Moorbadehaus für die Therme

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Stimmungsvoll am Triftbach gelegen: das geplante Moorbadehaus auf dem Gelände der Therme Bad Aibling.

Bad Aibling - Fließende Formen, viel Holz und ein stimmungsvolles Ambiente - so stellt sich das Büro Behnisch-Architekten das Moorbadehaus vor, das in Zukunft die Therme bereichern soll.

Planer Robert Hösle präsentierte seine Entwürfe jetzt vor Vertretern aus Politik und Wirtschaft - und er erntete viel Lob. Die Investition in Höhe von rund 1,0 Million Euro wollen Beautykuppelbetreiber MMKS und die Aib-Kur gemeinsam stemmen. Ziel: das Moorheilbad wieder aufleben zu lassen.

Seit 160 Jahren hat Moor in Bad Aibling Tradition, erst die Gesundheitsreformen Ende der 90er-Jahre sorgten für den Niedergang - damit soll nun Schluss sein: Mit einem modernen Moorbadehaus im Stil der Therme soll das bewährte Heilmittel wieder aufleben, neue Gäste in die Kurstadt gelockt werden.

Den Schritt wagt die Firma MMKS, Betreiber der Beauty- und Wellnesskuppel in der Therme - wofür den beiden Geschäftsführern Josef Dirsch und Karl Wacker die Anerkennung von Bürgermeister Felix Schwaller und Kurdirektor Thomas Jahn sicher war. Beide zollten den Unternehmern "größten Respekt" und freuten sich über die geplante Investition.

Angetan zeigte sich auch Thermenchef Fritz Walter Keilhauer, der das Moorbad ebenfalls als große Bereicherung für das Gesamtangebot sieht.

In Verlängerung zu Thermalkuppel und Außenbecken soll das Moorbadehaus errichtet werden.

Architektur und Gestaltungselemente der Therme sollen sich wiederfinden - unter dieser Maßgabe machte sich Planer Hösle ans Werk. Im Vorfeld jedoch: eine langwierige Standortsuche. Frei zu haltende Feuerwehrzufahrten machten einen direkten Anschluss ans Thermengebäude unmöglich, weshalb schließlich der Standort Triftbach gewählt wurde: südwestlich der Thermalkuppel im "Garten" des Bades. "Eine reizvolle Umgebung", zeigte sich der Architekt überzeugt, wollte das Gewässer - ähnlich der Triftbachsauna - in seine Planungen mit einbeziehen.

Gesagt, getan: Das Moorbadehaus "schwebt" buchstäblich über dem Wasser, die Behandlungsräume - insgesamt fünf - haben Blick auf Triftbach und ins Grüne. Die Besonderheit: Die Fassade, komplett aus Holz, soll so konzipiert werden, dass zwar der Blick nach draußen möglich ist, der Einblick jedoch verwehrt wird. "Die vertikalen Holzelemente werden so angeordnet, dass der Blick nach Innen versperrt ist", erläuterte Hösle.

Architektur: Fließende Formen

Fließende Formen, das Thema Moor in der Farbgebung wiederfindend - so stellt sich der Architekt die Innengestaltung vor: Die Fünf Behandlungsräume in dem oval ausgelegten Haus sind zum Triftbach hin ausgerichtet, nach Norden der Empfang mit runder Theke, rechts davon ein Ruhebereich zur Entspannung nach den Anwendungen - "und das alles ohne Ecken und Kanten", führte er aus. Und: Die Behandlungen sollen stilecht in Holzbadewannen stattfinden, die Räume im Stil der Therme (bräunliche Farbgebung) ausgefliest und mit Duschen versehen werden.

Die technischen Anlagen für das Moorbadehaus sollen im Untergeschoss verschwinden, das sich laut Planer durch die Böschung zum Triftbach ergibt. Dorthin soll auch das Moor angeliefert werden - auf welche Art und Weise, darüber zerbrechen sich Betreiber und Experten noch den Kopf. "Es gibt Überlegungen, Leitungen unter oder über den Triftbach zu führen oder Rohre quer durch den Saunagarten vom Betriebshof aus zu führen", so Keilhauer zu den Möglichkeiten. Ob sich das Moor so transportieren lässt und in welcher Konsistenz es angeliefert wird, muss noch geklärt werden. Insgesamt wird mit vier bis fünf Lieferungen pro Woche gerechnet, MMKS plant mit etwa 20 Moorbädern am Tag, Tendenz steigend.

Die Kosten für das Moorbadehaus schätzt Hösle auf aktuell etwa 960.000 Euro, zusätzlich Baunebenkosten (rund 20 Prozent). Kräftig investieren will die Firma MMKS, die einen Anteil von 700.000 Euro übernehmen will - als Mietvorauszahlung auf 20 Jahre angerechnet. Einen weiteren Beitrag soll die Aib-Kur leisten, vorausgesetzt der Zustimmung der Kommanditisten (Versammlung Ende Juli), die 250.000 Euro einbringen könnte - zur Förderung des Moorwesens, wie Bürgermeister Schwaller erklärte.

Moorkuren für Selbstzahler

Die Firma MMKS verspricht sich viel aus dem neuen Angebot: Wie die beiden Geschäftsführer auf Nachfragen aus dem Publikum ausführten, wolle man vor allem auf den privaten Selbstzahler setzen, auf gesundheitsbewusste Gäste und wenn möglich, auch den Kur-Gedanken wieder aufleben lassen. "Wir planen mit den Hotels zusammen Angebote für ein- bis dreiwöchige Kuraufenthalte", so Dirsch. "Montag, Mittwoch und Freitag könnten dann Mooranwendungen erfolgen, Dienstag und Donnerstag Bewegung in der Therme mit Wassergymnastik", so die Vorstellungen der beiden gelernten Physiotherapeuten, die auch in anderen Bädern im süddeutschen Raum Wellnesseinrichtungen betreiben. Den Einwand, dass nach der Anwendung weder Therme noch Sauna besucht werden sollten (Kreislaufprobleme), war MMKS ebenfalls bekannt: Natürlich werde man eingehend darüber informieren, zudem wolle man sich eine Bescheinigung unterschreiben lassen.

Begeistert über das Vorhaben zeigte sich auch Dr. Johannes Dietrich, Badearzt und Ehrenbürger der Stadt: Mooranwendungen und Thermalbad im Wechsel seien hervorragend für ein "gutes und richtiges Ergebnis". Und: Er freue sich, dass "unser Moorheilbad wieder zum Leben erweckt wird".

re/Mangfall-Bote

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