ist nach den Worten von Elgaß zudem, dass der Besitzer des Geländes, Klaus Werndl, der Schmiede-Idee gegenüber sehr aufgeschlossen gegenüberstehe. Diese Einstellung des Gelände-Eigentümers weiß auch Peter Kloo zu schätzen. Der Bürgermeister brachte seine Freude darüber zum Ausdruck, dass sich in der letzten Zeit der Vandalismus in Kolbermoor in Grenzen hielt.

Grabsteine ganz anderer Art präsentierte Manfred Fattler im Rosengarten. Das Grabmal sei oft das letzte Denkmal an einen Verstorbenen. Deshalb sollte es auf den Menschen individuell abgestimmt sein, was Fattler mit bunten Farben unterstrich.

Die Vergänglichkeit steht bei Michael Ertlmeiers Werken häufig im Mittelpunkt. Ob "Blätter im Wind", eine Libelle oder Synkopen - alle dieser Arbeiten von Ertlmeier sind in der Natur und im täglichen Leben zu finden und unterstreichen dessen Auffassung: "Was klein geht, geht auch groß und umgekehrt."

Eine komplett neue Technik habe Markus Elhardt mit seinen zwei Säulen, die an die rinnende Ölkatastrophe erinnern sollen, ausprobiert. Sein zweites Kunstwerk stelle die Wiedervereinigung dar. Peter Elgaß fasste den Trend für die Arbeiten der Metallgestalter zusammen: "Die Zukunft führt hin zu möglichst klaren Linien, zu einfachen Formen und hin zu bunten Farben." dli/Mangfall-Bote

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