Mietraching statt Mallorca

OVB
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Mit Bildern von Solarmodulen wurde das Vorhaben in Mietraching veranschaulicht. Foto protarget

Bad Aibling - Mietraching soll Versuchsstandort für eine Parabolrinnen-Solarthermieanlage werden. Auf der spanischen Insel war das Projekt an bürokratische Hürden gescheitert.

Nachdem das Vorhaben auf der spanischen Sonneninsel laut Bürgermeister Felix Schwaller an bürokratischen Hürden gescheitert war, will die B&O-Parkgelände GmbH mit dieser Pilotanlage nun das Gesamtkonzept ihres Vorzeigeprojekts "Nullenergiestadt" stärken. Der Stadtrat genehmigte den auf drei Jahre befristeten Bau.

Errichten und betreiben wird diese "solarthermische Komponente eines Solarthermiekraftwerkes" laut Bauamtsleiter Andreas Krämer die Protarget AG aus Köln-Lövenich, ein Anbieter von Solarkraftwerken.

Das Vorhaben soll als Pilotanlage auf drei Jahre befristet genehmigt werden, so dass auf jeden Fall zwei oder - falls erforderlich - drei Sommerzyklen mit einbezogen werden können. Wie in der Konzeptbeschreibung erläutert, werde die Anlage auf Einzelfundamenten gegründet und sei somit auch wieder problemlos demontierbar.

Anlage wird nach Feldversuch abgebaut

Dass die Anlage nach dem Feldversuch wieder abgebaut wird, versicherte auch Schwaller: "Das System ist später für die Sahara vorgesehen." Denn die heißen Regionen dieser Welt profitieren laut Protarget besonders von der Solartechnik. Nachdem alle Wüsten der Erde innerhalb von sechs Stunden mehr Sonnenenergie bezögen als die gesamte Menschheit in einem Jahr verbrauche, sei es dort mittels moderner Technik auch möglich, den Bedarf an kostengünstiger und klimafreundlicher Energie zu bedienen.

Für das Pilotprojekt in Mietraching müssten die - laut Schwaller 3,60 Meter hohen, leicht geneigten - Solarparabolrinnen auf einer Gesamtlänge von mindestens 96 Metern dicht hintereinander gereiht werden. Eine Ausrichtung von Nord nach Süd sei dabei zwingend notwendig: Nur so könnten die entsprechenden Forschungsuntersuchungen und -messungen sowie Datenerhebungen durchgeführt und im Feldversuch getestet werden.

Die Reihe der Parabolspiegel ist, wie Krämer erläuterte, fest verbunden. Die elektrische Leistung des mittig gelegenen Hydraulikantriebs betrage 750 Watt. Versichert wird vom Antragsteller, dass die Anlage nur Wärme, nicht aber Dampf erzeuge. Über das Wärmenetz im Parkgelände kann die erzeugte Wärme laut Krämer dann umweltverträglich abgeleitet sowie ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll verwendet werden.

Die Anbindung an das vorhandene Netz soll in einem Anbau an ein bestehendes Gebäude erfolgen. Die Refelexionen und Spiegelungen beschränkten sich - bedingt durch das Parabolsystem - auf die Anlage und würden somit nicht nachteilig auf die Umgebung wirken.

"Innovationspotenzial wird gestärkt"

Die B&O-Parkgelände GmbH sieht durch diese Pilotanlage das Innovationspotenzial des Parkgeländes Mietraching am Standort Bad Aibling gestärkt. Überdies fördere das Vorhaben auch die Forschung und die Innovationen mittelständischer Unternehmen im Zusammenhang mit der angestrebten Energiewende.

Eva Langwieder

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